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Auswärtssieg: Löwen ringen Bonn mit 80:74 nieder

Die Löwen bezwingen Bonn: Mit 80:74 gewannen die Braunschweiger auswärts. Archivfoto: Philipp Ziebart.

Zum Auftakt ihres Mammut-Weihnachtsprogramms haben die Basketball Löwen Braunschweig am Sonntag, 20. Dezember, einen wichtigen Sieg errungen. Sie gewannen auswärts bei den Telekom Baskets Bonn mit 74:80 (35:33) und bewiesen zum Ende hin einmal mehr ihre mentale Stärke. Dabei sah es zunächst nach einem Selbstläufer für die Löwen aus, die das erste Viertel dominierten und auch deutlich mit 15 Zählern führten. Doch steckten die Bonner nicht auf, fanden über ihre gute Dreierquote zurück in die Partie und holten sich sogar die Führung. Zwar konnten sich die Löwen, die erneut ohne den verletzten Josh Gasser antraten, im dritten Viertel wieder etwas deutlicher absetzen, versäumten es aber, den Sack zuzumachen. Und so entwickelte sich am Ende eine spannende Partie, die erst in der letzten Spielminute zu Gunsten des Löwen-Teams von Raoul Korner entschieden wurde. Keaton Grant legte dabei einmal mehr eine Spitzenleistung aufs Parkett und kam auf 24 Punkte und sechs Rebounds. Für die Telekom Baskets war Center Tadas Klimavicius mit 19 Zählern am erfolgreichsten.

Mit guter Verteidigung und konsequent den Korb attackierend begannen die Basketball Löwen die Partie. Zwar ließ Keaton Grant in den Anfangsminuten auch einen Dreier durch die Reuse rauschen, allerdings besorgte der Löwen-Topscorer das 4:10 für sein Team per Dreipunktespiel unterm Korb (Korbleger + Foul, 4. Minute). Im Gegensatz zu den Gastgebern agierte die Korner-Mannschaft mit viel Selbstvertrauen, spielte wie aus einem Guss. Das lag aber auch daran, dass die verunsicherten Bonner offensiv wie defensiv keinen Zugriff auf das Spiel bekamen. Die Löwen hingegen standen defensiv nach wie vor gut, fanden zumeist recht einfach den Weg zum Korb und konnten sich nach Punkten von Lucas Gertz und Amin Stevens in einen zweistelligen Bereich absetzen (7:20, 9. Minute). Den Schlusspunkt des ersten Viertels setzte Keaton Grant mit zwei Freiwürfen zum 7:22.

Ein kleiner Lauf der Bonner veranlasste Raoul Korner, bereits nach 80 Sekunden eine Auszeit zu nehmen. Sein Team hatte sich zuvor zwei Ballverluste geleistet, welche die Bonner zum 12:22 genutzt hatten. Tyrone Nash konnte dann die ersten Löwen-Punkte im zweiten Spielabschnitt erzielen, aber die Bonner waren jetzt am Drücker und das Korner-Team aus der Spur geraten. Defensiv gelangen den Braunschweigern keine Stopps mehr. Stattdessen kamen die Baskets über das Pick-and-Roll vermehrt zu einfachen Punkten. Und weil die Löwen auch am anderen Ende plötzlich die nötige Konsequenz vermissen ließen sowie zu oft den Ball verloren, schmolz ihr Vorsprung auf 20:24 (15. Minute). In dieser Phase war es einmal mehr Keaton Grant, der offensiv Verantwortung übernahm und sein Team wieder zur Neun-Punkte-Führung warf (23:32, 18. Minute). Allerdings war er der einzige Löwen-Spieler, der produzierte, während die Bonner sich vor allem von außen immer treffsicherer zeigten und per Dreier das 35:33 zur Halbzeitpause erzielten.

Mit der Verunsicherung des schwachen zweiten Viertels trafen die Löwen zurück auf dem Feld ihre ersten Würfe nicht. Allerdings ließen die Gastgeber auch gute Möglichkeiten liegen, weshalb Nicolai Simon schon bald das 38:38 markieren konnte (23. Minute). Und dann war es wieder Keaton Grant, der auch von einigen guten Defensiv-Aktionen profitierte und diese in Punkte zur 41:46-Führung verwandelte. Überhaupt stand die Löwen-Verteidigung jetzt deutlich besser. Dadurch kamen sie mehrfach zu Ballgewinnen und konnten diese über ihr schnelles Umschalten in den Angriff erfolgreich zum 41:53 nutzen (27. Minute). Allerdings ließen die Löwen zu viele Freiwürfe in Serie liegen, während Bonns Aaron White drei Dreier hintereinander versenkte. Die Folge: Die Braunschweiger Führung schrumpfte nach 30 Spielminuten wieder auf 55:60.

In den letzten zehn Minuten behaupteten die Braunschweiger zunächst ihren Vorsprung, weil Derek Needham und Keaton Grant aus der Distanz die richtigen Antworten auf Bonner Zähler fanden. Aber nach einem weiteren Dreier waren die Telekom Baskets wieder ganz nah auf 65:68 dran (35. Minute), und nach vier korblosen Braunschweiger Minuten war die eigene Führung dann sogar weg (72:68, 37. Minute). Raoul Korner nahm eine Auszeit, um sein Team wieder zurück in die Spur zu bringen. Und das punktete endlich auch wieder. Jetzt war es ein Nervenkrimi, in dem die Löwen erneut ihre mentale Stärke zeigten: Tyrone Nash traf seine beiden Freiwürfe – was an diesem Abend übrigens Seltenheitswert bei den Löwen hatte. Und dann war es der in diesem Spiel offensiv eher unglücklich agierende Kenny Frease, der sich einen Offensiv-Rebound schnappte und den Ball mit Foul im Korb unterbrachte: 74:78! Das war 45 Sekunden vor dem Ende nahezu die Vorentscheidung, auch weil Bonn im Gegenzug nicht mehr traf.

Für die Basketball Löwen geht es schon am kommenden Mittwoch, 23. Dezember, weiter. Dann empfangen sie um 18.30 Uhr den FC Bayern München in der Volkswagen Halle und wollen ihre Siegesserie vor heimischem Publikum fortsetzen. Tickets gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen sowie online im Löwen-Ticketshop unter: https://www.eventimsports.de/ols/basketball-braunschweig

Trainerstimmen zum Spiel:

Raoul Korner (Basketball Löwen Braunschweig): Die Verunsicherung Bonns war im ersten Viertel klar zu erkennen. Das haben wir zu unseren Gunsten ausnutzen können. Unser Vorsprung war bitter nötig, wie wir vor der Pause gesehen haben und uns gerade noch wie ein Boxer mit dem Gong in die Kabine retten konnten. Am Ende war zu erkennen, dass mein Team derzeit mit viel Selbstvertrauen in engen Spielen agiert und diese Situationen erfolgreich meistern kann.

Mathias Fischer (Telekom Baskets Bonn): Uns sind viele Ballverluste unterlaufen, die zu direkten Korberfolgen Braunschweigs geführt haben – das war ein insgesamt großer Faktor in diesem Spiel. Zudem haben wir den Start ins erste und dritte Viertel vollkommen verschlafen, weswegen wir unheimlich viel Energie investieren mussten, um uns wieder heran zu kämpfen.

Die Viertel im Überblick: 7:22, 28:11, 20:27, 19:20.

Basketball Löwen Braunschweig:
Gertz 4, Nash 10 (9 Rebounds), Bogdanov, Theis, Needham 20 (5 Rebounds), Stevens 7, Grant 24 (6 Rebounds, 3 Ballgewinne), Amaize n.e., Adler n.e, Simon 7, Frease 8 (7 Rebounds, 3 geblockte Würfe).

Telekom Baskets Bonn: Mädrich 6, McKinney 2, Mangold 3 (5 Assists), Lawrence 11 (4 Assists), Klimavicius 19 (7 Rebounds), Koch, White 15 (9 Rebounds), Hall (5 Assists), Clarke 18 (4 Assists), Lodders n.e., Blass n.e..

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