Bye bye Fiestaphobia!

Interview zur letzten Fiestaphobia-Party am 27. Oktober im Schlosscarree Braunschweig.

Abfahrt! Wo sonst Züge an- und abfahren wurde abgetanzt: Fiestaphobia-Party im Hauptbahnhof Braunschweig. Foto: Blome & Pillardy Event GmbH.

Flughafen, Bahnhof oder Innenstadt – Abwechslung seit 2002

Seit dem Jahr 2002 fand die legendäre Fiestaphobia-Partyreihe in Braunschweig immer wieder an wechselnden Locations mit einem Großaufgebot von DJs statt. Ob am Flughafen, in einem Schwimmbad, im Hauptbahnhof, einem Autohaus oder mitten in der Innenstadt in der Shopping-Meile Burgpassage – tausende Gäste kamen und feierten in der Vergangenheit an diesen ungewöhnlichen zu Charts-Hits, Black Music, House und Elektro. Nun steigt die letzte Fiestaphobia 33 – szene38 sprach exklusiv mit Felix Walzog von der Blome & Pillardy Event GmbH.

Felix, was ist deine Rolle bei der Fiestaphobia bzw. bei der Blome & Pillardy Event Gmbh?

Nach langjähriger Branchenerfahrung mit eigenen Firmen habe ich vor rund zwei Jahren bei Blome & Pillardy Event als Projektleiter und Leiter für den Standort Braunschweig/Wolfsburg angefangen. Geschäftsführer Kai Blome und ich kannten uns bereits gut. Auch Robert Pillardy, Mitbegründer der Fiestaphobia und der Agentur, konnte ich damals schon kennenlernen. Die Fiestaphobia kenne ich aber in erster Linie als Gast. Die Partyreihe war ja früher wirklich legendär in Braunschweig.

Was war und ist das Erfolgsrezept der Fiestaphobia Partyreihe?

Die Fiestaphobia fand mehrmals jährlich von 2002 bis 2009 statt. Das Einzigartige an den Partys waren immer die Locations. Die Flughafenterrasse, das leere Raffteichbad, der Hauptbahnhof, ein Autohaus und die Burgpassage waren beispielsweise Locations, in denen mehrere tausend Gäste gefeiert haben. Das Motto lautet euch heute noch „Wir feiern da, wo keiner feiert“.

Welche Herausforderungen erwarten euch bei der Organisation der Fiestaphobia gegenüber der damaligen Partyreihe, hat sich etwas geändert?

Als Veranstaltungsagentur wissen wir natürlich, dass die behördlichen Sicherheitsauflagen bei der temporären Umnutzung bei einer Location wie dem Schlosscarree über die Jahre strenger geworden sind. Wir stehen aber bei unseren Veranstaltungen immer in engem Austausch mit Feuerwehr, Ordnungsamt, Bauamt und Polizei und stecken viel Energie in die Prüfung der Sicherheit und die Umsetzung von Auflagen. So machen wir es ja auch bei den Veranstaltungen unserer Kunden.

Wie würdest du die heutige Partylandschaft in der Region beschreiben?

Ja, da hat sich natürlich auch einiges geändert. Die neue Partygeneration verabredet sich weniger spontan und sehr selektiv. Das merken wir am erfolgreichen Vorverkauf. Wir waren früher an jedem freien Abend in einem Club, heute werden die Events explizit ausgesucht. Das macht sich in den Diskotheken bemerkbar: Wer regelmäßig sein Konzept ändert und abwechslungsreiche Veranstaltungen bietet, bleibt im Nachtleben erfolgreich. Auch wir passen einige Konzeptinhalte an die heutige Zeit an, dennoch bleibt die Fiestaphobia für die „alten Hasen“ auf den ersten Blick erkennbar. Das war uns ganz wichtig.

Warum gibt es nur noch wenige Großpartyveranstaltungen?

Blome & Pillardy Event hat sich damals auf das florierende Firmenkundengeschäft konzentriert, welches bis heute eigentlich fast 100% des Umsatzes ausmacht und von Eigenproduktionen abgesehen. Der Aufwand für die Umsetzung der behördlichen Auflagen hat sich aber wie schon erwähnt auch geändert und die Stadt stellt beispielsweise auch nur noch unter ganz bestimmten Bedingungen öffentliche Flächen zur Verfügung. Darüber hinaus haben Gründer in dem Bereich ein hohes finanzielles Risiko.

Abheben! Sogar auf dem Flughafen Braunschweig konnte man bei einer Fiestaphobia-Party musikalisch wegfliegen und von fernen Ländern träumen. Foto: Blome & Pillardy Event GmbH.

Warum ist die Feier am 27. Oktober im Schlosscarree die letze?

Eigentlich sollte die letzte Party ja 2009 sein und bleiben. Das Team hat sich aber dafür eingesetzt, dass es zum 15-jährigen bestehen der Agentur noch eine allerletzte Fiestaphobia gibt, um den Ursprung der Firma aus der Idee von Kai und Robert noch einmal aufleben zu lassen. Außerdem haben wir mit der eves_it AG einen Hauptsponsoren gefunden, der sich ebenfalls dafür eingesetzt hat, dass die Veranstaltung noch ein letztes Mal stattfinden kann.

Was geht in dir vor, wenn du an diesen Abend denkst?

Wie auf alle Veranstaltungen freue ich mich natürlich auch auf diese. Das Team steckt in den letzten Vorbereitungen und alle sind ganz aufgeregt. Auch für uns ist die letzte Fiestaphobia schließlich etwas Besonderes, da sie eine große Rolle im Braunschweiger Nachtleben spielt bzw. gespielt hat. Es ist und bleibt aber immer ein toller Moment, eine Veranstaltung „live“ zu begleiten, die man monatelang oder länger aufwändig vorbereitet hat.

Was ist das Besondere an der Location?

Das Schlosscarree weist (anders als z.B. die Burgpassage) abzweigende Gänge auf. Durch den Gesamtaufbau der Veranstaltung wird es in verschiedenen Ecken etwas zu entdecken geben und eine kleine Underground-Tanzfläche wird man sogar etwas suchen müssen. Natürlich spielt auch die Lage eine große Rolle, zentraler im Herzen von Braunschweig könnte die Fiestaphobia kaum stattfinden.

Was steht alles auf dem Programm?

Drei Floors, mehrere Bars und 16 DJs für jeden Musikgeschmack versprechen eine bunte Partynacht. Mehr müssen die Gäste selbst vor Ort erleben.

Wie viel Gäste werden am 27.10.2018, 22:00 Uhr, im Schlosscarre, erwartet und bis wann wird gefeiert?

Es sind bereits sehr viele Tickets verkauft, die genaue Zahlt ändert sich fast stündlich und je näher die Fiestaphobia kommt, desto höher wird die Schlagzahl. Wer vor Mitternacht an die Abendkasse kommt, könnte nach aktuellem Stand noch Chancen auf Einlass haben. Auch für die Tickets gilt Einlass bis 00:00 Uhr. Mit dieser Regelung optimieren wir die Kapazitätsauslastung der Location und können im Durchlauf mehr Leuten Einlass gewähren. Sonst wäre das Vorverkaufskontingent jetzt schon erschöpft. Wir feiern bis in die Morgenstunden, hierbei darf man allerdings die Zeitumstellung nicht außer Acht lassen: In der Fiestaphobia-Nacht werden die Uhren auf die Winterzeit zurückgestellt, sodass man von 3:00 Uhr bis 2:00 Uhr eine Stunde länger feiern kann.

Habt ihr schon mal daran gedacht einen Klub zu eröffnen?

Braunschweig bietet verschiedene attraktive Clubs und eine Großraumdiskothek. Kai und Robert wollten mit ihrer Idee der Fiestaphobia nie in Konkurrenz zu den hiesigen Diskotheken treten, sondern das aktive Nachtleben um einige Besondere Highlights ergänzen. Die Fiestaphobia wird nach aktuellem Vorverkaufsstand ein voller Erfolg, dennoch wird sich die Agentur auch in Zukunft in erster Linie um den immer weiterwachsenden Kundenstamm im geschäftlichen Bereich kümmern.

Wird es irgendwann und irgendwo mal wieder eine Party von euch geben?

Mit Sicherheit wird es keine Fiestaphobia mehr geben – am 27. Oktober findet wirklich die allerletzte statt. Was darüber hinaus unter Umständen in den nächsten Jahren passieren mag, darüber sollten wir in Zukunft noch einmal sprechen.

Der Lageplan der letzten Fiestaphobia. Foto: Blome & Pillardy Event GmbH.

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