3. März 2021
Szene-News

Buchrezension: Das große Los

Wann dürfen wir wieder reisen? Diese Frage beschäftigt wohl zurzeit insbesondere die Weltenbummler unter uns. Wer sich zumindest gedanklich in fremde Länder und Kulturen träumen will, ist mit dem Buch "Das große Los" von Meike Winnemuth gut beraten.

12 Monate, 12 Städte

Ein Jahr lang das alte Leben hinter sich lassen und jeden Monat in einer anderen Stadt zuhause sein? Klingt für viele wie ein Wunschtraum, der sich aufgrund beruflicher und familiärer Hindernisse einfach nicht umsetzen lässt. In „Das große Los“ erzählt Meike Winnemuth, wie sie bei Günther Jauch eine halbe Millionen gewann und einfach losfuhr. Und: Wieso sie das ganze Geld überhaupt nicht gebraucht hätte.

Das große Los: In 12 Monaten um die Welt

Ihre Erlebnisse dokumentiert Meike sowohl schriftlich als auch mit kleinen Collagen.

Meike Winnemuth ist freie Journalistin für das SZ Magazin, den Stern und Geo Saison. Im Jahr 2010 ist sie Kandidatin bei Günther Jauchs Dauererfolgssendung „Wer wird Millionär“ und sahnt stolze 500.000 Euro ab. Dass man anstatt Dingen lieber Momente und Erfahrungen sammeln sollte, weiß die damals 50-Jährige und sagt selbstbewusst: „Mit dem Geld will ich ein Jahr raus aus Deutschland und jeden Monat in einer anderen Stadt wohnen. Immer am Ersten hin und am Einunddreißigsten wieder weg.“ Schon oft hatte sich die Autorin vorgenommen, sich einmal die Zeit zu nehmen, all die Orte zu erkunden, die sie immer schon einmal sehen oder besser kennenlernen wollte. Das gewonnene Geld sollte ihr nun endlich die Sicherheit geben, ihr Vorhaben umzusetzen.

12 Monate, 12 Städte

Am ersten Tag des Jahres 2011 ist es dann soweit. Erstes Ziel? Sydney. Von dort geht es weiter – nach Buenos Aires, Mumbai, Shanghai, Honolulu, San Francisco, London, Kopenhagen, Barcelona, Tel Aviv, Addis Abeba, Havanna und wieder zurück in die Heimat Hamburg. Außer der Stationen und ihrer Unterkünfte für die jeweils ersten Tage plant Meike nichts, sondern stürzt sich mittenrein in das Abenteuer Reisen. Jeder Stadt ist dabei ein eigenes Kapitel gewidmet, diese realisiert die Autorin in liebevollen Briefen an daheimgebliebene Familie, Freunde und Bekannte. In den Briefen schildert Meike Winnemuth einerseits Land und Leute, aber auch, wie es ihr persönlich bei ihrer Reise geht und was sie bewegt. Gefolgt werden die Kapitel von 10 Dingen, die sie dort gelernt hat. Und so wird dem Leser von  Kapitel zu Kapitel klar: Für das Reisen muss man vor allem eines sein: offen und unvoreingenommen.

Kultur, Menschen und viel Emotion

In „Das große Los“ werden wir mitgenommen auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle, irgendwo zwischen Weltbejahung und Heimweh – wobei Erstere fast immer gewinnt. Je nach Stadt und Kultur verändert sich auch die Autorin und ihr Blick auf die Dinge. Doch ihre weltoffene und positive Einstellung trägt den Leser federleicht durch die insgesamt 329 Buchseiten. Ein persönlicher Reisebericht, der mehr von den inneren Erlebnissen zeugt, statt von äußeren Faktoren. Meike Winnemuth tut das, was sie als Kolumnistin am besten kann: beobachten, hinhorchen und schreiben. Die feinen Details des Alltags und die kleinen sowie großen Fragen des Lebens aus ihrer subjektiven Perspektive, die sie stets mit einem Augenzwinkern kommentiert, machen „Das große Los“ zu einem Must-Read!

Wir finden: Gerade zur jetzigen Zeit das perfekte Buch, um sich das Fernweh zu bewahren und von dem nächsten Reiseziel zu träumen.

Günstige Exemplare von „Das große Los“ gibt es zum Beispiel auf www.medimops.de

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Das große Los – von Meike Winnemuth

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