Braunschweiger Rapper: Vom Block zum größten Studio

Der Hip-Hopper Cesar im Interview zur neuen Single „Resume“.

Cesar feiert Leute, die ihr eigenes Ding machen, kreativ und authentisch sind. Foto: Point 54 Studio.

Rapper Cezary alias Cesar ist mit seinem Bruder und Beatbastler Rafael Gdanietz alias Whizpas einer der prägendsten Protagonisten und emsigsten Antreiber der Braunschweiger Hip-Hop-Szene. Unter dem Namen Point 54Studio betreiben sie im Rebenpark eine Agentur für Eventmanagement, Video,- und Musikproduktion und veranstalten Hip-Hop-Partys und Live-Gigs mit vielen Szene-Stars. Nun hat Cesar seine neue Single „Resume“ veröffentlicht. Szene38 sprach mit ihm.

Der Braunschweiger Rapper will positive Messages vermitteln und viel aus seinem Leben erzählen. Anfang 2019 erscheint seine neue EP. Foto: Point 54 Studio.

 

Cesar, warum hat es sieben Jahre gedauert mit einem neuen Song?

Ich denke es liegt daran, dass ich zusammen mit meinem Bruder, die letzten Jahre sehr mit unserem Point 54 Studio beschäftigt war. Nachdem wir bis 2011 mit unserer damaligen Gruppe Gangdalero fünf Jahre im Studio waren und über 30 Songs recorded hatten, ist das Projekt aus persönlichen Gründen gescheitert. Ich habe auch ein wenig die Lust und Motivation verloren und Geld verdienen musste ich ja auch irgendwie

Um was geht es auf deiner Single?

„Resume“ erzählt unsere Geschichte. Ich erzähle über unsere letzten Releases,  unsere Selbstständigkeit, unsere Veranstaltungen und den Weg vom Block bis zum größten Studio Braunschweigs.

Warum sind die Hip-Hop-Pioniere Afrob und DJ Stylewarz mit Features dabei?

Mein Bruder und ich stehen halt auf Oldschool-Vibes und somit auch auf DJ-Cuts auf Beats. So war auch unser Wunsch auf diesen ersten Song ein paar coole Scratches zu bekommen. Wir haben DJ Stylewarz den Song geschickt und er war sofort begeistert und hat uns seinen Part geschickt. Afrob haben wir gefragt, ob es ok wäre, wenn wir die alten Aufnahmen von unserem Balkon in der Weststadt benutzen können. Er hat uns grünes Licht gegeben und später als wir uns auf dem Out 4 Fame Festival (wo wir für das „Recap“-Video engagiert waren) wiedergetroffen haben, hat er uns nochmal erzählt, dass ihm der Song sehr gefällt und wir gute Arbeit geleistet haben. Das hat uns natürlich sehr gefreut und wir sind stolz darauf, dass gleich zwei Hip-Hop Legenden auf „Resume“ vertreten sind.

Wie würdest du deinen Rap-Stil beschreiben? Wer sind deine musikalischen Vorbilder?

Es ist schwierig, das selber zu beschreiben. Ich würde sagen, ich passe mich da immer den Beats an und mein Style variiert somit von Beat zu Beat. Es ist immer eine neue Herausforderung und ich möchte mich da auch nicht unbedingt festlegen. Ich achte immer drauf, dass alles verständlich ist und lege viel Wert auf Lyrics. Vorbilder gibt es viele auch wenn ich jetzt nicht unbedingt Namen parat habe. Ich feiere immer Leute, die ihr eigenes Ding machen, kreativ und authentisch sind und dann damit erfolgreich sind. Davon gibt es im Moment sehr viele in Deutschland.

 

Deutsch-Rap ist aktuell das erfolgreichste Musik-Genre. Was sind die Gründe dafür? 

Ich glaube, dass liegt zum einen daran, dass die Beats musikalischer und tanzbarer sind und auch in Clubs gespielt werden. Somit spricht die Musik ein größeres Publikum an, als nur den normalen, kopfnickenden Hip-Hopper. Zum anderen sind viele Künstler authentisch und das erkennen die Jugendlichen. Auch der Zeitgeist ist ein anderer als damals. Früher wurdest du als „sell out“ bezeichnet, wenn du es in die Charts geschafft hast – heute bist du ein „Opfer“, wenn du nicht Gold gehst oder mit deinem Album nicht auf der 1 landest, überspitzt gesagt. Das zeigt ja dann auch, dass die meist jungen Hörer ihre Stars unterstützen, sich die Musik kaufen oder Millionen Mal streamen.

Welche Rap-Acts feierst du momentan am meisten?

Ich feiere Vieles im Moment. Ich war von dem neuen Eminem-Album sehr beeindruckt und aus Deutschland höre ich zur Zeit viel Haze aus Karlsruhe und Taimo aus Hamburg. Aber auch Lenny Morris aus Bremen hat eine sehr starke EP rausgebracht, den wir 2015 schon bei unserem MoTrip-Konzert  im Eulenglück kennengelernt haben.

Dope Beatz und heißer Kaffee: Die Men in Black Cezary und Rafael. Foto: Point 54 Studio.

 

Anfang 2019 soll deine neue EP erscheinen. Was kann man erwarten?

Auf jeden Fall einen freshen und neuen Sound mit dem wir Braunschweig problemlos repräsentieren können. Die EP wird komplett von meinem Bruder Whizpas produziert und an weiteren hochkarätigen Gästen sind wir auch schon dran. Lyrisch werde ich weiterhin versuchen, eine positive Message meinen Zuhören zu vermitteln und viel aus meinem Leben erzählen, was ich erlebt, gesehen und gehört habe.

Wird es zukünftig auch wieder Point 54-Hip-Hop-Partys in Braunschweig geben?

Da wir im Januar das ehemalige Okerwerk-Fotostudio übernommen haben und das Ganze viel Zeit in Anspruch nimmt,  haben wir erst mal eine kleine Pause im Eventbereich gemacht. Am 9. November 2018 haben wir aber unser nächstes Live-Konzert mit Haze aus Karlsruhe, der im Rahmen seinen Zwielicht Tour auch im Braunschweig spielen wird. Ein faszinierender Künstler, den sich alle Hip-Hop-Fans unbedingt angucken sollten. Das Konzert findet im Stereowerk statt, wo ich im Vorprogramm auch ein kleines Set spielen werde.

^