Bosse: Der König von Braunschweig – Szene38
21. August 2013
Szene-News

Bosse: Der König von Braunschweig

Braunschweig. „Oh nein, schon wieder Samstag – und ich trinke alleine Bier.“ Als hätten sie es für genau jenen Abend geschrieben, passte der Song „Nachtbaden“ von Madsen perfekt zum Konzert am Sonnabend mit Tonbandgerät, Bosse und Madsen auf der Raffteich-Bühne.

„Hättest du nicht Lust, mit mir den Abend zu verbringen? Gegen den Frust – wir könnten Nachtbaden gehen.“ Gleich 5000 Gäste waren mit dabei.
Eröffnet wurde der Abend von Tonbandgerät. Die vier Hamburger Jungs und Mädels gewannen den New Music Award 2012, sind in den vergangenen Monaten kräftig durchgestartet.

Es folgte das Heimspiel: „Bosse, der König von Braunschweig“ war an der Reihe – so hatte ihn Madsen-Frontmann Sebastian beschrieben. Sein aktuelles Album „Kraniche“ hat er nahezu komplett im Süden aufgenommen, ein Song ist dafür innerhalb und für die Region entstanden: „Schönste Zeit“. Eigens dafür hatte sich „Aki“ im Schlucklum in Lucklum einquartiert.

Das Publikum zeigte sich bei den Songs ausgesprochen textsicher, der Heimvorteil war auf seiner Seite. Bei Bosse sorgte das für „Ganzkörpergänsehaut“. Eine Hälfte des Albums entstand in Istanbul, ebenso der gleichnamige Song. Für den gebürtigen Braunschweiger der Anlass für ein politisches Signal: „Wir singen das Lied für Demokratie und Meinungsfreiheit“. Überhaupt zeigte sich Bosse energiegeladen, impulsiv und enthusiastisch. Seine gute Laune ist hochgradig ansteckend. „Bosse = Energiemultiplikator“, schrieb im Anschluss eine Frau auf seine Facebook-Seite. Das bringt es auf den Punkt. Zum Abschluss durften die Musikbegeisterten noch Teil des Ankündigungsvideos für den „Bundesvision Song Contest 2013“ werden, der am 26. September in Mannheim stattfindet. Der charmante Strahlemann wird dabei Niedersachsen vertreten.

Während Bosse in den Sonnenuntergang spielte, rockten zum Abschluss Madsen im Schein des Mondlichts. „Schön, mal wieder hier zu sein“, eröffnete Sebastian Madsen den Auftritt. Vergangenes Mal spielten sie im Jahr 2009 gemeinsam mit den Toten Hosen, Silbermond, Ohrbooten – und auch Bosse – bei „Braunschweig rockt!“ im Eintracht-Stadion. Statt einer gemeinsamen Schwimmrunde gab es dann im Raffteichbad eine gemeinsame Springrunde. Nachdem sich Bruder Sascha Madsen als Sänger von „Perfektion“ beweisen durfte, bekam auch Gast-Sänger Mario eine Chance. Im Löwen-Kostüm und Eintracht-Trikot durfte er, als Freund der Jungs, seinen Junggesellenabschied mit einer Gesangseinlage abrunden. „Zwischen Harz und Heideland“ sollte es werden – ganz geklappt hat es nicht. Ob es an dem unleserlichen Notizzettel oder doch dem fortgeschrittenen Promillegehalt lag, erfuhr das Publikum nicht.
„Da ist ein Schwimmbad in der Nähe“. Genauer wollten und durften die Musiker von Madsen es nicht sagen, bei einem anderen Konzert habe ein direkter Aufruf zum gemeinsamen „Nachtbaden“ zu leichten Unstimmigkeiten geführt. Nichtsdestotrotz: Rein musikalisch war der Abend mindestens ein Sprung vom Zehn-Meter-Turm. Aufregend und kraftvoll.

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