• Home
  • > >
  • 20 Jahre Schwanensee – ein Interview mit Geschäftsführer Christian Lemke

20 Jahre Schwanensee – ein Interview mit Geschäftsführer Christian Lemke

„Das ist ein Teil meines Herzens“

Es gibt nur wenige Klubs in Braunschweig in denen bis heute exzessiv gefeiert wird. Im Schwanensee am Gieseler 3, ganz oben im Partyturm, kann man den Alltag vergessen und unvergessliche Partynächte erleben – und das seit mittlerweile 20 Jahren. Pünktlich zum Geburtstag des „roten Wohnzimmers“ wurde der Kult-Klub komplett entkernt, umgebaut, mit neuem Mobiliar und Equipment bestückt und erstrahlt nun im neuen Glanz. Das Schwanensee ist erwachsen geworden und doch jung geblieben – wie sein Geschäftsführer Christian Lemke. Szene38 sprach mit ihm über euphorische Glücksmomente und die Schattenseiten des Nachtlebens. Über die bewegte Vergangenheit, schwierige Gegenwart und ungewisse Zukunft der Diskotheken-Szene.

Rotes Licht aus den neu verkleideten Fenstern flutet den Eingangsbereich. Foto: Paul Grumer
Rotes Licht aus den neu verkleideten Fenstern flutet den Eingangsbereich. Foto: Paul Grumer

Christian, die Räumlichkeiten im dritten Obergeschoß am Gieseler 3 haben eine lange Feier-Historie. Wie ging es hier los?

In den 50er Jahren war hier mal das Kreiswehrersatzamt drin. In den 60er Jahren ging es dann los – da hieß das Ding „Etage“, das war eines der ersten Tanzlokale in Braunschweig. Seitdem wird gefeiert und getanzt. Die ersten richtigen Diskotheken kamen dann Anfang der 80er rein – das „Ritz“ und dann das „Leukoplast“. Beide wurden von „Spitze“ Wiegand geführt. 1990 hat das Dimas Sourjadi das „Kiwi“ hier aufgemacht und noch unter ihm wurde der Laden 1998 in „Schwanensee“ umbenannt. Deswegen feiern wir jetzt den ganzen September auch das 20-jährige Schwanensee-Jubiläum.

War dein Bruder Tim, heute einer der Geschäftsführer der Strauß-Lemke-Gruppe, die diverse Klubs und Restaurants in der Braunschweiger Innenstadt betreibt, damals schon Teil davon?

Mein Bruder hat hier schon unter Dimas an der Kasse gesessen. Und als dieser dann mit dem „Velvet“, der „Cafe Tasse“ und dem „Americano“ groß wurde, war Tim so eine Art Betriebsleiter. Ich habe 1998, kurz vor meinem Abitur, als Gläsersammler angefangen. Im Jahr 2001 hat Tim den Laden von Dimas abgekauft und als 2005 das erste „42Fieber“ aufgemacht hat, war ich hier Betriebsleiter.

Mit Pulli und Mütze – der Captain im Schwanensee. Foto: Paul Grumer
Mit Pulli und Mütze – der Captain im Schwanensee. Foto: Paul Grumer

Was war 1998 die DNA des Schwanensee?

Ohne überheblich klingen zu wollen: Die DNA war eigentlich, dass der Laden der einzige coole Club in der Stadt war. Es gab noch das „Jolly Joker“ und das „Atlantis“, aber das Schwanensee war so ein kleiner Club für die lässigen Leute. Der Welfen-Rollerfahrerklub Braunschweig war beispielsweise viel hier – wenn du nicht reingekommen bist, warst du angeschmiert (lacht).

Was sonst noch besonders?

Hier wurde und wird exzessiv gefeiert – das macht das Schwanensee bis heute aus. Es wird getanzt, gefeiert, die Leute sind mittendrin. Wir legen auch viel Wert darauf, dass die Mitarbeiter viel Spaß haben – es wird auch schon mal hinter und auf der Theke tanzen. Es wurde schon immer ehrlich und anständig gefeiert, es war nie Schickimicki-Schuppen in dem es um das Sehen und gesehen werden geht.

Das heißt, hier kann man sein, wie man möchte?

^