2. Juli 2020
Sport

„Nie mehr, dritte Liga, nie mehr!“

Jubel, Gesänge und Feuerwerk: Eintracht Braunschweig gewinnt 3:2 gegen Waldhof Mannheim und steigt wieder in die 2. Bundesliga auf - ein legendärer Abend

Eintrachts Top-Torschütze der Saison: Martin Kobylanski bejubelt hier mit Leandro Putaro ein Tor. Edel-Techniker Kobylanski schoss 18 Tore! Foto: DFL/DFB/MagentaSport

Der Verein Eintracht Braunschweig musste in den vergangenen Monaten harte, schwierige und unruhige Zeiten bewältigen. Wirtschaftlich und sportlich. Doch, wie es im Leben immer so ist, gibt es nach einem Tief auch immer ein Hoch. Nach der Dunkelheit kommt Licht. Nach dem Regen scheint irgendwann auch wieder die Sonne. Und die schien (trotz Regenschauern) beim Abendspiel am 1. Juli 2020 gegen den SV Waldhof Mannheim besonders hell.

Ein kleines Fußballwunder

Es passiert und gelang etwas mit dem eigentlich niemand vor circa zwei Monaten gerechnet hätte: Eintracht Braunschweig steigt auf und kehrt sensationeller weise zurück in die 2. Bundesliga! Ein kleines Fußballwunder. Und dabei musste man Ende Juni noch eine besonders bittere Niederlage verdauen. Im Gastspiel beim FSV Zwickau steuerte Drittligist Eintracht Braunschweig in der 90. Minute  noch auf Siegkurs. Doch dann kam alles ganz anders: Die Mannschaft von Trainer Marco Antwerpen kassierte in der Nachspielzeit gleich zwei Treffer! Und musste am Ende trotz zweimaliger Führung mit einer bitteren 2:3 (1:0)-Pleite nach Hause fahren. Das musste erst einmal verarbeitet werden….

Ein frühes Tor von Martin Kobylanski

Die „Löwen“ verpassten gegen Zwickau einen Matchball und damit einen möglicherweise vorentscheidenden Schritt in Richtung Zweitliga-Aufstieg. Doch das Team von Trainer Marco Antwerpen bewies Nervenstärke, Moral und zeigte im Heimspiel am 1. Juli 2020 gegen den starken SV Waldhof Mannheim, was in ihm steckt. Antwerpen hatte im Vergleich (zum Auswärtsspiel gegen den FSV Zwickau) seine Mannschaft auf sechs Positionen verändert. Und die legte von Beginn an gut los: Merveille Biankadi passte im Strafraum uneigennützig auf Top-Stürmer Martin Kobylanski der bereits in der 5. Minute zum 1:0  traf. Sein 17. Saisontreffer. Ein frühes Tor. Doch die ersatzgeschwächten Waldhofer wehrten sich in einem kurzweiligen Spiel. Nach einem Standard köpfte Gerrit Gohlke unbedrängt zum 1:1-Ausgleich ein. Eintracht erhöhte nun wieder die Schlagzahl, agierte insgesamt aggressiver und stabiler. Die Blau-Gelben drängten auf ein Tor, was Manuel Schwenk kurz vor der Pause mit einem Kopfball (nach Vorlage von Marc Pfitzner) zum 2:1 gelang.

Den Sieg über die Zeit gerettet

Der Regen strömte im Eintracht-Stadion an der Hamburger Straße – und Mannheim kam nach Wiederbeginn aktiv zurück. Eintracht geriet zunehmend unter Druck. Erst verfehlte Arianit Ferati das Tor, doch dann traf Valmir Sulejmani in der 59. Minute zum 2:2-Ausgleich. Es kam zu einem intensiven Schlagabtausch in der verbliebenen Spielzeit mit Chancen auf beiden Seiten. Und wieder war es Kobylanski, der bei Eintracht ablieferte. Nach einer schwachen Kopfballabwehr der Gäste traf er in der 73. Minute mit einem satten Direktabnahme-Volleyschuss zum zweiten Mal an diesem Abend (und zum 18. Mal in dieser Saison). Am Ende rettete Eintracht den wichtigen Heimsieg mit viel Kampf, Können und etwas Glück über die Zeit. Abgekämpft, erschöpft und durchgeweicht freuten sich die Blau-Gelben über den knappen Gewinn. Doch es kam sogar noch besser…

Wichtige Nachrichten auf der Großbildleinwand

Aus Ingolstadt kam die freudige Nachricht von der 0:2-Pleite der „Schanzer“ gegen den 1. FC Magdeburg. Doch es wurde noch ein weiteres wichtiges Ergebnis im Eintracht-Stadion an der Hamburger Straße sehnsüchtig erwartet: Wie spielte der MSV Duisburg, der vom langjährigen ehemaligen Eintracht-Coach Torsten Lieberknecht trainiert wird, gegen Tabellenführer Bayern München II!? Da diese Partie später begonnen hatte, konnten bzw. mussten die Eintracht-Profis nach ihrem Spiel auf der Großbildleinwand mitfiebern Auch diese Begegnung war ein spannendes hin und her. Der MSV Duisburg ging bei der Bayern-Reserve in der 84. Minute mit 2:1 in Führung. Doch Leon Dajaku traf noch zum 2:2 in der 92. Minute. Das bedeutete den Aufstieg von Eintracht Braunschweig!

Mehrere tausend Fans feierten das Team und den Aufstieg

Riesenjubel im und um das Stadion an der Hamburger Straße. Die Rückkehr in die 2. Bundesliga (nur zwei Jahre nach dem Abstieg und ein Jahr nach dem Fast-Abstieg aus der 3. Liga) war geschafft! Vor der Arena feierten später mehrere tausend Fans das Team und den ersehnten Aufstieg. Die Eintracht-Profis standen währenddessen an den Hinterausgängen der Haupttribüne. Fan-Liebling Marc Pfitzner, der ein starkes Spiel zeigte, feuerte die Fans euphorisch an. Leuchtraketen, lautstarke Jubelgesänge und mehrere Autokorsos durch die Stadt machten diesen Abend unvergesslich. „Der BTSV ist wieder da!“ – und das ist gut so.

Auch interessant