28. Juni 2016
Kunst & Kultur

Sommerkino: Kunst, Kultur und Film

Studentisches Projekt im Garten des Kunstvereins geht in die fünfte Runde - mit Zusatztermin.

Kult und Klassiker gibt es bei dem Sommerkino im Kunstverein zu sehen. Nun präsentierte der Verein das Programm für das 2016. Lennart Hauk und Karina Gauerhof, Vorsitzende des Sommerkino-Vereins, freuen sich auf die mittlerweile fünfte Ausgabe. Foto: Falk-Martin Drescher.

Als reines studentisches Vorhaben gestartet, hat sich das Sommerkino mittlerweile zu einer echten Institution im Jahresprogramm der hiesigen Open-Air-Veranstaltungen entwickelt. Ein Verein mit mehr als 20 Aktiven stellt auch in diesem Jahr eine sehenswerte Filmauswahl zusammen: Am Freitag den 8. Juli wird mit „Lola rennt“ gestartet.

All die, die schon in den vergangenen Jahren die charmante Veranstaltungsreihe im Garten des Kunstvereins besuchten, kennen das Procedere: Rechtzeitiges Erscheinen ist mehr als nur ein Geheimtipp. Rund 2.600 Besucher zogen die Filmvorführungen im vergangenen Jahr an. Rekord. In diesem Jahr wird mit einem mindestens ebenso großen Zuspruch gerechnet. „Wir würden uns allerdings freuen, wenn sich das Interesse gleichmäßiger auf die Abende verteilt“, schmunzelt Pia Guckert aus dem Presseteam des Vereins. Maximal 500 Besucher finden im Garten Platz – zudem ließe auch die Lizenz der Filmverleiher kein größeres Publikum zu.

Blickt man auf den Zuspruch, liegt der Gedanke nahe: Wieso kein Veranstaltungsort mit mehr Platz, einer umfangreicheren Kapazität? Das Sommerkino jedoch lebt von genau diesem urbanen Flair, das im Garten des Kunstvereins entsteht. Die Filme werden in Liegestühlen genossen – derweil zur Verfügung gestellt von Partner BS|Energy – auf Decken, manchmal auch in Schlafsäcken oder schlicht auf dem Boden. Es ist kuschlig: Selbst bei ungemütlichem Wetter, das die Initiatoren an ihren Veranstaltungsabenden passenderweise nur äußert selten erleben, kommen reichlich Filmfreude zusammen. Dann wird eben unter einem Regenschirm oder in die Jacke eingekuschelt geschaut. Kein Problem.

Deutsche und internationale Filmklassiker und Kultstreifen

Die Auswahl der diesjährigen Werke fand bereits im vergangenen Winter statt. Die Koordination mit Verleihern & Co erfordert einiges an Vorlaufzeit – außerdem organisieren die Aktiven des am Altersschnitt gemessen jungen Vereins, etwa Studenten der HBK und TU Braunschweig, das beliebte Format neben ihren Jobs oder neben dem eigentlichen Studium. Bereits fest ins Line-Up geschafft haben es in diesem Jahr: „Lola rennt“, „Dr. Strangelove or: How I learned to stop Worrying and Love the Bomb“, „The Neverending Story“, „Misery“, „Death on the Nile“ und „Grease“. Hinzu kommt die gewohnte Abschlussvorstellung (in diesem Jahr am 18. August) – dann wird der vom Publikum votierte Wunschfilm präsentiert. Dem aufmerksamen Sommerkino-Fan fällt auf: Der Verein hat in 2016 gleich 7 Termine eingeplant. „Der Auftakt ist gleichzeitig ein Zusatztermin“, erklärt Guckert. Sie ergänzt: „Er bietet sich vor allem für die Interessierten an, die etwa freitags früh arbeiten müssen. An einem Freitagabend gibt es dann keine Ausrede mehr.“

Rund 20 Aktive kümmern sich um das Sommerkino-Format. Foto: Falk-Martin Drescher.
Rund 20 Aktive kümmern sich um das Sommerkino-Format. Foto: Falk-Martin Drescher.

Jule Hillgärtner, Direktorin des Kunstvereins zeigte sich sichtlich erfreut, dass das Sommerkino wieder zu Gast im Kunstverein ist. Sie erläutert: „Bei uns findet nichts statt, was nicht auch einen Bezug zu unserer Arbeit hat. Außerdem zeigen die gemeinsamen Veranstaltungen: In diesem Rahmen lassen sich entspannt ganze Abende bei uns verbringen.“ Auch in diesem Jahr werden passend zu den Vorstellungen etwa wieder kostenfreie Führungen für die laufende Gruppenschau-Ausstellung „Process, Performance, Presence“ angeboten. „Die Verflechtung gelingt uns wirklich schön.“ Guckert fügt hinzu: „Es ist gleichermaßen ein Anreiz für die, die sonst nicht im Kunstverein vorbeischauen würden.“

Abstimmungen für Wunschfilm – Einreichungen für Vorprogramm

Für den Wunschfilm, der am 18. August gezeigt wird, können die Besucher der vorigen Vorstellungen abstimmen. Eine weitere Aktion: Der Kurzfilmwettbewerb. Filmemacher aus der Region können ihre Werke einreichen, die Besten werden jeweils vor dem eigentlichen Film des Abends vorgeführt. Auch Bands sind aufgerufen: Sie sind eingeladen ihre Musikvideos einzureichen. Anfang Juli ist Einsendeschluss.

Auf die Frage hin, ob sich das Sommerkino gerne eine größere Zuschauerkapazität wünsche, führt Gauckert aus: „Mehr Platz muss nicht unbedingt von Vorteil sein. Die Atmosphäre hier ist sehr schön – Kunst, Kultur und Film gehören einfach zusammen.“ Gäste als auch Veranstalter sind sich einig: Dieses Format hat Charme. Eine denkbare Option hingegen könne ein zusätzlicher Ort sein. Aktuelle Kooperationen wie die „CampusKino“-Reihe sind erfolgreiche Beispiele dafür. Auch mit dem Braunschweig International Film Festival gebe es beispielsweise eine Zusammenarbeit.

Das Sommerkino: Ein Schaufenster von Kreativen der HBK

Annette Schütz, Leiterin der Unternehmenskommunikation bei BS|Energy, fügt in puncto Kooperation hinzu: „Eine attraktive Stadt liegt uns am Herzen. Wir finden es hier besonders schön, dass die Wurzeln der HBK in die Stadt getragen werden.“ Seit Start des Sommerkinos vor vier Jahren ist das Unternehmen als Partner mit an Bord. Neben AStA und StuPa wird der engagierte Verein auch von mehreren Stiftungen, darunter der Stiftung Braunschweiger Land, der Stiftung Braunschweiger Kulturbesitz und der Braunschweigischen Sparkassenstiftung unterstützt.

Pia Gauckert (re.) und weitere Teammitglieder stellten das diesjährige Programm vor. Foto: Falk-Martin Drescher.
Pia Gauckert (re.) und weitere Teammitglieder stellten das diesjährige Programm vor. Foto: Falk-Martin Drescher.

Für die herzhafte und süße Verpflegung an den Abenden sorgt die Makery aus dem Magniviertel. „Café, Bar und Wohnzimmer: Hier wird auf ein Konzept mit regionalen und fair gehandelten Produkten sowie mit Liebe zubereiteten Speisen gesetzt“, heißt es von den Initiatoren. Einlass gibt es jeweils um 20 Uhr, der Beginn der Vorführungen richtet sich nach dem Einbruch der Dunkelheit und wird auf circa 21 Uhr geschätzt. Um 20:30 Uhr werden jeweils Führungen in die Gruppenschau des Kunstvereins angeboten. Das Mitbringen von eigenen Decken und Speisen zum Sommerkino ist ausdrücklich erwünscht – eine kulinarische Verpflegung gibt es allerdings auch vor Ort. Das Mitbringen von Tieren sowie das Grillen auf dem Gelände ist allerdings untersagt. Der Eintritt ist und bleibt frei.

Weitere Informationen zu den Filmen und Details zu der Veranstaltungsreihe sind auf www.facebook.de/sommerkinobraunschweig und sommerkino-braunschweig.de zu finden. Übrigens: Der Verein freut sich stets über neue Aktive.


Das Programm in der Übersicht:

  • 08. Juli: Lola rennt
  • 14. Juli: Dr. Strangelove or: How I learned to stop Worrying and Love the Bomb
  • 21. Juli: The Neverending Story
  • 28. Juli: Misery
  • 04. August: Grease
  • 18. August: Wunschfilm

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