17. September 2022
Kunst & Kultur

Gestrandet in Moria: „Nasim“ im Universum Filmtheater

Das Universum Filmtheater zeigt ausgezeichneten Dokumentarfilm „Nasim“. Zu Gast sind die Regisseure Ole Jacobs und Arne Büttner sowie etwa auch Mariça Rapior und Andreas Klepp von der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Gestrandet in Moria, dem größten Flüchtlingslager der EU, kämpft Nasim gegen ihre eigenen Ängste und die Widrigkeiten des Camps für ein selbstbestimmtes Leben. Als das Lager im September 2020 komplett abbrennt, scheint alle Hoffnung erloschen. Foto: Rosenpictures.

Gestrandet in Moria kämpft die Afghanin Nasim gegen ihre eigenen Ängste und die Widrigkeiten des Camps für ein selbstbestimmtes Leben. Zu sehen ist „Nasim“ am Montag (19. September) im Universum Filmtheater. Im Anschluss wird zu einer Diskussion mit den Regisseuren Ole Jacobs und Arne Büttner sowie mit Mariça Rapior und Andreas Klepp von der Rosa-Luxemburg-Stiftung und Mitgliedern der Seebrücke Braunschweig geladen.

Zum Film: Nasim ist 38 Jahre, stammt aus Afghanistan und kam im Februar 2020 als Geflüchtete aus dem Iran über die Türkei nach Griechenland. Moria, das größte Flüchtlingslager der EU, wurde zwangsweise zum Wohnort für Nasim. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Shamsullah, ihren beiden Söhnen und der erweiterten Familie, versucht Nasim das harte Leben im Camp zu überstehen. Ihre emotionslose Zwangsehe, in die sie im Alter von 13 Jahren gedrängt wurde, beginnt sie nun mehr und mehr in Frage zu stellen. Ihre Schwester versucht sie zu einem neuen, unabhängigen Leben zu motivieren, doch Nasims eigene Unsicherheiten und Ängste scheinen ihr im Weg zu stehen.

Um in Europa bleiben zu dürfen, muss sie ihre Asyl- Anhörung gemeinsam mit ihrem Ehemann bestehen, dessen Vergangenheit sie kaum kennt. In der Nacht vom 8. auf den 9. September 2020 zerstört ein Großbrand das komplette Lager, und Nasim und ihre Familie stehen vor dem Nichts. Es folgen Demonstration, Obdachlosigkeit und Polizeigewalt. Doch Nasim kämpft weiter um ihre Zukunft.

Das Werk wurde mit dem DEFA Förderpreis und dem ver.di-Preis für Solidarität, Menschlichkeit und Fairness bei der DOK Leipzig 2021 ausgezeichnet. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Niedersachsen statt – Beginn ist am 19. September um 19 Uhr im Universum Filmtheater. Weitere Informationen zu „Nasim“ gibt es auf der Filmwebsite.

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