Jochen Malmsheimer flucht und poltert in Wolfsburg – Szene38
19. Januar 2020
Kabarett

Jochen Malmsheimer flucht und poltert in Wolfsburg

In „Dogensuppe Herzogin – Ein Austopf mit Einlage“ regt sich der Kabarettist u.a. über die „bimssteinerne Generalverblödung“ auf

Mann mit Mütze und Grips: Jochen Malmsheimer kämpft gegen Arschlochdichte und Idiotenkonzentration, die Sackgesichtsüberfülle und Kackbratzendurchseuchung. Foto: Mangiacasa

Dieser Mann ist eine Wucht. Eine Wort-Wucht. Jochen Malmsheimer ist eine verbale und körperliche Ausnahmeerscheinung in der deutschen Kabarett-Landschaft.

Von Tresenlesen zu „Neues aus der Anstalt“

In den 1990ern wurde der gebürtige Essener durch das Kabarett-Duo Tresenlesen, das er zusammen mit Frank Goosen bildete, bekannt. Mitte der 2000er machte er besonders durch seine Gastauftritte in der ZDF-Politsatire-Sendung „Neues aus der Anstalt“ mit Urban Priol und Georg Schramm auf sich aufmerksam.

Akribie, Detailverliebtheit und Leidenschaft

Das Besondere an Jochen Malmsheimers Programmen: Mit unglaublicher Akribie und Detailverliebtheit seziert er die profanen Dingen unseres Alltags. Mal hält er ein flammendes Plädoyer für die richtige Zubereitung eines Wurstbrots, mal berichtet er von den Tücken des Zugreisens. Mit großer Wort- und Stimmgewalt fällt Malmsheimer über diese Banalitäten und Trivialitäten her, zerpflückt alles in die kleinsten Einzelteile. Und das mit jeder Menge Leidenschaft, Wortwitz und Humor.

Arschlochdichte und Idiotenkonzentration

Warum Kabarett heutzutage wichtiger denn je ist, erklärt Jochen Malmsheimer so: „Die gefühlte Arschlochdichte und Idiotenkonzentration, die Sackgesichtsüberfülle und Kackbratzendurchseuchung, die allgemeine, bimssteinerne Generalverblödung und präsenile Allgemeinabstumpfung, kurz: die cerebrale Fäulnis in diesem Land war, subjektiv gefühlt, immer schon hoch, aber nun lässt sich dieses trübe Faktum nicht mehr nur im Experiment nachweisen, sondern ist für uns alle, die wir über ein entwickeltes humanoides Sensorium, über Geist, Witz, Verstand und Geschmack verfügen, fühlbar im Freiland angekommen“.

Ein Kampf mit dem „Schwert der Poesie“ in Wolfsburg

Und weiter: „Und dort im Freiland zelte ich, bereit, sich diesem geradezu enzephalen Unsinn, gegürtet mit dem Schwert der Poesie, gewandet in die lange Unterhose tröstenden Mutterwitzes und weiterhin unter Verzicht auf jegliche Pantomime, in den Weg zu stellen“. Alles verstanden? Wenn nicht, klärt der Kabarett-Meister gerne auf. Am 25.  Januar, 20:00 Uhr, flucht, poltert und zetert Malmsheimer im Spiegelsaal des Congresspark Wolfsburg. Tickets dafür gibt es hier: https://www.konzertkasse.de

 

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