• Home
  • > >
  • Sebastian Fobe, einer der bekanntesten Fitness-Experten der Region, im Interview

Sebastian Fobe, einer der bekanntesten Fitness-Experten der Region, im Interview

Der Hannoveraner war bei „Bachelor in Paradise“, „Der Bachelorette“, „Fort Boyard" und „Ninja Warrior“ im Körper-Einsatz

Trotz anstrengender Dreharbeiten und zwischenmenschlicher Scharmützel hat der Hannoveraner auch viele positive Erfahrungen bei verschiedenen Fernsehshows gemacht. Foto: Sebastian Fobe

Sebastian versucht bei Fitnessübungen immer kreativ zu sein, probiert gerne viel aus und kombiniert. Foto: RTL

Mit zwei Dingen kennt er sich besonders gut aus: Mit Fitness und mittlerweile auch mit dem Fernsehen. Sebastian Fobe, smart-sympathischer Sportler aus der Region, arbeitet seit 2005 als lizensierter Fitness-und Personal-Trainer in verschiedenen Studios. Zufällig kam er 2016 zum und ins Privatfernsehen. Im Juni 2017 nahm der Hannoveraner an der vierten Staffel der Kuppelshow teil, bei der 20 Männer um das Herz einer Frau kämpfen. Ein Jahr später folgte seine Teilnahme bei der RTL-Show „Bachelor in Paradise“. Ende 2018 kämpfte er in der Neuauflage der Sat.1-Abenteuerspielshow „Fort Boyard“ und beim Promi-Special von „Ninja Warrior“. Ein authentischer Typ, der immer wieder neue Herausforderungen sucht und meistert. Szene38 unterhielt sich mit ihm bei seinem Besuch im BZV Medienhaus.

Sebastian, wie würdest du dich in ein paar Worten selbst beschreiben?

Humorvoll, bodenständig, loyal, sportlich.

Welche Sportarten hast du als Kind und Jugendlicher gemacht?

Ich habe mit sechs Jahren angefangen Basketball zu spielen. Zwischendurch habe ich in Garbsen bei Hannover auch Leichtathletik gemacht und zudem als Jugendlicher zu Hause an den Sportgeräten meines Vaters trainiert.

Welcher ist dein Basketball-Lieblingsverein und wer sind deine Lieblingsspieler?

Die Chicago Bulls mit Michael Jordan. Die Neunziger Jahre waren meine und seine Ära. Ich habe sogar ein Chicago Bulls-Tattoo. Ein weiteres Vorbild ist Koby Bryant von den Los Angeles Lakers.

Warum hast du Fitness zu deinem Beruf machen?

Ich wollte nicht wie andere zu Volkwagen und auch nicht ins Büro. Damals habe ich einen Mittelweg gesucht – und nach einem Praktikum bei Fitness First den neu geschaffenen Beruf des Sport- Fitnesskaufmanns erlernt. So bin ich in die Fitnessbranche gekommen.

Du arbeitest seit dem Jahr 2005 als lizensierter Fitnesscoach. Was reizt dich an diesem Beruf?

Das sportliche und vielseitige. Immer wenn ich auf der Trainingsfläche unterwegs bin, geht es mir gut. Die Arbeit mit Menschen macht mir viel Spaß.

Wie sieht dein Alltag aus?

Ganz unterschiedlich. Ich arbeite in einem Fitnessclub, in einem Mikrostudio und als Personal-Trainer. Manche Tage sind durchgetakteter bei mir, manche dagegen ruhiger.

https://www.instagram.com/p/Bu_VNNplO5E/

Wie motivierst du dich selbst und deine Kunden?

Ich bin auch nicht immer motiviert (lacht). Ich habe da keinen Kniff, versuche es bei meinen Kunden immer über das menschliche.

Wo, wann und wie oft trainierst du am liebsten?

Ich trainiere circa zwei bis fünf Mal pro Woche in zwei verschiedenen Studios, aber ungern morgens (lacht). Gerne ganz für mich allein mit Kopfhörern im Ohr.

Was hörst du, wenn du trainierst?

Gemäßigten R’n’B, aber auch mal Nu Metal der Neunziger Jahre von Bands wie Limp Bizkit oder Linkin Park. Je nach Tagesform.

Welche Art von Training praktizierst du

Ich der Regel mache ich klassisches Krafttraining. Meine Leidenschaft sind Functional Training und Athletiktraining.

Wenn du dein Training auf drei Übungen reduzieren müsstest, welche wären das?

Kniebeugen, Klimmzüge und Bankdrücken. Damit hat man alles abgedeckt.

Was macht einen guten Fitnesscoach aus?

Auf jeden Fall Einfühlungsvermögen. Als Fitnesscoach bin ich zu 80 Prozent Psychologe. Und du musst, das machen viele nicht, über den Tellerrand hinausgucken. Man muss viel mit den Kunden probieren, darf sie aber nicht überfordern.

Die Ausbildung zum Personal Trainer ist in den letzten Jahren deutlich anspruchsvoller geworden. Welche Qualifikationen hast du erworben?

Ich habe im Jahr 2008 freiwillig eine Personal-Trainer-Lizenz gemacht. Leider ist dieser Begriff nicht geschützt. Das macht das Business umso schwerer. Ich habe auch eine Sport- und Reha-Ausbildung gemacht und mich beständig weitergebildet.

Kann man dich als Privat-Trainer buchen?

Ja, stundenweise. Mich kann man offiziell über mein Studio buchen.

Von wem oder was lässt du dich für deine Kurse und Übungen inspirieren?

Ich versuche immer kreativ zu sein, probiere viel aus und kombiniere.

Hast du Vorbilder im Fitnessbereich?

Vielleicht Arnold Schwarzenegger, denn er war eine Legende die den Fitnessbereich stark geprägt. Ansonsten sehe ich die Branche sehr kritisch. Vor allem im Social-Media-Bereich muss man vorsichtig sein, was dort angeboten wird.

Bodybuilding war nie reizvoll für dich?

Nein, denn dazu hätte ich auf verbotene Substanzen zurückgreifen müssen und das war nie mein Ding.

Wie wichtig ist die richtige Ernährung?

Ernährung ist der wichtigste Faktor. Dazu kommt noch Regeneration. Ich lege schon Wert darauf, sage aber den Kunden auch, dass er nicht auf alles verzichten muss. Das muss Im September 2018 warst du auch bei der Neuauflage der Sat.1-Abenteuerspielshow „Fort Boyard“ dabei. Was waren die härtesten Aufgaben bei dieser Geschicklichkeits-, Action- und Denk-Aufgaben-Show?  Das Klettern auf dem schwebenden Riesenrad? Höhenangst? Weitere Ängste? einfach im Verhältnis stehen.

Woran erkennt man ein gutes Fitnessstudio?

Für den einen ist es die Optik: Neue Geräte und alles durchdesignt. Für den anderen ist es die gute , kompetente Beratung. Ein gutes Studio sollte die Kombination aus guter „Hard- und Software“ sein.

In den USA sind Fitnesstracker, Smartwartches und andere Wearables der Fitnesstrend Nummer eins im Jahr 2019. Warum sollte man diese benutzen?

Das kann durchaus sinnvoll sein, wenn man mit einer Puls-Uhr, Kalorien- und Schrittzählern arbeitet. Viele Menschen brauchen diese Visualisierung damit es im Kopf ankommt. Die brauchen Statistiken, Zahlen und Farben. Das kann motivierend sein.

Wie stehst du zu Nahrungsergänzungsmitteln?

Die sind unerlässlich – egal für welchen Sport. Wichtig ist, zu wissen woher es kommt und was drin ist. Ich empfehle ein gutes Eiweißpräparat und BCAAs, das sind essentielle Aminosäuren. Die kann jeder nehmen, der Sport treibt.

Für wie wichtig hältst du den Body-Mass-Index (BMI)?

Der wird noch viel zu oft genutzt. Nach dem BMI ist jeder Bodybuilder adipös, also fettleibig. Denn der BMI bewertet nur das Körpergewicht eines Menschen in Relation zu seiner Körpergröße. Das funktioniert nicht immer.

Es sind immer mehr Daten verfügbar mit denen man Leistungen vergleichen kann. Das nutzen mittlerweile viele Fitnesstreibende, um sich in Wettbewerben zu messen. Was hältst du davon?

Wettbewerb kann immer gut sein. Ich mag es und finde es motivierend.

Der Challenge-Trend ist auch im Fernsehen populär. Du warst im November 2018 Kandidat beim Promi-Special von „Ninja Warrior“. Wie hart war der Parcours?

Ich habe den ersten Parcours geschafft und bin im zweiten an der „Himmelsleiter“ (Salmon ladder) gescheitert. Beim Umstecken hatte ich Probleme. Meine Hebelwirkung war nicht gut genug. Der Parcours bei „Fort Boyard“ war aber härter.

Was musstest du dort machen?

Ich musste bei „Fort Boyard“ verschiedene Geschicklichkeits-, Action- und Denk-Aufgaben absolvieren. Das war alles viel rougher und umfangreicher. Ich musste unter anderem auf einem schwebenden, 15-Meter hohen Alu-Riesenrad herumklettern und gegen meine Höhenangst ankämpfen. Augen zu und durch. Außerdem musste ich Tauchen und eine Sit-up-Challenge machen. Das war das bislang beste und anstrengendste. Hat viel Spaß gemacht.

Was hältst du von der Kraft-Show „Superhero Germany“ und der Trampolin-Show „Big Bounce“?

Ich finde das alles super unterhaltsam und toll, dass es so viel Interesse daran gibt. Und es sind krasse Athleten dabei. Das sollte man nicht unterschätzen. Da sind manchmal auch vermeintliche Hänflinge in Aktion, die super durch den Parcours kommen. Fitness ist sehr breit gefächert. Solche Fernsehsendungen pushen natürlich auch Menschen in die Fitnessstudios zu gehen.

https://www.instagram.com/p/BqPFwxiFzxM/

Für viele Fitnessfans lautet das Motto: Alles in der Community. Was sind die Vorteile von Gruppentraining?

Der größte Vorteil des Gruppentrainings: Man motiviert sich gegenseitig. Man trifft sich. Mädels gehen eher in Kurse, als alleine auf der Fläche an Geräten zu trainieren. Andere ziehen einen mit ihrem Ehrgeiz mit.

Bis 2017 war hochintensive Intervalltraining (HIIT ) die Nummer eins unter den Fitnesstrends in den USA. Wie beurteilst du das Training mit maximalem Ergebnis in kurzer Zeit?

Mache ich auch und gebe auch Kurse dazu. Es ist ein intensives Ganzkörpertraining. Man muss den Teilnehmern Übungsvarianten anbieten und genau gucken, wer dabei ist und wie belastbar der Einzelne ist.

Wann sollte man Einzeltraining machen?

In der Fitnessbranche findet eigentlich jeder etwas für sie. Einzeltraining ist schone eine Art Luxus. Ein persönlicher Coach bringt einen aber natürlich weiter. Das ist schon ein ganz anderes, persönlicheres und intensiveres Arbeiten. Das hat schon Vorteile.

Welche Sportart würdest du gerne einmal ausprobieren?

Ich würde gerne wieder mehr Basketball spielen und mal American Football ausprobieren. Das ist ein Männer- und Kontaktsport. Nicht so ein Weichei-Sport wie Fußball, wo die Spieler schnell mal hinfallen. Da bekomme ich immer die Krise (lacht).

Um sich gegenseitig zu motivieren, Tipps und Tricks auszutauschen, hilft das Smartphone, Social Media oder Apps wie Freeletics oder Runtastic. Was hältst du davon?

Alles was motivierend wirkt, ist gut. Da kann man mit arbeiten. Man sollte sich aber vor allem mit seinem Körper und den Übungen beschäftigen und sich nicht zu sehr auf den Bildschirm konzentrieren.

Für wie wichtig hältst du die Tageszeitung?

Ich finde sie wichtig, denn das ist noch richtiger, sachlicher und kritischer Journalismus. Das ist einfach etwas anderes als mal kurz bei Facebook oder Instagram zu gucken. Dort ist alles individuell und von Gefühlen geleitet – das hat man bei Tageszeitungen nicht. Hier zählen Fakten. Ich lese Zeitung aber vor allem auf meinem Handy.

Du hast viel im Fernsehen gemacht. Was hat dich daran gereizt?

Ich bin ein Typ, der Herausforderungen, das Risiko mag. Fernsehen ist sehr oberflächlich und schnelllebig. Viele Leute, die dort zu sehen sind, sind aufgesetzt und nicht authentisch.

Trotz Fernsehpräsenz hat sich für Sebastian im Privatleben nichts geändert.Er ist der Gleiche geblieben. Foto: RTL

Wie bist du zum Fernsehen gekommen?

Durch einen Zufall. Ich habe mich Anfang 2016 mit ein paar Fotos und Sätzen auf eine Fernsehwerbung für den „Bachelor“ beworben. Die Sendung hat mich begeistert, auch wenn sie stumpf ist. Ich hatte dann eine Anfrage für „Die Bachelorette“ und war beim Casting in Köln. So bin ich da hineingerutscht. Anfang 2017 wurde die vierte Staffel fünf Wochen lang in einer Villa im spanischen Marbella gedreht.

Wie lautet dein Resümee von „Die Bachelorette“? 

Das Ganze war eine Extremsituation. Ich hatte in dieser Zeit kein Handy, kein Internet, war nur mit der Situation und den Menschen Drumherum konfrontiert. Das war eine super Erfahrung. Ich habe dabei sehr viel, auch über mich, gelernt. Das war eine Mischung aus entspannten Urlaub und harten Job. Der Dreh der ersten „Nacht der Rosen“ hat 14 Stunden lang gedauert.

Im Mai 2018 warst du auch bei „Bachelor in Paradise“ auf Koh Samui. Was hat dir besonders viel Spaß gemacht?

Auch das war ziemlich stressig. Dort war ich aber nur drei Wochen lang im Einsatz. Man ist letztendlich der Show und dem Sender ausgeliefert. Was einen nicht umbringt muss man akzeptieren. Es hat mich charakterlich weitergebracht. Man lernt im Leben am meisten von Menschen – und den entsprechenden Situationen, die daraus entstehen.

Wie hat sich dein Leben und du dich persönlich durch die Präsenz im Fernsehen verändert?

Klar sprechen mich nun mehr Menschen an, aber ansonsten bin ich komplett der Gleiche geblieben. In meinem Privatleben hat sich nichts geändert. Und das wird auch so bleiben.

Liest du Artikel über dich in der Presse und den sozialen Medien?

Ich lebe nicht für Instagram. Und ich lese kaum Artikel über mich – vor allem keine Kommentare. Da kann man sich direkt die Pulsadern aufschlitzen. Ich versuche das Ganze mit Abstand zu betrachten.

Was sind aktuelle und zukünftige Projekte im Fernsehen?

Da wird etwas kommen. Da kann ich zurzeit aber noch nichts darüber sagen.

Wirst du der neue Bachelor?

Nein, das werde ich nicht (lacht).

Wie sind deine kurz- und langfristigen Ziele im Fitnessbereich?

Das habe ich gelernt, das ist meine Leidenschaft die immer bleiben wird. Ein eigenes Fitnessstudio zu betreiben wäre zum Beispiel nichts für mich. Ich bin aber immer bereit für coole Projekte im Fitnessbereich.

Welche Träume möchtest du dir noch erfüllen?

Heirat, ein, zwei Kinder, Hund und Haus – das muss irgendwann kommen. Das würde mich freuen.

^