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Die Two-Doors-Betreiber Ilyas Öztürk und Atakan San im Interview

Fleisch und Whiskey in einem besonderen Braunschweiger Bar-Restaurant

"Als wir die Location gefunden haben, waren es zwei Locations. Das eine war die ehemalige Eselsbrücke und das andere der Gastraum. Dann hatten wir die Idee mit den Two Doors, zwei Türen." Fotos: Tarik Kettner.

Von Tarik Kettner

Braunschweig wandelt sich – vor allem das Magniviertel. Eine der interessantesten neuen Locations ist das Two Doors. Das Bar-Restaurant eröffnete voriges Jahr in den ehemaligen Räumen der Kneipe Eselsbrücke. Szene38 traf sich mit den zwei Betreibern, dem 26-jährigen Ilyas Öztürk und dem 26-jährigen Atakan San, zum Interview.

https://www.facebook.com/szene38/videos/2382803235287844/

Ilyas, Atakan, trotz wenig Gastronomieerfahrung habt ihr beide voriges Jahr das Two Doors eröffnet. Was sind eure Beweggründe?

Ilyas Öztürk: Wir wollten etwas Eigenes machen. Einen Ort, wo wir selber hingehen können und uns wohlfühlen. Wir beide kennen uns schon Ewigkeiten. Das hat einfach mit uns gepasst. Wir hatten die Idee ein Restaurant zu eröffnen, haben zwei Jahre lang nach einer passenden Location gesucht und diese dann hier im Magniviertel gefunden.

Atakan San: Ein gemeinsames Restaurant war schon immer ein Traum von uns. Irgendwann haben wir dann gedacht: „Ey, den Traum müssen wir jetzt langsam verwirklichen. Sonst nimmt uns den Traum irgendjemand weg.“  Mein Vater hat uns am Anfang viel mit seinen Kontakten geholfen.

Wie verliefen die ersten Monate?

Öztürk: Der erste Monat war spannend. Und die nächsten Monate hatten wir gar keine Zeit zum Atmen (lacht).

San: Wir hatten am Anfang ein paar Schwierigkeiten auf unsere Gäste – und allgemein auf andere Sachen – zuzugehen. Das hat sich aber schnell gewandelt. Wir wollen unsere Gäste zufrieden stellen, dass diese mit einem Lächeln nachhause gehen.

Öztürk: Das ist auch nochmal was Anderes, wenn man Inhaber ist. Als Wirt muss man sich ja anders geben. Das kann man nicht lernen, da wächst man rein.

Was macht denn einen guten Gastgeber aus?

Öztürk: Freundlichkeit, immer. Jetzt im Moment sagen wir zu gar nichts nein. Es ist alles möglich bei uns. Auf Wünsche gehen wir immer ein.

San: Wichtig ist auch, dass der Gast nicht gelangweilt ist, von dem eintönigen Essen, sondern dass er ein Erlebnis hat, was er auch weitergeben kann. Dass er auch den Leuten sagen kann: „Ich war im Two Doors und habe etwas erlebt“.

Wie groß war das unternehmerische Risiko?

San: In der Anfangszeit, vor allem bei Schwierigkeiten mit dem Umbau, hatten wir einige schlaflose Nächte. Die Eröffnung hat sich immer weiter nach hinten geschoben. Wir haben oft zusammengesessen und uns gefragt: „Was machen wir jetzt?“.

Wie würdet ihr das Two Doors in ein paar Worten beschreiben?

Öztürk: Es ist eine Wohlfühloase. Sehr einladend. Sechs Tische und sieben Grills stehen im Restaurantbereich. Bei uns steht aber nicht zu hundert Prozent das Essen im Vordergrund, sondern das gesamte Erlebnis. Man kann, wenn man möchte, auch nur entspannt einen Wein oder Whiskey trinken. Wir haben von 16:00 Uhr bis 23:00 Uhr in der Woche geöffnet, am Wochenende bis 1:00 Uhr. Der Gast soll sich hier fallen lassen, sich nicht fremd, sondern richtig wohl fühlen. Ich glaube das erreichen wir ganz gut. Es ist herzlich und warm hier drinnen. Wir nehmen jeden gut auf.

Woher stammt das Fleisch, das man direkt am Tisch selbst grillen kann?

San: Unser Fleisch kommt täglich frisch aus der Region. Von einem Bio-Bauern aus Seesen. Da kann man hinfahren, sich die Tiere auch angucken, wenn man möchte. Der Schlachter macht es dann für uns fertig, dass wir nur noch das Messer anlegen müssen.

Welche Sorten bietet ihr an?

San: Lammkotelettes und Lammrücken. Rinderrumpsteak, Entrecôte und Filet. Außerdem Hähnchen und Pute eingelegt in unserer speziellen Gewürzsoße. Außerhalb dieser Sachen haben wir Empfehlungstafeln, die sich jede Woche ändern. Da bieten wir zum Beispiel Tiger-Garnelen. Das Fleisch wird in 100er Grammportionen serviert, damit der Gast viele Fleischsorten probieren kann.

Öztürk: Für Gruppen haben wir zudem gemischte 500-Gramm- und 1000-Grammplatten.

Wie lange wird das Fleisch gegrillt?

San: Der Grill ist relativ schnell heiß. So ein Fleischstück, die alle mundgerecht geschnitten sind, braucht eine maximale Grillzeit von vier Minuten bis man Medium erreicht. Wir sind aber immer da und erklären den Gästen genau, was sie tun müssen.

Was gibt es bei euch als Beilagen?

Öztürk: Kartoffelecken, Ratatouille-Gemüse und Reis. Wir bieten rund 20 kalte Beilagen an. Zwei Gäste wählen beispielsweise immer drei Beilagen, die sie dann miteinander teilen.

Ihr seht beide schlank aus. Esst ihr nur die Beilagen?

Öztürk: Wir haben keine Zeit mehr zum Essen (lacht).

Was ist das Besondere am Barbereich?

Öztürk: Der Barbereich kam eigentlich nur zufällig dazu. Als wir die Location gefunden haben, waren es zwei Locations. Das eine war die ehemalige Eselsbrücke und das andere der Gastraum. Dann hatten wir die Idee mit den Two Doors, zwei Türen.

Wie kamt ihr auf das Interieur?

San: Wir sind Fans von klassischen englischen Chesterfield-Möbeln und diesem Vintage-Look. Deswegen kamen für uns nur diese schweren eleganten Sofas in Frage. Wir sind dafür extra in die Türkei geflogen, um dort auch die Tische und Stühle zu besorgen.

Öztürk: Wir haben sehr auf das Detail geachtet. Das sieht man auch an den Tellern und an dem Besteck, in denen überall das Logo gebrandet ist. Das ist einfach ein Wiedererkennungswert. Holz. Fachwerk. Chesterfield. Das passt einfach zusammen. Wie die Faust aufs Auge.

Wie seid ihr dazu gekommen verschiedenste Whiskeys anzubieten?

Öztürk: Das ist entstanden, als wir die Location gefunden haben. Getrennte Räume hatten wir ja. Es muss halt immer auch zum Look passen. Was passt zum Fleisch? Was haben andere nicht in Braunschweig? Wir haben uns dann entschlossen eine Whiskey-Bar daraus zu machen. Rund 30 Whiskeys haben wir im Angebot, wechseln immer wieder die Sorten und Marken. Wir bieten zum Beispiel japanische, deutsche Whiskeys, schottische, kanadische und amerikanische an. Natürlich probieren wir alle Whiskeys, die wir haben, damit wir den Gästen das entsprechend empfehlen können.

Was macht einen guten Whiskey aus?

Öztürk: Ich glaube das ist Geschmackssache. Whiskey hat eine große Breite an Geschmackssorten –da gibt es von ganz torfig bis ganz mild.

Was gehört noch zu einem Whiskey-Abend dazu?

San: Gute Musik. Bei uns läuft immer Lounge-Musik. Ein bisschen Kubanisch auch. Außerdem gibt es bei uns Zigarren. Die darf bei unseren Stammkunden nicht fehlen. Einige von ihnen haben ihre eigenen Zigarren bei uns in einem kleinen Humidor gelagert.

Fußballstar Franck Ribery hat sich mit einem goldenen Steak fotografieren lassen. Wie fandet ihr das?

San: Das gibt es bei uns leider noch nicht (lacht). Wir hatten aber mal Steak mit Knochen. Das kam eigentlich auch nicht schlecht an. Die Gäste haben sich gefreut, wenn ich das Fleisch für die zurechtgeschnitten habe. Blattgold-Steaks wird es bei uns erstmal nicht geben…

Öztürk: … außer wenn sich Ribery bei uns anmeldet.

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