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Der Braunschweiger Rapper FarB macht „Sowas wie Musik“

Zweite EP, erstes Video und Konzert schon bald in der Lissabon Bar

FarB, hier mit Produzent Psilokid, fusioniert 90er-Jahre-Rap mit alten 80s-Synth-Vibes und modernen Trap-Drums. Foto: Privat

Braunschweigs vielfältiger Rap-Underground brodelt gewaltig. Viele kreative Künstler arbeiten an ihren originären Sounds und Skills. Fast jeden Monat veröffentlichen neue und bereits bekannte Acts ihre Songs und Videos. Einer von ihnen: FarB. Am 16. Mai 2019 ist der Braunschweiger Rapper live in der Lissabon Bar. Szene38 unterhielt sich mit ihm.

„Meine Musik soll jeden Menschen auf irgendeiner Ebene herausfordern, sich zu entwickeln und sei es nur der Workaholic, der morgens auch mal den Wecker ignoriert und ordentlich ausschläft.“ Foto: Privat

Fabius, wie, wann und warum bist du zur Musik gekommen?

Wow, Musik ist, soweit ich mich erinnern kann, schon immer mein stetiger Begleiter gewesen, durch jedes High, durch jedes Low, Musik war immer da. Manchmal weniger, manchmal mehr. Ich glaube mein erstes Instrument hatte ich mit 11 Jahren in der Hand. Mit 14 Jahren habe ich dann angefangen eigene Texte zu schreiben, hauptsächlich, um mit dem ganzen Shit, der so um mich herum passierte, klar zu kommen. Der Rest ist Geschichte.

Wie ist dein Künstlername FarB entstanden und was bedeutet dieser?

Witzige Story: Ich war im Jahr 2015 auf einer Party, so eine von denen, bei der man mit zwei Augen ankommt und mit drei wieder geht. Auf jeden Fall war da so ein Typ, hoch intelligenter Mensch, der hat mit Edding die Wände angemalt, wohl irgendein Kunstprojekt. Er fragte mich in einer Mischung aus Spanisch, Englisch und Hochdeutsch wie denn mein Name sei, ich antwortete mit „Fabi“ und er schrieb kurzer Hand FarB an die Wand, wörtlich übersetzt „Weit-Sein“. To be far wird zu FarB, ich war verliebt.

Wie würdest du deinen Sound beschreiben?

Mein Sound ist flexibel. Ich versuche so viel wie möglich mit anderen Künstlern zu kollaborieren. Ich liebe es, neue Ideen zu entwickeln und mit kreativen Menschen zu arbeiten. Ich glaube, ich würde mich langweilen, hätte ich einen definierbaren Sound. Natürlich versucht man trotzdem innerhalb eines Release die Stimmung wie auch die Farbe der Musik beizubehalten. Bei „Sowas wie Musik“  zum Beispiel, welches ich mit Psilokid produziert habe, haben wir versucht, alte 80s-Synth-Vibes mit modernen Trap-Drums und 90er-Jahre-Rap zu vereinen.

Wie viel Songs hast du bereits veröffentlicht?

Unter dem Künstlernamen FarB habe ich jetzt meine zweite EP herausgebracht. Die erste namens „Amplitude“ mit fünf Songs und jetzt „Sowas wie Musik“ mit vier Songs.

Um was geht es in den Songs?

Zu 90 Prozent um persönliche Themen mit denen sich jeder identifizieren kann. Manchmal super ehrlich und straigt to the point und manchmal hinter einer kleinen Geschichte von Mann und Meer versteckt. Motivationsschwäche und Selbstliebe werden in „Sowas wie Musik“ sehr groß geschrieben. Der Eröffnungstrack „Matrix“ spricht stark das Problem der durch Instagram und Konsorten suggerierten Schönheitsideale an, mit denen so viele Menschen zu kämpfen haben.

Wie wichtig ist die Gesellschaftskritik?

Was heißt Gesellschaftskritik? Unsere Gesellschaft, wie auch jedes andere in sich schlüssige System, besteht aus nicht mehr als der Summe seiner Teile. Einfach gesagt, aus jedem Menschen, der sich darin bewegt. Meine Musik soll jeden Menschen auf irgendeiner Ebene herausfordern, sich zu entwickeln und sei es nur der Workaholic, der morgens auch mal den Wecker ignoriert und ordentlich ausschläft. Man kann also sagen, das Gesellschaftskritik alles ist, worum es in meinen Texten wirklich geht – kinda.

Wer sind deine musikalischen Vorbilder?

Tua, sein Album „Grau“ von 2009 prägte mich in meiner Entwicklung als Rapper und Producer wie kein zweites. Motrip, seine Kombination aus Skills und Texten, die einen dazu bewegen etwas zu bewegen sind in Deutschland beispiellos. Gallant, eine unglaubliche Stimme.

Von wem oder was lässt du dich für deine Texte inspirieren?

Wie schon erwähnt, lasse ich mich viel von anderen Menschen inspirieren. Es gibt aber auch Sessions, in denen ich alleine in meinen vier Wänden sitze und mich voll und ganz auf mich und meine Gefühle konzentriere und aufschreibe, was die Finger mir diktieren.

Mit wem würdest du gerne einmal zusammenarbeiten?

Tua, Punkt!

Wo wurde das Video „Wäre was“ mit Psilokid gedreht? Welche Rolle spielt Braunschweig in deinem Leben?

Ich glaube keine Location schreit so nach Braunschweiger Musikvideo wie das glorreiche Karstadt Parkdeck, einfach nur ein wunderschöner Blick auf unsere Stadt. Braunschweig ist meine Heimat, egal wo ich hingehe, ich komme immer wieder hierher zurück. Die Welt ist wunderschön, aber Braunschweig, meine Familie, meine Liebe, ist schöner.

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Wie würdest du dich und deinen Lifestyle beschreiben?

Ich bin der Inbegriff von lass es uns einfach tun. Ich hasse es zu warten. Ich hasse es Pläne zu schmieden aber niemals Schwerter. Treffe ich eine Entscheidung, dann gibt es keinen Plan B. Ich bin alles oder nichts, 120 Prozent oder gar nichts. Ride or die.

Was sind deine kurz- und langfristigen Ziele als Musiker?

Die nächste EP, das nächste Album, das nächste Mixtape. Stagnation ist mein einziger Gegner.

Was passiert am 16. Mai beim Konzert in der Lissabon Bar in Braunschweig?

„Real Tallk“ wird passieren. Drei Ikonen der Braunschweiger Underground-Hip-Hop-Kultur reißen einen Abend lang alles ab und bringen den absoluten Realtalk zurück in unsere Stadt. Freut euch auf Juke381, JPen und meine Wenigkeit. Es wird Heftig. Juke381 treibt die Deutschrap-Skills ans Limit. JPen präsentiert stolz sein frisches absolutes Killer Album „mein Einfallsreich“. Und ich runde die ganze Geschichte mit dem gewohnten Deep Shit ab.

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