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Der Braunschweiger DJ Krys von Bloom im Interview…

... und heute im LOFT: "Unser Ziel ist es, im Großraum Südostniedersachsen die Partykultur wieder ein wenig zu beleben."

"Wenn die Leute eine super Nacht hatten, dann habe ich alles richtig gemacht!" Christopher, einer der sechs Braunschweiger DJs von "Shudan", hat uns von seinen Zielen erzählt. Fotos: Privat

Erst Helmstedt, dann Wolfsburg: Das „Kollektiv Shudan“, bestehend aus sechs DJs aus Braunschweig, bringt den etwas anderen Sound in unsere Region38. Wie? Mit ihrer eigenen Veranstaltungsreihe, an der mehrere Clubs unserer regionalen Partyszene beteiligt sind. Und den Anfang macht Helmstedt: Die erste sogenannte „Showcase“ findet heute, 8. März, im Helmstedter Club LOFT statt. Downtempo, Drum’n’Bass – DJ Krys von Bloom hat uns alles darüber erzählt. Lest hier unser exklusives Interview.

Christopher, stelle dich doch bitte kurz vor.

Mein Name ist Christopher Blome – Künstlername Krys von Bloom – bin 26, ursprünglich wohnhaft in Königslutter, seit knapp 5 Jahren in meiner Wahlheimat Braunschweig. Ich habe im Jahre 2013 mein Abitur im Gymnasium am Bötschenberg in Helmstedt erfolgreich absolviert. Danach folgte ein duales Studium, in welches eine Ausbildung zum Speditionskaufmann mit anschließendem Bachelor of Arts in Richtung Transport- und Logistikmanagement integriert war. Ab Anfang April werde ich mich noch in Hannover ein wenig im Bereich Sounddesign und Audio Engineering fortbilden.

Wie, wann und warum bist du zur Musik gekommen?

Alles begann im zarten Alter von 5 Jahren, als mich meine Mutter beim Keyboard-Unterricht angemeldet hat. Mit 13 Jahren hatte ich dann nicht mehr ganz so viel Lust auf Keyboard. Irgendwann brachte mich ein Klassenkamerad dazu, neben dem Zocken TechnoBase.FM zu hören. Eines Tages hörte ich dann eine Hardstyle Radioshow und da war es um mich geschehen. Ich wollte auch unbedingt meine Lieblingsplatten auflegen. Nach der Konfirmation kaufte ich mir vom durch Bekannte und Freunde erhaltenen Geld 2x Technics SL 1200 und begann mit Vinyls im Bereich Gabber.

Irgendwann ging es dann von Gabber über Hardstyle zu Drum and Bass. Lustigerweise hörte ich einen DnB-Mix von Camo & Krooked, in dem dann auf einmal ein Temposwitch kam und Techno gespielt wurde. Als ich Treibsand von Stephan Bodzin hörte dachte ich mir nur “wooow” und begann mit einer Techno-Playlist. Das ist jetzt etwa dreieinhalb Jahre her. Irgendwann folgte im Büroalltag der Punkt, in dem ich irgendwie einen kreativen Ausgleich brauchte. Dort wurde dann kurzerhand Ableton Live gekauft. Neben zahlreichen Software Synthesizern steht bei mir nun auch ein wenig Hardware in meinem kleinen Homestudio rum.

Wie würdest du deinen Sound beschreiben?

Eine akkurate Beschreibung dafür zu finden ist eigentlich schwierig. Das ganze ist auch immer ein bisschen abhängig von der Stimmung und vom Gig. Bei Open Airs spiele ich am liebsten einen etwas deeperen und melodischen Sound, in dunklen Nachtclubs darf es auch gerne mal Acid und Dark Techno sein. Im Grunde brauche ich aber immer eine Melodie, am besten auch bei dröhnendem Techno. Irgendetwas was einen emotional mitreißt, was einem das Gefühl gibt, dass man irgendwie über die Tanzfläche schwebt.

Und wo, wie und mit wem produzierst du deine Sets und Tracks?

In Sachen Producing nutze ich Ableton Live. Ich habe da jetzt etwa dreieinhalb Jahre Erfahrung gesammelt und langsam komme ich an einen Punkt wo ich wirklich zufrieden mit meinen Eigenproduktionen bin. Dieses Jahr werden auf jeden Fall noch einige Releases kommen. Als einzigen Kollaborationspartner habe ich dabei den Solist, mit dem dieses Jahr auch einige Produktionen releaset werden. Mit ihm bin ich auch häufiger in seinem Studio in Hannover. Die Sets nehme ich in der Regel zu Hause auf. Wenn sich die Möglichkeit bietet und der jeweilige Clubbetreiber ein Aufnahmegerät hat dann werden die Livesets auch aufgenommen und veröffentlicht.

Wie viele Sets hast du bereits veröffentlicht?

Insgesamt 11 Stück.

Wer sind deine musikalischen Vorbilder? Oder wen siehst du als Inspiration?

Stephan Bodzin, Trance, Tale Of Us, von guter Musik im allgemeinen. Manchmal auch einfach von Geräuschen und/oder Rhytmen aus dem Alltag. Manchmal ertappe ich mich dabei, wie ich einfach auf irgendetwas herumtrommle und versuche die Rhytmen in Ableton nachzubauen.

Mit wem würdest du gern einmal zusammenarbeiten?

Stephan Bodzin, Tale Of Us, Super Flu, Andhim. Einfach aus dem Grund, dass Stephan Bodzin und Tale Of Us für mich Melodic Techno auf einem absolut guten Level produzieren. Super Flu & Andhim aus dem etwas housigeren Bereich da dies mehr oder weniger meine ersten Lieblingskünstler war und sich deren Sound mit der Zeit (positiv) verändert hat, trotzdem aber weiterhin hochwertig blieb.

Was steckt hinter der eigenen Veranstaltungsreihe? Und was hat es mit dem Kollektiv auf sich? 

Wir sind sechs DJs aus Braunschweig, die sich Ende letzten Jahres als “Kollektiv Shudan” formiert haben. Unser Ziel ist es, einen etwas anderen Sound zu etablieren. Einige DJs spielen Downtempo, ich bediene z.B. als einziger das Drum and Bass Genre. Unser Ziel ist es, im Großraum Südostniedersachsen die Partykultur wieder ein wenig zu beleben.

Unsere erste „Showcase“ wird dabei am 8. März im Loft Club Helmstedt stattfinden. Helmstedt war mir ein besonderes Anliegen, da in Sachen elektronischer Musik seit dem Wegfall des alten Holiday Tanzpalastes nicht mehr allzu viel getan hat und der Landkreis an sich auch nicht viel für junge Leute bietet. Danach geben wir am 16. März unser Debüt in Wolfsburg – und zwar im The Weekend Club. Wir freuen uns natürlich über möglichst viele Interessierte, die Lust haben, mit uns die Nacht zum Tag zu machen, da wir diese “Showcase”-Reihe auch gerne langfristig etablieren würden. Aber wie überall ist halt auch hier am Ende leider der finanzielle Faktor entscheidend. Solange sich aber unsere Kosten decken, gehen wir mit einem Lächeln aus dem Club.

Was sind deine kurz- und langfristigen Ziele als DJ und Producer?

Kurzfristig: Zusammen mit den Shudan-Jungs eine Partyreihe etablieren. Und mich ebenfalls mit Künstlern aus der Region vernetzen und erfolgreiche Zusammenarbeiten in die Wege leiten. Langfristig dagegen möchte ich mir eine Fanbase aufbauen – und zwar mit Leuten, die meine Musik hören und davon emotional in den Bann gezogen werden und um dadurch internationale Gigs bekommen. Man darf ja auch träumen… :). Als Producer möchte ich ein gutes Netzwerk mit anderen talentierten Künstlern bilden. Auch gerne aus anderen Genres. Vor allem mit Sängern und Sängerinnen wäre eine Zusammenarbeit für zukünftige Releases interessant. Außerdem noch eine eigenes Open Air im nächsten Jahr zusammen mit den Shudan-Jungs.

Legst du regelmäßig als DJ auf? Und wo?

Momentan leider noch nicht, aber wenn sich die Chance ergeben würde, wäre es natürlich super. Aktuell befinde ich mich da allerdings in guten Gesprächen.

Welche Songs stehen auf deiner aktuellen Top-5-Playlist?

  1. Monolink – Father Ocean (Ben Böhmer Remix)
    Dieser Song erzeugt einfach eine gewisse verträumte Atmosphäre. Ich glaube ich habe diesen Track in den letzten Wochen mindestens 1 mal am Tag gehört. Was für eine Scheibe!
  2. Analog Sol – Trinidad Dreams
    Eine karibisch anmutende Steel Drum plus eine dramatische Melodie reichen in diesem Fall hin, um eine dramatische atmosphäre zu erzeugen. Melodic Techno wie er sein sollte.
  3. Cavego – Vår I Øyer
    Der norwegische Producer Cavego hat hier eine zeitlose Nummer geschaffen, die gleichzeitig groovy und melodisch ist. Erzeugt eine gute Stimmung durch seine erhebende Melodie
  4. Sam Shure – Kasra
    Ein Track, den ich im letzten Jahr sofort ins Herz geschlossen habe. Ein bisschen mehr im Bereich Tribal-/Afro House anzusiedeln. Dieser Track erzeugt eine eher dramatische Atmosphäre. Für mich ein Must-have zu später Stunde.
  5. The Micronauts – Acid Party (Luca Agnelli Remix)
    Straighter dunkler Acid-Techno, der das tut, was er soll: Scheppern!

Was ist dein absolutes Non-Plus-Ultra als DJ?

Wenn Leute nach einem Gig ankommen und einem auf die Schulter klopfen und sagen, dass es ihnen gefallen hat. Am Ende des Tages sind wir als DJ ja auch irgendwie ein Dienstleister, bei dem die Kundenzufriedenheit im Vordergrund steht. Wenn die Leute eine super Nacht oder – im Falle eines Open Airs – einen guten Tag haben bzw. hatten. Dann habe ich alles richtig gemacht!

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