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Braunschweiger Autorin widmet sich Kindern – und deren Ängsten

Interview mit Mrijam Jasmin Strube über "Das kleine Buch über den großen Mut und wo man ihn findet"

"Ich möchte den Kindern zeigen, dass es wichtig ist, über Ängste zu reden. Dass es immer jemanden gibt, der zuhört." Mirjam Jasmin Strube über "Das kleine Buch über den großen Mut und wo man ihn findet" - und was der Teddybär Flynn damit zu tun hat. Symbolfoto: Facebook

Jede Seitenzahl ziert eine Tatze.

„Manchmal ist die Welt einfach zu groß für uns kleine Menschen.“ Mit diesem Zitat der 7-Jährigen Enya beginnt „Das kleine Buch über den großen Mut und wo man ihn findet“. Es geht um den kleinen Teddybären Flynn, der es mit der Angst zu tun bekommt. 27 Seiten umfasst die Geschichte von Flynn, jede davon mit einer Pfote beziehungsweise Tatze verziert.

„Ich möchte den Kindern zeigen, dass es wichtig ist, über Ängste zu reden. Denn Ängste werden zu Problemen, wenn wir sie nicht aussprechen“, so Mirjam Jasmin Strube, die Autorin des Buches. Und für dieses Ziel schuf sich die Braunschweigerin ihren flauschigen Protagonisten erschaffen. Lest alles dazu bei uns, denn wir, szene38, hatten sie im Gespräch.

Mirjam, stell‘ dich doch bitte kurz vor.

Mein Name ist Mirjam Jasmin Strube. Ich bin 45 Jahre jung, Mama von drei Kindern und wohne im schönen Veltenhof in Braunschweig.

Wie bist Du auf die Idee für „Das kleine Buch über den großen Mut und wo man ihn findet“ gekommen? Spielen persönliche Erfahrungen dabei eine Rolle?

Das ist Flynn. Flynn zeigt den Kindern den Umgang mit ihren Ängsten.

Ich habe beobachtet, dass Kinder heute doch oft sehr allein gelassen werden. Sie haben durch die heutzutage verfügbare Technik kompletten Zugang zu sämtlichen Nachrichten und Social-Media-Kanälen wie Facebook. Und wenn dann Ängste aufkommen, sind sie damit allein. Gerade die jüngeren Kinder sind meiner Meinung nach damit überfordert. Ich möchte den Kindern zeigen, dass es wichtig ist, über Ängste zu reden. Dass es immer jemanden gibt, der zuhört. Das kann beispielsweise auch ein Lehrer sein. Denn Ängste werden zu Problemen, wenn wir sie nicht aussprechen.

Handelt es sich hierbei um dein erstes Buch?

Ja, das ist mein erstes Buch. Ich hatte lange nach jemandem für die Illustration gesucht. Das hat sich doch als sehr schwierig erwiesen. Zum Glück durfte ich den wundervollen Günther Bema von www.strichwerke.de  über 1000 Ecken kennen lernen. Er hat Flynn genau das Gesicht gegeben, was ich nur in meinem Kopf hatte. In diesem Buch steckt die Liebe von sehr vielen Menschen – ich musste dieses Herzstück einfach veröffentlichen.

Seit wann schreibst du? Und wie bist du zum Schreiben gekommen?

Das Schreiben war schon immer meine Leidenschaft. Über die Jahre haben es einige Geschichten in meine Schublade geschafft. Die Zeit für mehr gab es bisher leider nicht.

Wo und ab wann kann man dein Buch erstehen?

Seit dem 25. März 2019 kann mein Buch bei meinem Verlag www.leseschau.de versandkostenfrei bestellt werden. Dieser Verlag ist ein weiterer großer Glücksgriff für mich gewesen. Meine Verlegerin ist eine Frau mit Herz und Verstand und Flynn ist für uns beide ein richtiges Herzprojekt.

„Das kleine Buch über den großen Mut und wo man ihn findet“ handelt von dem Bären Flynn. Wie bist du auf diese Figur gekommen und was für eine Rolle nimmt er deiner Meinung nach ein?

Ich selbst habe einen alten Teddy und habe ihm so manches Geheimnis anvertraut. Ich verbinde mit Teddybären daher ein Stück Kindheitserinnerungen. Egal, ob Bär, Hase oder Hund: Ich denke, dass fast in jedem Zimmer so ein plüschiger Freund zu finden ist. Und solch ein Teddy kommt nie aus der Mode… zum Glück!

Wer oder was waren Inspirationen?

Mirjams Aufruf an die Kinder, ihre Angst schlichtweg wegzuspülen.

Meine Inspiration war meine jüngste Tochter. Sie hat zum Beispiel große Angst vor Blut – im Buch sind das Flynns Marmeladenflecken. Am Ende fordere ich die Kinder auf, ihre Ängste in Form von Monstern zu malen. Mir kam irgendwann die Idee dazu und wir haben es natürlich sofort getestet! Meine Tochter fand es klasse, ihr Angstmonster in der Toilette zu versenken!

Was erhoffst du dir von dieser Buchveröffentlichung?

Ich würde mir wünschen, dass wir ganz vielen Kindern ihre Ängste nehmen können oder zumindest zeigen können, wie man damit umgehen kann. Dass sie erkennen, egal was ist, niemand lacht mich aus und jeder hat mal Angst. Das ist normal. Ich wünsche mir starke Kinder ohne Angst.

Und was sind deine kurz- und langfristigen Ziele?

Ich plane nichts Konkretes. Ich genieße die Reise mit Flynn und bin neugierig, wo sie uns überall hinführen wird.

Sind weitere Projekte in Planung?

Es wird definitiv einen zweiten Teil mit Flynn geben. Aktuell arbeite ich aber an einem Buch über den letzten Abschied. Auch dieses wird wieder ein Buch für Kinder. Das Thema Sterben ist für Erwachsene schon schwer zu verarbeiten und Kinder stehen oft als bloße Figur am Rand. Ich hole sie in die Mitte, denn auch Kinder verstehen, was der letzte Abschied bedeutet – und haben genauso ein Recht darauf, Abschied nehmen zu dürfen.

Wie stehst du zur Digitalisierung? Und was hältst du von E-Books?

Ich gebe offen zu, dass ich ein Liebhaber von e-Books bin. Das liegt aber auch daran, dass ich so abends im Bett nicht auf eine Lampe angewiesen bin UND ich beim Zoll kein Nachschlag für das Übergewicht des Koffers zahlen muss.

Was ist dein persönliches Lieblingsbuch?

„Am Arsch vorbei geht auch ein Weg“ von Alexandra Reinwarth.

Und dein Lieblingsautor?

Richard Laymon.

Zum Schluss: Beschreibe „Das kleine Buch über den großen Mut und wo man ihn findet“ mit einem Wort.

Herzstück.

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