2. März 2022
Lifestyle

Fotografen geben Tipps: So entstehen die besten Hochzeitsbilder

Wie entstehen die perfekten Bilder von der Hochzeit? Zwei Fotografinnen und ein Fotograf aus der Region verraten, worauf es ankommt.

Wer seine Hochzeit fotografisch begleiten lässt, kann später umso besser in Erinnerungen schwelgen. Foto: Victoria Priessnitz/Unsplash

Braunschweig. Für Heiratswillige gibt es vor der Trauung viel zu planen. Wenn Kleid, Location und das Essen festgelegt sind, fehlt nur noch ein Fotograf oder eine Fotografin, der den großen Tag begleitet. Schon bei der Wahl gibt es einiges zu beachten. Zwei Fotografinnen und ein Fotograf aus der Region verraten, wie die perfekten Hochzeitsfotos gelingen.

Swentje Matthies: „Die schönsten Bilder entstehen im Moment“

Die Fotografin Swentje Matthies. Foto: Privat

1. Frau Matthies, wie würden Sie Ihren Stil beschreiben?
Natürlich, authentisch und mit dem Licht spielend.

2. Was sind die größten Fehler, die man bei Hochzeitsfotos machen kann?
Ein ganz großer Fehler, der gar nicht mal uns Fotografen betrifft, ist, wenn die Brautpaare alles minutengenau durch-planen. Weil sie dann so unentspannt sind und den ganzen Tag ihrem Zeitplan nachhängen, dass man das den Fotos ansieht. Dann ist alles sehr verkrampft und sehr gestellt.

3. Wie entstehen dann die perfekten Bilder?
Meiner Meinung nach entstehen die immer im Moment. Ich persönlich mag keine starren Posen, meine Vorgaben enthalten auch immer Interaktion. Ich sage zum Beispiel: Geht ein paar Schritte, kommt zurück, dreh sie, flüster ihm etwas ins Ohr. In dem Moment fotografiere ich – und die Paare merken das gar nicht. Ich gehe auch manchmal etwas weiter weg und sage den Paaren, sie sollen den Moment genießen. Das sind dann oft die schönsten Bilder, bei denen man gar nicht merkt, dass man fotografiert wird.

Swentje Matthies fotografiert Brautpaare gerne im Harz. Foto: Swentje Matthies

4. Welchen Teil der Hochzeit fotografieren Sie am liebsten?
Der allerschönste Moment ist immer, wenn sich die Paare zum ersten Mal zurechtgemacht sehen. Das ist entweder während der Trauung, wenn die Braut reingeführt wird oder auch schon vorher. Immer mehr Paare entschließen sich dazu, diesen First Look ganz intim zu zweit zu genießen. Vorher sind immer alle sehr aufgeregt und wenn sie sich dann sehen und an die Hand nehmen können, fällt die Anspannung ab. Das ist so wahnsinnig schön, in beiden Gesichtern die Emotionen zu sehen und auch festzuhalten.

5. Worauf haben Sie bei Ihrer eigenen Hochzeit Wert gelegt?
Mir war auch die Fotografin am wichtigsten. Da habe ich mich vorher gut informiert, welcher Stil mir gefällt, welche Bilder ich bei mir aufhängen würde und ob die Chemie stimmt. Denn wenn jemand sechs, acht oder auch zwölf Stunden dabei ist, den man eigentlich gar nicht kennt, dann muss die Chemie stimmen.

 

Andreas Debus: „Das Brautpaar muss sich wohlfühlen“

Der Fotograf Andreas Debus. Foto: Privat

1. Herr Debus, wie würden Sie Ihren Stil beschreiben?
Als authentische Momentaufnahmen.

2. Was sind die größten Fehler, die man bei Hochzeitsfotos machen kann?
Wenn das Brautpaar nervös ist oder nicht so viel Erfahrung vor der Kamera hat, dann muss man das spielerisch lösen. Denn das größte Hindernis ist, wenn sich beide Parteien unwohl fühlen. Der Fotograf sollte offen sein, erklären wenn es Probleme mit der Technik gibt, oder er neue Kameraeinstellungen ausprobiert und dafür sorgen, dass sich das Brautpaar wohlfühlt.

3. Wie entstehen dann die perfekten Bilder?
Der Fotograf sollte generell genug Zeit mitbringen und eine Szene vorgeben. Natürlich achte ich aber auch auf die Körperhaltung, damit die Fotos nicht unvorteilhaft sind. Toll sind auch unerwartete Momente, zum Beispiel wenn der Bräutigam die Braut erschreckt – das kann man nicht nachstellen. So entsteht eine gute Atmosphäre. Oder auch in den Arm nehmen, drehen oder Huckepack – wenn das Paar einfach herumalbert. Die schönsten Bilder sind die, auf denen sich das Brautpaar wiedererkennt.

Wenn das Paar herumalbert und eine gute Atmosphäre herrscht, wirken die Fotos authentischer. Foto: Andreas Debus

4. Welchen Teil der Hochzeit fotografieren Sie am liebsten?
Eigentlich die gesamte Hochzeit. Was ich an der Hochzeitsfotografie liebe ist, dass ich kreativ sein darf und jeden Moment aus meinem Blickwinkel festhalte. Ob das die Trauung ist, das Brautpaar-Shooting oder die Gruppenfotos – man kann aus allen Fotos das Beste rausholen. Deshalb fotografiere ich seit zwei, drei Jahren nur noch Menschen – vor allem Hochzeiten und Familien – und keine Produkte mehr.

5. Worauf haben Sie bei Ihrer eigenen Hochzeit Wert gelegt?
Ich bin mit meiner Frau seit fast neun Jahren verheiratet. Wir haben damals Wert darauf gelegt, dass es schön klein und familiär ist, weil wir beide keine Fans von großen Feiern sind. Dennoch begleite ich gerne Hochzeiten, die über ein, zwei Tage gehen – auch wenn ich es selber eher klein mag.

Franziska Herden: „Eine Hochzeit beginnt nicht erst mit der Trauung“

Die Fotografin Franziska Herden von HerdensPictureMoments. Foto: Privat

1. Frau Herden, wie würden Sie Ihren Stil beschreiben?
Authentisch und emotional.

2. Was sind die größten Fehler, die man bei Hochzeitsfotos machen kann?
Viele planen zu wenig Zeit ein oder lassen die Hochzeit nicht lange genug begleiten, weil sie aufs Geld achten. Ich sage immer, eine Hochzeit beginnt nicht erst mit der Trauung, sondern mit dem Morgen, an dem sich das Brautpaar fertigmacht. Das gehört alles dazu. Und auch professionelle Bilder von der Party abends zu haben, ist Gold wert. Die Bilder bleiben ewig, deswegen sollte man nicht an der falschen Stelle sparen.

3. Wie entstehen dann die perfekten Bilder?
Wichtig ist, dass man mit dem Fotografen auf einer Wellenlänge ist und sich unterhalten kann. Dafür muss man sich vorher die Arbeit von verschiedenen Fotografen anschauen und sie kennenlernen. Sonst kann es bei der Hochzeit zu unangenehmen Situationen kommen. Und wenn man vorher schon mal ein gemeinsames Shooting hatte, ist es am Hochzeitstag wesentlich entspannter, weil man weiß, wie der Fotograf arbeitet.

Franziska Herden hält bei Hochzeiten emotionale Momente fest. Foto: Franziska Herden

4. Welchen Teil der Hochzeit fotografieren Sie am liebsten?
Einen bestimmten Moment gibt es für mich gar nicht, letztendlich hat der ganze Tag von morgens bis abends eine gewisse Spannung. Ich heule bei den Trauungen auch immer mit, weil ich es schön finde, wenn sich zwei Leute die Liebe für immer versprechen. Besonders schön sind die Glückwünsche danach – wenn die Familie und Freunde vor Freude weinen.

5. Worauf werden Sie bei Ihrer eigenen Hochzeit Wert legen?
Mir ist besonders die Location wichtig. Wir heiraten im Herbst und da ist es immer unsicher, wie das Wetter wird. Deshalb ist es gut, die Option zu haben, dass die Trauung sowohl draußen als auch drinnen stattfinden kann. Damit nimmt man schon viel Stress weg. Wir werden außerdem eine freie Trauung haben. Daran finde ich schön, dass man die Hochzeit persönlich gestalten und Menschen einbinden kann, die einem wichtig sind. Und natürlich sollte man einen Fotografen wählen, mit dem man glücklich ist.

Auch interessant