7. Juli 2022
Szene-News

Eine Reporter-Generation – die neuen Gesichter hinter Szene38

Sechs Volontärinnen und Volontäre sind in ihre Redakteurs-Ausbildung gestartet. Hier stellt sich unsere neue Reporter-Generation vor.

Ein Teil der Redaktionscrew von Szene38. Unsere sechs neuen Teammitglieder stellen sich vor. Foto: Anna Waiblinger

Mein Sprung ins kalte Wasser – Jana Sievers

Autorin Jana Sievers

Als ich am ersten Tag als freie Mitarbeiterin in einer kleinen Lokalredaktion den Fuß durch die Tür setzte, wurde ich mit Kamera, Stift und Block bewaffnet und wortwörtlich ins kalte Wasser geworfen. Es regnete in Strömen und der Termin fand im Inneren eines Zirkuszelts statt. Nicht nur wurde der Redaktion eine falsche Uhrzeit für die Vorstellung genannt, ich musste selbst Interviews führen – absolutes Neuland. Meinen Namen in der Autorenzeile zu lesen, gefiel mir aber gut. Zum Glück quälte ich mich durch die Jahreshauptversammlungen von Geflügelzüchtervereinen, die mir zeigten: interessante Geschichten finde ich überall. An meinem endgültigen Entschluss, Journalistin zu werden, war Donald Trump schuld. „Fake News!“, schrie er aus dem Oval Office und ich fragte mich, ob Misstrauen gegenüber Medien hierzulande ebenso verbreitet ist. Wie erreichen wir Leser in dieser schnellen Zeit? Menschen und ihre Themen ernst nehmen ist wichtig, aber wir werden mehr Antworten brauchen.

Wie Barbie meine Karriere beeinflusste – Stine Hasenforther

Autorin Stine Hasenforther

Mich hat es aus dem schönen Rheinland nun in das schöne Braunschweig gezogen. Meine Karriere begann bereits mit neun Jahren als ich mein erstes Buch geschrieben habe. Ob man das tatsächlich so nennen kann, sei mal so dahingestellt. Nichtsdestotrotz habe ich damals Wochen und Monate damit verbracht, meinen Lieblingsfilm (zugegeben, es war ein Barbie- Film) in etwa 100 Seiten zu verschriftlichen und mit Bildern zu unterlegen. Da ist meine Liebe zum Schreiben entstanden. Besonders erfolgreich wurde ich mit dem Buch damals nicht, irgendwelche Probleme mit Patenten… Deshalb bin ich heute hier, um einen neuen Versuch zu starten. Den Bachelorabschluss in einer völlig anderen Fachrichtung (Sozialarbeit und Sozialpädagogik), verschiedenste Arbeitserfahrungen und eine längere Solo-Reise hat es gebraucht, um endlich zu dem Schluss zu kommen, dass Journalismus vielleicht doch die richtige Wahl ist. Manchmal braucht es eben ein paar Umwege, um ans Ziel zu kommen.

Liebe zum Lesen brachte mich zum Journalismus – Eve Bernhardt

Autorin Eve Bernhard

Früher musste mich meine Mutter immer zum Lesen zwingen, bis es dann irgendwann einfach „klick“ machte. Bald kamen meine Eltern kaum noch damit hinterher, mit mir in den Buchladen zu gehen und mich mit neuem Lesestoff zu versorgen. Da sich meine Freundesgruppe mit der Pubertät immer weniger mit mir über Bücher austauschen wollte, suchte ich mit 15 Jahren auf anderem Wege nach Gleichgesinnten: Ich startete den Blog writtenbetweenthelines.de, den ich mittlerweile seit mehr als sechs Jahren bespiele. So habe ich entdeckt, dass meine Leidenschaft fürs Schreiben weit über kreative Texte hinaus geht. Auch wurde mir so noch einmal klar, wie sehr mir die Arbeit mit Medien im Allgemeinen gefällt, insbesondere mit den digitalen und crossmedial. Bestärkt wurde die Entscheidung, in den Journalismus zu gehen, durch meinen Podcast. In dem spreche ich seit zwei Jahren ergänzend zu meinem Blog regelmäßig über Bücher. Ohne die Liebe zum Lesen wäre ich nicht in der Welt der Medien gelandet.

Mit fast 30 noch mal in die Ausbildung – Niklas Eppert

Autor Niklas Eppert. Foto: Roman Brödel Fotografie

Ich bin mittlerweile 29 Jahre alt. Ich habe eine solide Ausbildung, ein abgeschlossenes Studium und sogar drei Jahre Berufserfahrung als Journalist. Und dann ein Volontariat? Noch eine Ausbildung? Viele haben dafür kein Verständnis. Andere in meinem Alter bauen Häuser. Und ich gehe noch mal in die Lehrer. Verschwendete Zeit also? Nein. Gerade Journalismus braucht kantige Lebensläufe. Wir schreiben aus dem Leben, besonders im Lokalen. In einer Zeit, in der immer mehr Menschen den Medien misstrauen, brauchen wir und die Leser mehr Nähe zueinander, mehr Verständnis. Viele Erfahrungen gemacht zu haben, hilft dabei. Und der beste Weg, das Journalistenhandwerk zu lernen ist nun mal ein „Volo“. Denn bei aller Nähe zwischen Lesern und Schreibern darf die Sorgfalt keinesfalls unter den Tisch fallen. Wir Journalisten haben einen Auftrag in der Demokratie zu erfüllen. Wir sollen sauber arbeiten und verstehen, was die Menschen lesen wollen. Und dafür geht man gern noch mal die Ausbildung.

Ich möchte zum Nachdenken anregen – Nathalie Schlie

Autorin Nathalie Schlie.

Ich habe schon immer gerne geschrieben und Geschichten erzählt. Schon als ich klein war. Und weil ich anfangs noch nicht schreiben konnte, habe ich Bilderabfolgen in Notizbücher gemalt und meiner Familie dann „vorgelesen“. Meine erste dieser Geschichten handelte von einem Kaninchen, das zum Mond fliegt. Mittlerweile bin ich älter geworden und weiß, dass Kaninchen nicht zum Mond fliegen. Aber ich liebe es immer noch, zu schreiben und Geschichten zu erzählen. Der Unterschied ist, dass ich mittlerweile Geschichten erzählen möchte, die gesellschaftliche Relevanz haben. Ich möchte mit meinen Worten Menschen erreichen und damit im besten Fall Dinge zum Positiven verändern. Mit meinen Worten möchte ich zum Nachdenken und zum Überdenken von Entscheidungen und Meinungen anregen. Es ist mir einfach wichtig, mit meinem Leben etwas zu erreichen und nicht nur in meinem Leben. Mit meinem Beruf möchte ich etwas (er-)schaffen. Und deshalb habe ich mich für das Volontariat entschieden.

Vom Uni-Radio zur Braunschweiger Zeitung – Anna Richter

Autorin Anna Richter

Ich wohne jetzt seit einer knappen Woche in Braunschweig, nachdem ich die letzten Jahre in dem kleineren Lüneburg gelebt habe. Dass ich gerne Journalistin werden möchte, ist mir erst vor einem Jahr klar geworden. Ursprünglich hatte ich überlegt, mich in Richtung Film weiterzubilden, da ich schon immer gerne kurze Videos gedreht und geschnitten habe. Doch dann habe ich ein Seminar zum Thema „Mobile Reporting“ belegt, in dem wir die Startwoche der Uni journalistisch begleitet und mithilfe unserer Handys kurze Beiträge erstellt haben. Es hat so viel Spaß gemacht mit Teilnehmenden der Startwoche zu sprechen, ihre Geschichten zu erfahren und diese weiterzuerzählen, dass ich gemerkt habe: das hier ist meine Berufung, im Journalismus kann ich mich langfristig sehen. Kurz danach bin ich dem Uniradio Lüneburg beigetreten und habe diverse Interviews geführt, Beiträge erstellt und Sendungen moderiert. Nun beginne ich hier das Volontariat bei der Braunschweiger Zeitung, worauf ich sehr gespannt bin.

 

 

 

 

 

 

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