20. März 2022
Ausgehen

Ein Braunschweiger-Kiosk trägt die Eintracht-Farben

Mit Krieg und Frieden habe der neue Anstrich nichts zu tun, sagt der Kiosk-Besitzer. Eher mit einer großen Liebe...

Inhaber Lokman Tatar vor seinem neuen Kiosk an der Celler Straße, Ecke Petristraße. Foto: Stefan Lohmann/regios24

Kaum ein Haus ist in den letzten Tagen wohl so oft in Braunschweig fotografiert worden wie das Eckhaus an der Celler Straße/Petristraße. Das Untergeschoss des Hauses hat vor drei Wochen einen neuen Anstrich in den Farben Blau und Gelb erhalten. Blau und Gelb: Jeder weiß inzwischen, dass das die Nationalfarben der Ukraine sind. Viele Braunschweiger haben in den sozialen Netzwerken gerätselt: Wer ist es, der da solch’ ein markantes Zeichen für den Frieden gesetzt hat?

Verantwortlich für den Anstrich ist Lokman Tatar. Der 29-Jährige wagt gerade den Schritt in die Selbstständigkeit und will künftig seinen eigenen Kiosk namens „Time out“ betreiben. Am Samstag wird er eröffnet. Mit der Ukraine, mit Krieg und Frieden aber habe der Anstrich nichts zu tun, betont Lokman Tatar. Gemeinsam mit einem Freund, der selbst einen Kiosk betreibt und ihm gerade etwas Starthilfe gibt, versichert er: „Wir haben in den Eintracht-Farben gestrichen. Mit der Ukraine hat das nichts zu tun.“

„Blau und Gelb – das sind die Farben von Eintracht Braunschweig“

Es sei lediglich ein Zufall gewesen, dass die Malerarbeiten just in der Woche begannen, als die Ukraine von Russland angegriffen wurde. Davor, da sind sich die jungen Männer sicher, wäre sicherlich niemand in Braunschweig auf die Idee gekommen, dass der Anstrich „mit den Nationalflaggen von Schweden, Kasachstan oder der Ukraine zu tun hat“. Erst als die Farbe schon an der Wand war, hätten Freunde sie darauf aufmerksam gemacht, dass das als Unterstützung für die Ukraine verstanden werden könnte.

Tatars Ziel war es eigentlich, mit dem Anstrich die Braunschweiger Fußballseele ein bisschen zu streicheln – und aufzufallen. „Die Leute sollten darüber reden“, sagt er. Das jedenfalls ist gelungen. Als die Redakteurin mit dem Fotografen telefoniert und diesen bittet, am Nachmittag ein Foto „vom blau-gelben Haus“ zu machen, nicken sich die Männer zufrieden zu. Das „blau-gelbe Haus“ ist schon jetzt ein Begriff in der Stadt.

Tatar hat sich gut überlegt, was er tut und hat sich im Vorfeld über einen Anwalt abgesichert, dass er die Fassade Blau-Gelb streichen darf und weder der Vermieter, noch die Bauverwaltung oder die Eintracht Braunschweig etwas dagegen haben. Einen Braunschweiger Löwen, erzählt er, hätte er nicht aufmalen dürfen – das Wappentier sei rechtlich geschützt.

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