1. Juni 2022
Szene-News

Initiative will regionalen ClimateHub aufbauen

Eine gemeinnützige Organisation will mithilfe von Crowdfunding deutschlandweit Klimaschutznetzwerke initiieren – einen davon in Braunschweig.

In Braunschweig soll ein ClimateHub entstehen, der bestehende Projekte vernetzen und an einem Engagement interessierte informieren soll. Foto: Climate Connect.

Im Mai hat die gemeinnützige Organisation Climate Connect ein Crowdfunding auf der Plattform Startnext gestartet, um in Braunschweig und elf weiteren deutschen Städten handlungsorientierte Klimaschutznetzwerke – sogenannte ClimateHubs – aufzubauen. Der ClimateHub Braunschweig soll ein Anlaufpunkt für Bürger:innen und Organisationen sein, die zum Klimaschutz beitragen möchten.

Die Klimakrise schreitet weiter voran, auch wenn sie aufgrund des Ukraine-Krieges und Corona etwas in den Hintergrund gerückt ist. Deshalb setzen sich nach dem Motto „Global denken, lokal Handeln“ zahlreiche Menschen und Initiativen aktiv für den Klimaschutz ein. Wer selbst aktiv werden möchte, steht allerdings vor einigen Hindernissen. Einen Überblick über die Klimaschutzaktivitäten vor Ort zu bekommen und herauszufinden wo man sich selbst am besten einbringen kann, ist gar nicht immer so einfach. Deshalb unterstützen lokale Organisationen wie das Green Office der TU Braunschweig die Initiative von Climate Connect, in Braunschweig einen zentralen Anlaufpunkt für Klimaschutz zu schaffen. Auch die Stadt Braunschweig hat als eine von 14 Städten deutschlandweit Interesse an einem ClimateHub bekundet.

Klimaschutz leicht gemacht

Christoph Stoll und Tobias Rehm, die Gründer von Climate Connect sind sich einig: „Nur durch koordinierte Zusammenarbeit und gemeinsames Anpacken können wir das 1,5 Grad Ziel noch einhalten.“ Deshalb soll die Online-Plattform des ClimateHubs auf einen Blick sichtbar machen, wer in Braunschweig an welchen Klimaschutzprojekten arbeitet. So können Synergien zwischen den Akteur:innen aufgedeckt und Doppelarbeit vermieden werden. Neben der Übersicht über bereits bestehende Projekte und Initiativen soll ein „Ideenboard“ die Möglichkeit bieten, gemeinsam Ideen für den Klimaschutz zu verwirklichen. Und für interessierte Bürger:innen soll das „ClimateMatch“ die Möglichkeit bieten, durch Beantwortung einiger Fragen herauszufinden, wie sie sich am besten selbst einbringen können.

Damit konkrete Erfolge für den Klimaschutz verzeichnet werden können, ist eine Online-Plattform allein allerdings nicht genug. Es braucht eine Koordination vor Ort, betont Climate Connect. Dafür möchte das Vorhaben eine Teilzeitstelle für eine lokale Klimavernetzung schaffen. Sie soll als Bindeglied zwischen den unterschiedlichen Klimaschutzakteuren gezielt neue Projekte anstoßen und bestehende Maßnahmen stärken. Sie soll außerdem Ansprechpartner für Braunschweiger:innen sein, die gegen die Klimakrise aktiv werden wollen.

Das Team von Climate Connect.

Vom Pilotprojekt zum deutschlandweiten Netzwerk

Wie sieht so etwas in der Praxis aus? Tatsächlich gibt es bereits seit Sommer des vergangenen Jahres den ersten ClimateHub im fränkischen Erlangen. Dort sind durch den ClimateHub bereits einige neue Klimaprojekte und -initiativen entstanden. Nach dem Erfolg des Pilotprojektes war für Stoll und Rehm klar: „Wir dürfen keine Zeit dabei verlieren, das Konzept auch in andere Städte zu bringen. Die Klimakrise wartet nicht.“ Deshalb hat Climate Connect bei der nationalen Klimaschutzinitiative eine Förderung beantragt, um in 12 weiteren deutschen Städten ClimateHubs mit lokalen Vernetzer:innen aufzubauen. Unter den Städten, die Interesse angemeldet haben, ist auch Braunschweig. Mit dem deutschlandweiten Netzwerk von ClimateHubs soll nicht nur innerhalb der Städte die Vernetzung gestärkt werden. Durch den regelmäßigen Austausch zwischen den Klimavernetzer:innen der unterschiedlichen Städte sollen wirkungsvolle Klimaschutzprojekte, die bereits an einem Ort gut funktioniert haben, schnell auch in anderen Städten angestoßen werden.

Letzte Hürde: die Finanzierung

Damit der ClimateHub Braunschweig Realität werden kann, muss allerdings noch eine Hürde genommen werden. Um den für die Umsetzung des Projektes benötigten Eigenanteil zu finanzieren, baut Climate Connect auf die Unterstützung von Bürger:innen, denen Klimaschutz am Herzen liegt. Deshalb hat die gemeinnützige Organisation ein Crowdfunding auf der Plattform Startnext gestartet. Es entscheidet sich also in den nächsten Wochen, ob es in Braunschweig bald ein handlungsorientiertes Klimaschutznetzwerk geben wird. Details zu Climate Connect gibt es auf der Website.

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