Leck mich! – Szene38
8. Oktober 2020
Ausstellung

Leck mich!

Der Düsseldorfer Künstler Benjamin Houlihan erschafft in Wolfsburg ein Kunstwerk nur mit seiner Zunge

Benjamin Houlihan verwandelt eine rund 6 x 5 Meter große Wand in ein rotes Leck-Kunstwerk. Foto: Kunstmuseum Wolfsburg

Als Schauplatz des hochinfektiösen Desasters erlebt der Mund- und Rachenraum gegenwärtig weltweit größte Aufmerksamkeit. Bietet dieser doch mit seiner Schleimhaut das ideale Substrat für Überlebens- und Verbreitungsmöglichkeiten des gefährlichen Corona-Virus. Eine Aktualität, die die Macher der Ausstellung „In aller Munde. Von Pieter Bruegel bis Cindy Sherman“ (Eröffnung am 31. Oktober 2020 im Kunstmuseum Wolfsburg) nicht erwartet hatten. Der Mundraum ist damit ins Zentrum gesellschaftlicher, politischer und medialer Debatten gerückt.

Kunst und Kultur rund um das Orale

Es ist die umfassendste Themenausstellung zu Kunst und Kultur rund um das Orale, die es jemals in Deutschland gab. Die große, abwechslungsreiche Mund-Schau umfasst über 250 Kunstwerke und Objekte  von der Antike bis zur Gegenwart. Zu sehen sind unter anderem Werke von Albrecht Dürer, Pablo Picasso, Louise Bourgeois, Marina Abramović und Andy Warhol.

Abstrakte Komposition aus roten Leckspuren

Dabei ist auch der Düsseldorfer Künstler Benjamin Houlihan mit einem Leck-Kunstwerk. Voraussichtlich am Samstag, den 10. Oktober 2020, wird er im Kunstmuseum Wolfsburg sein Werk Untitled (Licked Wall) erstellen – mit der Zunge. Dabei trägt Houlihan zunächst Farbe – eine Art Tempera – auf seine Zunge auf und leckt damit eine rund 6 x 5 Meter große Wand. Das faszinierende Ergebnis ist eine abstrakte Komposition aus einer vibrierenden Struktur aus roten Leckspuren. Mal saftig aufgetragen mit schnellem, intensiven Zungenschlag, mal zart, erkundend, tastend. Dynamik und Rhythmik ändern sich und mit ihnen der Farbauftrag und das Ergebnis auf der Wand. Das vollendete Werk kann man dann auch in der Ausstellung erleben.
Am Eröffnungswochenende 31.10./1.11.2020 kann man diese ganztägig von 11:00 bis 18:00 Uhr sogar kostenlos erleben. Timeslots können ab sofort über kunstmuseum.de gebucht werden.

Auch interessant