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Sanierung der Stadthalle Braunschweig und Hotelneubau dauert drei Jahre

Für 59,4 Millionen Euro soll das traditionsreiche Multifunktionsgebäude umgebaut und saniert werden

Die Stadthalle Braunschweig auf dem Leonhardplatz wurde 1965 eröffnet. Nun soll sie aufwändig umgebaut und saniert werden. Foto: Stadthalle Braunschweig Betriebsgesellschaft mbH

Die Stadthalle Braunschweig auf dem Leonhardplatz wurde 1965 eröffnet. Nun soll sie aufwändig umgebaut und saniert werden. Foto: Stadthalle Braunschweig Betriebsgesellschaft mbH

Hans-Joachim Kulenkampff, Hans Rosenthal und Dieter Thomas Heck moderierten einst in der Stadthalle Braunschweig. Boney M, Udo Jürgens und Heino sangen hier in den 70er Jahren. Tina, Turner, Shirley Bassey, Nina Hagen, Otto und Udo Lindenberg wurden ebenfalls in der Stadthalle gefeiert. Sogar Holiday on Ice ging hier über die Bühne. Und Bundeskanzlerin Angela Merkel war auch da. Das Multifunktionsgebäude hat eine lange und bewegte Vergangenheit. Viele nationale und internationale Künstler haben diese bis heute bespielt.

Stadthalle: Bauliche und technische Sanierung

Nun soll es eine bauliche und technische Sanierung des zwischen 1962 und 1965 errichteten Multifunktionsgebäudes geben. Der Grund: Nach über 50 Jahren soll die von einer guten Funktionalität, hoher Qualität von Gebäudestruktur, Akustik und Gestaltung geprägte Location weiter genutzt werden. Für Veranstaltungen und Konzerte sowie  Tagungen und Kongresse.

Für einen derzeit in der Planung nicht vorgesehenen möglichen dritten Saal für Konzerte werden die technischen Voraussetzungen geschaffen. Eine spätere Umsetzung ist abhängig vom künftigen gesamtstädtischen Bedarf an Konzertsälen. Zudem werden an der Außenfassade alle Waschbetonplatten gereinigt, so dass das Gebäude eine zeitgemäße Anmutung erhält.

Kleiner Sneak Peek ins Innere. Foto: Veranstalter.
Kleiner Sneak Peek ins Innere. Foto: Veranstalter.

Hotel mit bis zu 180 Zimmern entsteht auf dem Gelände

Auf dem Gelände soll weiterhin ein Hotel von einem privaten Investor errichtet werden, um weitere Zimmerkapazitäten zu schaffen. Synergien zur Stadthalle sollen genutzt und der Kongressstandort Braunschweig gestärkt werden. Die Volksbank als Investor steht bereits mit möglichen künftigen Betreibern in Kontakt. Ein Gutachten im Auftrag der Volksbank habe zwischenzeitlich ergeben, dass eine einheitliche Zimmerkategorie von 3, 4 oder mehr Sternen nicht empfehlenswert sei. Stattdessen werde für die bis zu 180 Zimmer ein Hybridmodell aus Standardzimmern im mittleren Preisbereich und Komfortzimmern vorgesehen.

Die Stadthalle ist ein Baudenkmal

Die Umsetzung des komplexen Gesamtprojekts soll Totalunternehmer  verantworten. Dieser soll nach Fertigstellung die gesamte Instandhaltung sowie Teile der Betriebsleistungen für 20 bis 25 Jahre übernehmen. Eine zusätzliche Herausforderung: Im Februar 2018, nach dem Grundsatzbeschluss des Rates, erklärte das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege die Stadthalle zum Baudenkmal. Das erhöht die  Ansprüche an die Sanierungsplanung noch einmal wesentlich.

Mit der Ausweisung zum Baudenkmal wurden zusätzliche Untersuchungen der Fassade und Akustikmessungen nötig. Die Waschbetonplatten der Fassade sind zu erhalten, ihre Aufhängung muss jedoch erneuert werden. Zahlreiche Anforderungen stiegen zudem durch die Denkmalschutzvorgaben. Zum Beispiel bezüglich des Parketts im Foyer des Saalgeschosses, das zu erhalten oder optisch gleichwertig zu ersetzen ist, obwohl der Estrich darunter ausgetauscht werden muss.

Wiedereröffnung bis spätestens Ende 2023

Die Verwaltung rechnet vom Baustart (einschließlich viermonatiger Vorlaufzeit für den Totalunternehmer ab Vergabe) bis zur Wiedereröffnung mit bis zu 36 Monaten. Kann der Auftrag an einen Totalunternehmer bis spätestens Ende 2020 vergeben werden, wäre mit der Wiedereröffnung der Stadthalle bis spätestens Ende 2023 zu rechnen.

Die Kosten belaufen sich auf 59,4 Millionen Euro

Die Kosten sind nach derzeitigem Planungsstand mit 59,4 Millionen Euro in der Größenordnung des Grundsatzbeschlusses (58,4 Millionen Euro). Nicht eingerechnet sind Kosten mögliche Veränderungen bezüglich der Entfluchtung sowie für eine umfangreiche Erneuerung von Entwässerungsleitungen auf dem Stadthallenareal. Abzuwarten bleibt, wie sich die angespannte Marktsituation auf die Baukosten auswirken wird.

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