Trap-Attack!

„Gefangen in 38“: Die regionale Trap-Szene präsentiert sich am 7. Dezember erstmals live im Stereowerk

Der 22-Jährige hat Trap im Blut und noch einige illegale Substanzen mehr. Foto: negatiiv OG.

Das angesagteste und populärste Musikgenre bei cool Kids, Hipstern und Stylern ist zurzeit
Trap. Fertige Sad Boys und sexy-schluffige Girls vernebeln sich mit allen möglichen Narkotika
und Antidepressiva die Birne, bis ihre Trap-Beats völlig verschlurft klingen. Dazu kommen
dann noch autoaggressive Auto-Tune-Lyrics und mollige Emo-Soundwolken.

 

Negatiiv OG, Sin Davis, SLAX & Co. auf einer Bühne

Auch in unserer Region ist der heißeste der Sound, der gerade die Popwelt beherrscht, längst
angekommen. Junge unverbrauchte Künstler wie der versaute Negatiiv OG, Skeeni Boy und
das schluffige Girl-Trio SLAX aus Braunschweig, der lässige Sin Davis aus Wolfenbüttel und
M.T. Imperator aus Wolfsburg beherrschen mit ihren Tracks die 38er Szene. Unterstützt von
Edo Saiya aus Köln und Felikz aus Dortmund stehen die hungrigen Trap-Hoffnungsträger am Freitag, 7. Dezember 2018, um 21 Uhr unter dem Titel „Gefangen in 38“ erstmals zusammen auf der Bühne
des Stereowerk in Braunschweig. Mit kurzweiligen, kompakten und zuweilen krassen Sets,
die sicher überraschen und elektrisieren werden.

 

Der entspannt pulsierende Sound von SLAX hat etwas von Young Thug mit ein bisschen Rin, die zusammen in den Mixer gefallen sind – und weiblich gemacht worden. Foto: Checkmate.

„Wo er herkommt scheint keine Sonne“: Der Braunschweiger Rapper mit kroatischen Wurzeln, berichtet vom everyday struggle, benutzt seine Musik als Ventil. Foto: Instagram / $kinnydroe.

Ufo361 und Yung Hurn haben es vorgemacht

Rapper und Kaputtnicks wie Fler, Ufo361 und Yung Hurn haben es den regionalen Künstlern
des Braunschweiger Labels Checkmate vorgemacht: Schon früh haben sie den Sound
eigenständig in Deutschland adaptiert. Doch erst mit dem Erfolg von Szenestars wie Migos,
Gucci Mane, Future und 21 Savage aus Georgia brachen alle Dämme: Viele der Rap-
Neuveröffentlichungen in Deutschland klingen mittlerweile nach Trap. In den USA belegen
Genre-Veröffentlichungen beständig die Top Ten der Billboard-Top-100. Darüber hinaus
fließen die prägnanten Soundstrukturen und Stimmphrasierungen seit einigen Monaten
auch in viele Pop-Produktionen ein.

 

Von US-Popstars bis zum ZDF-Trailer

US-Popstars wie Katy Perry, Nicki Minaj, Kanye West, Drake oder der deutsche Emo-Rapper
Casper arbeiten mittlerweile mit Trap, haben das Tempo ihrer Songs von mehr als 100 auf
nur noch rund 70 Beats pro Minute spürbar gedrosselt. Trap ist sogar schon beim Bieder-TV-
Sender ZDF angekommen – als Trailer zur Fußball-WM in Russland. Jener Musikstil, der In
den in den neunziger Jahren in den von Drogen und Gewalt geprägten Ghettos von Atlanta
entstand, einen tiefen Bass und züngelnde Hi-Hats aus dem Roland-808-Drumcomputer, als
Markenzeichen hat, ist längst im Mainstream angekommen. Was hier aber oftmals fehlt, ist
das authentisch Zerstörte, das Verrückte, das Unerwartete. Das wird hoffentlich bei der
ersten echten Trap-Show im Stereowerk zu erleben sein.

Geballter Trap im Stereowerk: Am 7. Dezember stehen sämtliche Künstler der Region zusammen auf einer Bühne. Foto: Veranstalter.

 

DJ Benübermensch aus Braunschweig legt an diesem langen Abend auf, als Special Guests
werden zudem unter anderem auch Swarovskibernasconi, ein Star-Tattoo-Artist aus Bochum,
und Yamma TV Straßensound erwartet. Die Vorverkaufstickets für die „Gefangen in 38“-Veranstaltung kosten 8 EUR und sind in der Hanfbar Braunschweig und im Online Shop erhältlich. Und nicht zu vergessen: Mit „Mutti- Zettel“ dürfen auch 16-Jährige die Veranstaltung besuchen.

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