The Poet and the Revolution: Musik mit der Macht der Gedichte – Szene38
18. Februar 2016
Konzert-Tipps

The Poet and the Revolution: Musik mit der Macht der Gedichte

Internationale Dichtung trifft Avantgarde-Folk, Kunstlied und Weltmusik: Am 25. Februar in der Wegwarte.

Ihre Musik lässt sich als "Freak Folk" bezeichnen: Experimentelle neue Musik, die Elemente von Weltmusik, Kunstlied, Americana, Jazz und Folk in sich vereint. Foto: Epiphany Records / oh.

Auf dem neuen Album „The Poet and the Revolution“ feiert das amerikanische Trio Epiphany Project die Macht der Gedichte. Experimenteller Gesang, virtuose Klavierimprovisationen, Soundeffekte und donnerndes Schlagwerk erwecken Lyrik aus aller Welt zu neuem Leben. Am 25. Februar präsentiert die Band ihre Musik im Wirtshaus Wegwarte in Lucklum.

Gedichte können die Welt verändern. Davon sind Sängerin Bet Williams, Pianist John Hodian und Schlagzeuger Mal Stein fest überzeugt. In Armenien, Amerika, China, Deutschland und Griechenland haben sie Texte gefunden, die dort als Hymnen auf Freiheit und Liebe, aber auch als Kampfansagen gegen Unterdrückung und Ungerechtigkeit gelten. In den Songs von Epiphany Project nehmen diese Texte gänzlich neue Gestalt an. Mit ihrer 4-Oktaven- Stimme singt und haucht, jauchzt, wispert und ruft Bet Williams die Verse. In John Hodians Klavierspiel entfalten sich dazu komplexe Rhythmen und ergreifende Melodien, die den Gesang tragen, umspielen oder kontrastieren. Ihrem Spiel folgt der New Yorker Perkussionist Mal Stein mal sachte, mal mit donnernden Drums.

„Das neue Album ist rhythmisch extrem spannend“, so Singer-Songwriterin Bet Williams. „Der griechische Song ‚The Birds‘ beginnt mit Zehnertakt und Klavierimprovisation, das armenische ‚Bolore Kez‘ – zu Deutsch: ‚Alles für dich‘ – mit orientalischer Dumbek im Fünfertakt.“ Komponist und Pianist John Hodian schätzt seinerseits den experimentellen Charakter der CD: „Wir haben für „The Poet and the Revolution“ viel Zeit im Studio verbracht. Gesang, Klavier und Schlagzeug bilden den Kern unserer Musik, aber diesmal arbeiten viele Songs auch mit Soundeffekten und Loops. Der Song „Velocity“ beginnt mit einer Rede von Albert Einstein über Aufklärung, Bildung und Frieden. Dabei schaffen Loops von Störgeräuschen und E-Gitarren einen Raum, in dem das Weltall fast greifbar wird. Und das kombinieren wir mit fließenden Klavierparts und Bets erdigem Gesang.“

Freak Folk: Weltmusik trifft Jazz, Folk und mehr

„Berührende Worte haben wir auch in den Briefen von John Adams, einem der Gründerväter der USA, und seiner Frau Abigail gefunden“, fügt Bet Williams hinzu. „Am Anfang tragen allein Klavier und Gesang diese Worte. Die Drums klingen, als würden sie zu einer fernen Schlacht aufrufen. Dann aber beginnen Männerund Frauenstimmen, sich zu überlagern. Persönliche Zeilen ebenso wie Gedanken über die kommende Revolution. Manche Gesangsspuren erinnern an Gospel. Johns Worte werden zur Stimme dieser Revolution. Und alles endet mit den Worten: ‚I am your faithful friend.'“ Mit „The Poet and the Revolution“ hat Epiphany Project ein Album geschaffen, das man im Amerikanischen „Freak Folk“ nennen würde: Experimentelle neue Musik, die Elemente von Weltmusik, Kunstlied, Americana, Jazz und Folk in sich vereint. Ein vielsprachiges, vielgestaltiges Kopfkino: mal kraftvoll und wild, mal leise, zart und verletzlich.

Beginn am 25. Februar ist um 20 Uhr, Details zur Band sind auf www.epiphanyrecords.com/epiphany-project-de zu finden.

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