„Das Festival wird größer denn je“

Summertime-Open-Air in Wolfenbüttel mit reichlich Liveacts und Aktionen.

Gegründet aus "tödlicher Langeweile" - dafür ausgesprochen erfolgreich: Herrenmagazin aus Hamburg spielen alljährlich auf angesagten Festivals. In Wolfenbüttel zählen sie zu den Headlinern. Fotos (3): Veranstalter / oh.

16 Bands und 3 DJs, circa 100 ehrenamtliche Helfer, rund 2.500 Besucher: Die diesjährige Ausgabe vom Summertime Festival in Wolfenbüttel legt noch einmal eine Schippe obendrauf. Am Samstag den 11. Juni stehen im Seeliger Park werden nicht nur mehrere Bühnen, sondern auch einige Aktionen installiert. szene38 sprach dazu mit Organisatorin Daniela Rieken von der Stadt Wolfenbüttel.

Für all die, die noch nicht im Bilde sind: Was ist das Summertime Festival?
Das Summertime Festival ist in erster Linie ein Musikfestival mit Fokus auf Indie-/Elektro-/Popmusik, welches als Beteiligungsprojekt organisiert wird. Bei uns haben junge Menschen, die Möglichkeit mitzubestimmen und sich in vielen verschiedenen Bereichen einzubringen. Hier liegt auch der Schwerpunkt, der aber eher hinter den Kulissen wahrgenommen werden kann. Es dient zur Musik und Kulturförderung in der Region und speziell in Wolfenbüttel.

Im Organisationsteam hat es zuletzt Wechsel gegeben. Wer steckt nun hinter bzw. in dem Projektteam?
Die Stadt Wolfenbüttel ist schon von Anfang (seit 2011) der Veranstalter und hat quasi die „Schirmherrschaft“ über das Festival. Von ehrenamtlicher Seite wurde in diesem Jahr zum ersten Mal mit einem neuen Konzept gearbeitet. Unter Anleitung der Stadtjugendpflege und dem Rockbüro hat sich eine Projektleitungsgruppe aus gut 20 Mitgliedern gegründet, die in verschiedensten Arbeitsgruppen alle Aspekte des Festivals geplant hat und dieses zusammen mit der gut 120 köpfigen ehrenamtlichen Crew umsetzt. Dies fördert die Eigenkompetenz der jungen Erwachsenen/Jugendlichen und zeigt die sozialpädagogische Seite des Projekts noch deutlicher als in den Jahren zuvor.

Bei der Braunschweiger Veranstaltungsagentur undercover unter Vertrag - mehr als bundesweit unterwegs: Tonbandgerät. Auch bei dem Summertime Festival stehen sie auf der Bühne.
Bei der Braunschweiger Veranstaltungsagentur undercover unter Vertrag – mehr als bundesweit unterwegs: Tonbandgerät. Auch bei dem Summertime Festival stehen sie auf der Bühne.

Das Summertime Festival findet schon seit mehreren Jahren statt. Wenn Sie ein Zwischenfazit ziehen, wie fällt dieses aus?
Das Festival wird größer denn je. Im Vorverkauf gibt es eine Steigerung um Vergleich zum Vorjahr um fast 100 Prozent. Durch die Gründung der Projektleitung gibt es mehr Beteiligung. Die Öffentlichkeit und auch die lokale Presse zeigen – von unserem subjektiven Gefühl ausgehend – ein größeres Interesse als noch in den Vorjahren. Die Projektleitung hat sich zu einem gut eingespielten Team entwickelt, das nicht nur auf „professioneller Ebene“ funktioniert, sondern auch gemeinsam großen Spaß an der Arbeit hat.

Sie arbeiten mit Spreadmusic zusammen – haben eine Warm-Up-Tour veranstaltet. Was hat es damit auf sich?
Das Ziel der Zusammenarbeit ist es, das Festival mehr in die Region zu bringen. Durch die Warm-Up-Tour in Wolfenbüttel, Wolfsburg, Helmstedt und Braunschweig und die damit verbundenen Bandcontests wurden Auftrittsplattformen für Künstler aus der ganzen Region geschaffen, was mit dem erklärten Ziel des Vereins und unseres Festivals einher geht, die regionale Musik und Kulturszene zu fördern.

Denkbares Ziel: Ein mehrtägiges Festival

Wo wollen Sie mit dem Festival noch hin? Was sind mittel- oder langfristige Ziele?
Über die Zukunft des Festivals sind wir als Veranstalter noch uneinig. Fest steht, dass es weitergehen soll. In welcher Form steht noch nicht fest. Die Fragen nach Mehrtägigkeit und ein damit verbundener Ortswechsel stehen im Raum und werden teils schon heiß innerhalb des Teams diskutiert. Wie es letztendlich weitergeht hängt zum einen vom Verlauf des Festivals in diesem Jahr ab und zum anderen auch von Entscheidungen der Stadt und der Politik.

Nach welchen Kriterien werden die Künstler gebucht? Worauf achten Sie insbesondere?
Das Booking hat ein Team aus der Projektleitung übernommen. Faktoren, die mit in die Entscheidungen für und gegen Künstler eine Rolle gespielt haben sind die (regionale) Popularität und das Genre der Acts. Aber auch Punkte wie die Vereinbarkeit mit dem Konzept des Projektes, Sympathie und oder auch der persönliche Geschmack der einzelnen Mitglieder des Teams war entscheidend. Auch der Kostenfaktor floss nicht unerheblich in die Entscheidung mit ein. Zudem hat das Bookingteam darauf geachtet, eine möglichst große musikalische Vielfalt bieten zu können.

Für Rieken ein persönliches Highlight: Knallfrosch Elektro.
Für Organisatorin Daniela Rieken ein persönliches Highlight: Knallfrosch Elektro.

Gibt es um die Auftritte herum ein Rahmenprogramm?
Es gibt ein sehr umfangreiches Rahmenprogramm mit Workshops und Mitmachaktionen wie Graffiti, Yoga, Streetart mit Fritz Kola, Textildruck mit Viva Con Aqua und viele mehr. Ein Highlight ist dort sicherlich das Finale des Bandcontest, mit dem das Festival um 12 Uhr eingeläutet wird.

Was zeichnet den Veranstaltungsort aus?
Die Atmosphäre im Seeliger Park ist eine ganz besondere, welches durch liebevoll und in Handarbeit gefertigte Dekorationen unterstützt wird. Man ist mitten in der Stadt und doch mitten im Grünen.

Mit welchen Zielen veranstaltet die Stadt das Festival?
Die Stadt will mit dem Festival die Jugendkultur in Wolfenbüttel fördern. Außerdem dient die Veranstaltung der Belebung der Stadt. Und es bereichert die lokale Kultur- und Musikszene.

Welche Acts sind Ihre persönlichen Highlights?
Für das Booking-Team ist das gesamte Line-Up ein Highlight, da viel Arbeit und Enthusiasmus ein hochkarätiges Programm auf die Beine gestellt wurde. Da ich selber aus Ostfriesland komme, ist für mich Knallfrosch Elektro aus meiner Heimat ein großes Highlight. Außerdem freue ich mich auch sehr auf Herrenmagazin, da ich vor einigen Jahren mal ein Meet and Greet auf einem anderen Festival mit ihnen gewonnen hatte – ein schönes Wiedersehen.

Das Festival öffnet am 11. Juni um 11:30 Uhr die Türen, um 12 Uhr startet das Programm. Karten gibt es an den bekannten Vorverkaufsstellen sowie an der Tageskasse. Dort sind sie für 19, ermäßigt 15 Euro, zu haben. Weitere Infos zum Line-Up, Timetable & Co gibt es auf summertimefestival.de.

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