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Peter Stoppok leitet Braunschweiger Senioren-Rockchor – Interview

Cover von Abba, ELO, Strassenjungs bis hin zu den Ramones

Rock’n’Roll is King: Nach dem Vorbild des US-Oldie-Chors Young@Heart legt der Braunschweiger Senioren-Rockchor seit dem Jahr 2011 auf den regionalen Bühnen los. Foto: KIBiS/Paritätischer Braunschweig

Inspiriert wurden sie von dem in den 1980er-Jahren gegründeten US-Oldie-Chor Young@Heart. Dieser hat sich auf die Interpretation von Klassikern der Rock- und Popmusikgeschichte spezialisiert. Im Jahr 2011 startete der Braunschweiger Senioren-Rockchor durch. Seitdem tritt dieser bei vielen regionalen Veranstaltungen auf. szene38 sprach mit Chorleiter Peter Stoppok.

Peter, wann und warum wurde der Braunschweiger Senioren-Rockchor gegründet?

Am 05.05. 2011 (n. Chr.) hatten wir unser Gründungstreffen. Das Seniorenbüro hatte die Idee, in Braunschweig mal einen neuen Weg zu gehen. Die Resonanz war groß. Zur ersten Vorbesprechung im Louise-Schröder-Haus kamen 170 Leute. 100 davon blieben übrig.

Wie alt sind die Teilnehmer und aus welchen Gründen singen diese mit?

Man muss erst 50 Jahre warten, bis man bei uns mitmachen darf – nach oben gibt es dann keine Grenzen. Heute heißt das ja „Generation Gold“. Für mich sind aber alle „Evergreens“. Alter ist bei uns kein Verdienst. Und der Chor ist mein Jungbrunnen.

Für den bekannten Braunschweiger Musiker und Chorleiter Peter Stoppok ist der „Chor ein Jungbrunnen“. Er treibt die „Generation Gold“ zu musikalischen Glanzleistungen an. Foto: Privat

Wie würdest du diesen in ein paar Worten charakterisieren?

Bei diesem Chor findet man wohl etwas, was einem sonst im Alltag abhanden gekommen zu sein scheint. Eine sympathische Mischung aus Entschleunigung und Regelmäßigkeit. Dazu allgemeine Freude am Singen und am Freude machen. Dieser Chor ist so bunt, dass er dadurch authentisch ist; und muss sich nicht um verkrampfte Kleinigkeiten kümmern. Außerdem haben wir einen super Vorstand. Dieser managt die Infrastruktur für alle so, dass die Heinzelmännchen sich schon beschwert haben, dass für sie nichts mehr übrig bleibt.

Welche Musikrichtungen und welche  Songs werden von euch aufgeführt?

Es soll hauptsächlich Spaß machen. Und die Leute sollen nicht sagen können, dass sie das Programm schon von anderen gehört haben. Von daher ist es im weitesten Sinne Rock, Pop oder Rock’n’Roll – aber nicht das, was man auf jedem Greatest-Hits-Sampler wiederfindet. Wichtig wäre zu erwähnen, dass die Musik streng nach dem musikalischen Reinheitsgebot behandelt wird. In der Regel  gibt es zum Gesang nur ein Klavier, das live gespielt wird. Alles ohne Tricks und doppelten Boden.

Was sind die Lieblingslieder des Senioren-Rockchors?

Da kann ich nicht für alle sprechen, aber an den leuchtenden Augen kann ich ablesen, dass Lieder von ABBA (zum Beispiel „Does your mother“ ) oder „Wir ham ne Party“ von den „Straßenjungs“ ganz gut gehen. ELO geht auch immer („Hold on tight“, „Rock’n’Roll is King“) und „A Glas of Champagne“ von Sailor ist auch beliebt.

Was sind die ungewöhnlichsten Songs in eurem Repertoire?

Ungewöhnlich ist ein zehnminütiges Rock’n’roll-Medley, das wir in der Version von Status Quo  spielen. Außerdem die Filmmusik aus „Friedhof der Kuscheltiere“ („Pet Cemetary“) oder „Sheena is a Punkrocker“ von den Ramones. Aber wir probieren auch immer wieder Neues aus. So gerade Songs von Alice Cooper oder von den Twisted Sister. „We didn‘t start the fire“ von Billy Joel hat auch etwas Besonderes.

Keine musikalischen Berührungsängste: Die rund hundert fidelen Ü-50-Akteure interpretieren in ihrem großen Repertoire Songs von Abba und den Beatles, aber auch von Alice Cooper und den Ramones. Foto: KIBiS/Paritätischer Braunschweig

Was macht für dich eine gute Coverversion aus?

Das man nicht merkt, dass es eine Coverversion ist. Oder dass man sich halt fragt, ob es wohl das Original ist, oder ob man es früher schon mal gehört hat.  Die Musikerpolizei tut sich da sehr schwer und es werden nur wenige Beispiele allgemein anerkannt. Dazu gehört „With a little help from my friends“ in der Joe Cocker-Version. Wir halten uns aber an das Original der Beatles, weil wir es auch im Medley mit „Sgt. pepper’s lonely hearts club band“ aufführen.

Wo und aus welchen Anlässen seid ihr bislang aufgetreten?

Überall und nirgends. Kürzlich beim Friedenskonzert in der St. Katharinenkirche. Im BZV Medienhaus anlässlich der Verleihung „Braunschweiger des Jahres 2018“. Beim Tag der Senioren sind wir immer der Headliner. Beim Tag der Selbsthilfegruppen, im Kindermuseum Wolfenbüttel und beim Kulturflohmarkt. Bei privaten Auftritten und diversen Kulturnächten. Beim Tag des Friedhofes in der Friedhofs-Hauptkapelle. Beim Musikfest Wolfenbüttel und jetzt in Peine. Im Rahmen des Tastentaumel und im Schimmel-Auswahlzentrum. Bei vielen interessanten kirchlichen Veranstaltungen, sowie einmal in einem Gottesdienst in der St. Jakobi-Kirche.

Wer kann bei euch alles mitmachen und wie kann man Kontakt aufnehmen?

Wie gesagt: Mindestens 50 Jahresringe sind Voraussetzung. Man sollte Freude daran haben, mit Menschen zusammen zu kommen und etwas neugierig sein. Kontakt kann man über unsere 1. Vorsitzende aufnehmen. Einfacher ist aber einfach mal vorbei zu kommen. Noten braucht man nicht zu kennen, da wir selber auch keine haben. Wohl aber Texte. Am besten mal bei einem der nächsten Auftritte vorbei kommen. Da wir etwas über 100 Sängerinnen und Sänger sind, ist die Chance groß, dass man schon jemanden kennt.

Wo und wie oft trifft sich der Senioren-Rockchor?

Immer donnerstags (außerhalb der Schulferien) trifft sich unsere erste Gruppe um 13:30. Und die zweite Gruppe um 15:00 Uhr, weil wir so viele sind. Es proben aber alle das Gleiche. Einige singen auch in beiden Gruppen. Die Proben finden im Gemeindesaal der reformierten Kirche im Wendentorwall 20 statt – mit Blick ins schöne Grün mit Eichhörnchen.

Was sind die kurz- und mittelfristigen Ziele des Braunschweiger Senioren-Rockchors?

Erstmal den Euro und die EU überleben – dann sehen wir weiter. Trump aus dem Amt singen vielleicht…

 

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