Odeville – Zwischen Melancholie und Euphorie

Authentisch-nachdenklicher Deutsch-Pop im April 2019 live in Braunschweig

BU: Nachdenklich und doch optimistisch, schweben und dynamisch. Die Hamburger Band Odeville spielt glaubwürdigen und zeitgemäßen Deutsch-Pop. Foto: Undercover

„Bitte ja, bitte, gleich. Ich sprenge diese Party. Ich will rennen, rennen, rennen…“, singen Odeville aus Hamburg. Hauke Horeis (Gesang), Tim Sinclair (Bass), David Bergert (Gitarre), Sascha Gotthard (Schlagzeug) und Martin Dörr (Keyboard) drängen mit druckvoll-dynamischen Rock, mit überraschend gesetzten Breaks und authentisch Texten nach vorne. Zumindest im Song „Bitte, ja bitte, gleich“.

Der Geheimtipp aus Hamburg

Im Jahr 2006 gegründet, galten die fünf Hamburger lange als Geheimtipp, haben sich aber längst eine beachtliche Fangemeinde erspielt. Ein echter „Lichtblick“ zwischen aufgesetzt leidenden Deutsch-Pop-Luschen wie Bendzko, Forster, Giesinger & Co., die mit ihren seicht-schwülstigen Songs die Format-Radiosender verstopfen. Auch wenn Odeville mit Liedern wie „Leuchtreklamenpoesie“ oder „Lichtblick“ auch ein wenig in diese Richtung weisen. Doch das stabile Bandgefüge, die deutlich rauere Live-Präsenz irgendwo zwischen Melancholie und Euphorie, Party und Post-Pop und einer gehörigen Portion Selbstironie macht die Jungs doch besonders.

Odeville live in Braunschweig

„Rom“ heißt ihr aktuelles Album, das emotionaler und erwachsener klingt und viele persönliche Erlebnisse und Gefühle reflektiert. Richtig gut sind sie aber vor allem dann, wenn sie allen Kitsch über Bord werfen, ihnen die Gäule durchgehen und ihre Screamo- und Post-Hardcore-Vergangenheit durchschimmert. So wie im treibend-provokativen „Bitte, ja bitte, gleich“, einem der besten Songs. Am 18. April 2019 um 20 Uhr könnt ihr Odeville im Rahmen ihrer „Rom“-Tour erstmals live im Eulenglück Braunschweig erleben.

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