Musikikone und Nobelpreisträger – Szene38
14. Dezember 2018
Konzert-Tipps

Musikikone und Nobelpreisträger

Bob Dylan am 6. Juli 2019 live in Braunschweig!

Einige von Bob Dylans sozialkritischen, politischen und poetischen Texte gelten als Werke von höchstem literarischem Rang. Foto: Undercover

Er ist eine lebende Legende, einer der ganz großen Dichter und Denker der Musikgeschichte: Bob Dylan. Von seinen Fans weltweit gefeiert, von den Medien teilweise als Messias verklärt, hat Robert Allen Zimmermann, so Dylans richtiger Name, eigentlich den größten Teil seines Lebens damit verbracht, dieser erdrückenden Verehrung und Verklärung zu entfliehen. Umso sensationeller ist es, das man den originären, rätselhaften und facettenreicher Musiker im Jahr 2019 bei diversen Konzerten live erleben kann. Und eines davon steigt am 6. Juli 2019 um 20 Uhr live in der Volkswagen Halle Braunschweig.

Ungewollt wurde Dylan mit seinen schnörkellosen Folksongs zur Stimme einer neuen Generation. Foto: Facebook / Bob Dylan.

Beeinflusst von Folk, Country und Rock’n’Roll aus dem Radio

Geboren 1941 in Duluth, Minnesota, wurde Dylan bereits als Kind geprägt von Folk-, Country- und Rock’n’Roll-Sounds, die er nachts im Radio hörte. Nach ersten Erfahrungen in High-School-Bands zog er nach dem Abitur nach St. Paul und begann dort ein Musikstudium. Er spielt unter seinem Künstlernamen Bob Dylan (eine Hommage an den Dichter Dylan Thomas) live in vielen Cafés des Greenwich Village. Und covert zudem Songs seiner Vorbilds Woody Guthrie. Im Jahr 1962 erhält er überraschenderweise einen Plattenvertrag bei Columbia Records, als erster Folksänger bei einem großen Major-Label. Sein Debüt „Bob Dylan“ erscheint 1962 und enthält hauptsächlich Coverversionen– unter anderen auch „Man Of Constant Sorrow“, der spätere Titeltrack zum Erfolgsfilm „O‘ Brother, Where Art Thou“.  Das zweite Album „The Freewhelin‘ Bob Dylan“ legt 1963 den Grundstein zum Erfolg, der bis heute unaufhaltsam anhält. Songs wie „Blowin‘ In The Wind“ oder „A Hard Rain’s A-Gonna Fall“ werden Klassiker der Hippie- und Protestbewegung.

Das schnarrende Sprachrohr der Gegenkultur der 60er Jahre

Dylan entert mit der Coverversion von „Blowin‘ In The Wind“ (im Original von Peter, Paul & Mary) die Spitze der US-Singlecharts und begibt sich auf eine erfolgreiche Tour mit der Folk-Sängerin Joan Baez, die ihn im ganzen Land bekannt macht. Der hagere, spleenige Typ mit der schnarrenden Stimme und dem unorthodoxen Gitarrenstil avanciert zum Star. Mit seinem dritten Album „The Times They Are A-Changin‘“ erreicht er 1964 den ersten Höhepunkt seiner Karriere – wird von der Presse zur Ikone hochstilisiert, und von seinen Fans als eine Art Propheten verehrt. Der Bruch folgt 1965 beim Newport Folk Festival, bei dem Dylan, das Sprachrohr der Gegenkultur, mit seiner Band ein elektrifiziertes, verzerrtes „Like A Rolling Stone“ spielt – und damit seine Fans verärgert. Die Hinwendung zur Rockmusik nahmen ihm viele übel.

Hunderte Alben, weltweite Tourneen und Ehrenpreise

Dylan will Ruhe und Distanz. Einen Motorradunfall nahe Woodstock nutzt er, um von 1966 bis 1968 unterzutauchen – in der Hoffnung, in Vergessenheit zu geraten. Ein Vorhaben, das ihm nicht gelingt. Bis heute nicht. Über die Jahrzehnte ist sein Leben geprägt von Heirat, Kindern, Scheidung, der Hinwendung zum Christentum, von um die hundert veröffentlichten Alben, zahlreichen Zeichnungen und Bildern, Büchern sowie Tourneen um die ganze Welt. Ein Asteroid wird nach ihm benannt. Filme über ihn gedreht. Ehrendoktortitel und -preise, darunter auch der Nobelpreis für Literatur im Jahr 2016, werden an Dylan verliehen. All das und noch viel mehr zeichnet den Status dieses einzigartigen Musikers aus, dessen Stern bis heute ganz hell leuchtet.

Bob Dylan in Braunschweig

Am 6. Juli 2019 spielt Bob Dylan, einer der einflussreichsten Musiker des 20. Jahrhunderts, live in Braunschweig. Ab 20 Uhr verwandelt er den Samstagabend in der Volkswagen Halle mit seiner Show in eines „der“ musikalischen Ereignisse Braunschweigs im Jahr 2019. Tickets gibt es hier bei Undercover.

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