Mister Me verkündet „Das Ende vom Hass“ im Eulenglück – Szene38
2. Juni 2019
Konzert-Tipps

Mister Me verkündet „Das Ende vom Hass“ im Eulenglück

Der Songwriter aus Einbeck singt über Geschlechterrollen, gesellschaftliche Ängste und mediale Überforderung

Mister Me mischt intelligenten Hip-Hop mit gefühlvollem Singersongwriter-Sound. Er setzt sich mit vielfältigen gesellschaftlichen Themen auseinander und verfügt über eine starke Bühnenpräsenz. Foto: Undercover

Einbeck, ehemalige Hansestadt, im Landkreis Northeim in Südniedersachsen ist nicht gerade als Weltstadt, aber immerhin als Bierstadt bekannt. Mehr als 150 spätmittelalterliche Fachwerkhäuser schmücken im Zentrum das Stadtbild. Einer der bekanntesten Musiker, der aus diesem pittoresken Ausflugsort stammt, ist Mister Me.

Eine Autoimmunkrankheit verändert sein Leben

Mister Me heißt eigentlich Micha Meißner und hat schon früh den Hip-Hop für sich entdeckt. Erst kam bei ihm der Rap, dann entwickelte er sich weiter zum Singer-Songwriter. Der Grund: Durch eine Autoimmunkrankheit verlor der 28-Jährige all seine Haare. Dieses einschneidende Erlebnis und Erleiden führte ihn zu einer noch intensiveren Auseinandersetzung mit seinem Leben und der Musik. Meißner orientierte sich musikalisch hin zu noch tiefer gehenden, sehr persönlichen Texten. Zu melodischeren Songs und mehr Gesang zusätzlich zum gesprochenen Wort.

Authentisch, eindringlich und gefühlvoll

In dem Titelsong seiner EP „Nackt“ aus dem Jahr 2015 schildert Mister Me nur zur Piano- und Perkussionsbegleitung sehr offen, authentisch und eindringlich seine Gefühle und Erfahrungen nach seinem gesundheitlichen Einschnitt. „Ich bin nackt, tauche in meinen Takt, füll’ mein Herz wieder auf. Ich bin nicht mehr hier, schweb’ über den Dingen, will zurück zu mir …“, singt er im Refrain. Rap trifft hier auf sensible Singer-Songwriter-Kunst.

Auf der Suche nach Orientierung

Andere Lieder von ihm sind etwas opulenter instrumentiert oder kommen im leicht rockigen Popgewand daher. Dabei spielen diese Songs durchaus in einer Liga mit Stücken von kommerziell erfolgreichen deutschsprachigen Songwritern wie Bosse, Tim Bendzko oder Philip Poisel. Allen gemein ist die Suche nach Orientierung, die sie in ihren Texten strukturell meist durch die Aneinanderreihung von Metaphern aufarbeiten. Mister Me benutzt in seinen Songs eine sehr direkte und bildintensive Sprache.

Das große Thema ist immer die Versöhnung

Im Herbst erscheint nun das zweite Album des Wahlberliners. Es präsentiert  seinen Reifeprozess als Künstler, erwachsen vor allem aus dem Zuspruch seiner Zuhörer. Auf den vielen Konzerten war die Voraussetzung, sich mit Themen auseinanderzusetzen, die in der Popmusik aktuell eher weniger  zu finden sind: Geschlechterrollen und gesellschaftliche Ängste. Angst vor Fremdem und mediale Überforderung. Mit all diesen Themen setzt sich Mister Me auseinander. Das große Thema ist dabei jedoch immer Versöhnung. Und darum trägt das neue Album den Namen „Das Ende vom Hass“. Ende 2019/Anfang 2020 geht er damit auf große Konzertreise durch 29 Städte in Deutschland und Österreich. Einer davon ist Braunschweig. Am Donnerstag, 16. Januar 2020, 20:00 Uhr, kann man ihn live im Eulenglück erleben.

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