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„Ich genieße immer genau das, was ich gerade mache“: Bollmer im Interview

Peter Bolmer tritt am 19. Februar mit seiner Band im Eulenglück auf.

Das Hemd glattgestrichen, die Hosenträger umgeschnallt, am Hut gezupft: "Gestatten, Bollmer!“ Foto: Katja Kuhl / oh.

Als Sänger und Gitarrist von EL*KE spielte Peter Bolmer Support für Bands wie die Toten Hosen, Silbermond und auch Billy Idol – mittlerweile ist der gebürtige Emsländer mit seinem eigenen Soloprojekt Bollmer unterwegs. Am Freitag den 19. Februar gastiert er im Rahmen der „Flieg mit mir“-Tour Eulenglück in Braunschweig, szene38 hat sich vorab mit ihm unterhalten.

Du warst früher in der Rockband EL*KE aktiv. Wie kam es zu der Umorientierung?
Wir brauchten nach den vielen Auftritten auch mal wieder Ruhe. So konnten wir uns um unsere eigenen Leben kümmern – diese Pause habe ich genutzt, um neue Sachen auszuprobieren. Nach einer Thailandreise habe ich dann gemerkt, dass ich eigene Songs produzieren möchte. So entstand mein Soloprojekt.

War ein Soloalbum schon länger in Überlegung oder entstand das eher spontan?
Natürlich habe ich darüber schon öfter nachgedacht. Durch EL*KE kam ich dann auch ans Singen, was mir sehr viel Spaß gemacht hat. Die Pause tat mir zwar gut, aber ich konnte mir nicht vorstellen, nicht mehr unterwegs zu sein, da ich schon als Jugendlicher immer auf Tour gewesen bin. Deswegen wollte ich weitermachen – dann kam Bollmer zustande.

Fühlst du dich jetzt wohl damit, solo aufzutreten? Oder denkst du manchmal etwas wehmütig zurück?
Früher hat mich natürlich sehr geprägt und klar war es damals schön. Ich bin mit dem Livespielen groß geworden und habe schnell gemerkt, dass ich Menschen besser Live erreiche. Deswegen gefällt mir das auch Solo aufzutreten.

Wenn du sagst, dass das Livespielen für dich eine große Bedeutung hat – genießt du dann am meisten die Zeiten auf Tour?
Nicht unbedingt. Ich kann immer genau das genießen, was ich gerade mache. Im Moment bin ich oft im Studio, auch das genieße ich. Es hängt alles mit meiner Leidenschaft zusammen.

Du lebst jetzt in Berlin, bist aber in der Provinz aufgewachsen. Ist es als Musiker angemessener in einer Stadt wie Berlin zu wohnen?
Ja, finde ich schon. Ich bin seit 14 Jahren in Berlin und darf mich jetzt auch Berliner nennen. Mittlerweile habe ich auch mehr Freunde in Berlin als woanders. Hier bekommt man viel Inspiration und Kontakte sind einfacher zu pflegen. Aber trotzdem ist mir die Provinz, meine alte Heimat, noch sehr wichtig. Zum Entspannen und neue Kraft Tanken brauche ich das.

Stichwort Berlin. Dein Song „Berlin“ wurde zur Vereinshymne von dem Handballverein „Füchse Berlin“. Hast du selbst einen Bezug zum Handball?
Vorher hatte ich den Bezug nicht. Ich war immer auf Fußball fixiert. Aber nachdem die Hymne geändert wurde, habe ich mir ein Spiel angeguckt: Seitdem bin ich total mitgerissen. Das fand ich total super, die Stimmung ist ganz anders. Ich bin auch sehr stolz, auf den Sieg der Europameisterschaft, da der Trainer vorher die Füchse trainiert hatte.

Hast du die Europameisterschaft intensiv verfolgt?
Man bekommt das immer etwas mit, aber dass die Mannschaft dann plötzlich im Viertelfinale steht oder schließlich Finale, dass kam dann sehr schnell. Man bleibt daran kleben und verfolgt es mit Spannung. So ähnlich ist das auch mit Songs. Es dauert etwas, aber dann bekommt man sie doch unterbewusst mit.

Deine Songs wurden durch den Rammstein-Produzenten Stefan Glaumann gemischt. Inwiefern hat das Einfluss auf die Musik?
Bei meinem ersten Album war ich noch sehr unerfahren, was Aufnahmen anging. Ich habe das gemacht, was ich kannte, Sachen ausprobiert aber durch Stefan sind die Songs vom Sound her auch professionell. Einen Einfluss hat das natürlich schon. Beim zweiten Album habe ich dann viel mehr selber gemacht und im Vorfeld wurde überlegt, wo es hingehen soll. So war die Arbeitsweise eine total Andere, was man am Sound und am Klang merkt.

In deiner Ankündigung steht, dass du für „ergreifende Ehrlichkeit“ stehst. Was heißt ehrliche Musik und wie identifiziert man einen ehrlichen Musiker?
Ehrliche Musik ist für mich, wenn man auch mal Musik und Text nicht immer glatt macht – sondern so lässt wie sie sind. Auch live sollte man nicht versuchen alles auszubessern, denn Menschen sind nicht perfekt und die Musik ist es auch nicht. Leuten sein wahres „Ich“ zu zeigen, das finde ich ehrlich.

Du bist am 19. Februar in Braunschweig in einer eher clubbigen Atmosphäre. Wie kann man sich deine Art und dein Konzept bei einem Gig vorstellen?
Gute Stimmung wird es auf jeden Fall geben. In meiner Band sind die zwei Mädels, die das Publikum sehr gut bei Laune halten können. Egal ob vor 300 oder nur 100 Leuten, die Stimmung wird immer super sein.

Hast du einen Bezug zur Löwenstadt?
Nur private Sachen, da früher meine Freundin in der Nähe wohnte. Ansonsten habe ich mit EL*KE ein paar Mal in Braunschweig gespielt, das ist aber etwas länger her.

Du bist gerade am Abschluss deines zweiten Studioalbums, hast du schon Pläne und Projekte für danach?
Auf jeden Fall. Wir planen eine Tour im Herbst, die dann zum zweiten Album kommt. Das Album soll im Sommer zwischen Mai und Juni erscheinen. Wir planen Festivals und einige Sachen, die noch nicht verraten werden dürfen.

Einlass am 19. Februar gibt es ab 19 Uhr, gestartet wird um 20 Uhr. Karten gibt es etwa bei der Konzertkasse.

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