Henning Wehland ist „Der Letzte an der Bar“

Der H-Blocks-Shouter erzählt seine Lebensgeschichte im Hallenbad Wolfsburg.

Henning Wehland erzählt in seinen Songs von Ängsten und Wünschen, menschlichen Schwächen, Gefühlschaos und von Hoffnung. Foto: undercover / Markus Walter.

Mitte der 90er-Jahre gehörten die H-Blockx aus Münster, Such A Surge aus Braunschweig und die Guano Apes aus Göttingen zu den Speerspitzen und Topsellern der deutschen Crossover-Szene. Nun kommt die deutsche Crossover-Ikone Henning Wehland in unsere Region.

Das H-Blocks Debütalbum verkaufte sich 750.000 Mal

Die H-Blocks, um Frontmann und Bandgründer Henning Wehland, räumten mit ihrem Debütalbum „Timo to move“ im Jahr 1994 richtig ab. Das Werk verkaufte sich 750.000 Mal, stieg bis auf Platz 14 der Charts und erreichte Goldstatus. Auch die Nachfolge-Alben „Discover my Soul“ (1996), „Fly Eyes“ (1998), „Get in the Ring“ (2002), „No Excuses“ (2004) und „Open Letter to a friend“ (2007) stiegen in die Top 20 ein. Das vorletzt letzte Werl, “HBLX” (2012) schaffte es immer hin noch auf Platz 31. Die H-Blocks schrieben mit ihren Alben und zahlreichen Konzerten deutsche Crossover-Geschichte.

Henning Wehland berichtet über seine neu gewonnenen Freiheit

Doch die vielen Bandjahre haben auch Spuren hinterlassen. Wehland, der seit Anfang der 90er als Sänger und Songschreiber aktiv ist, hat nicht nur mit den H-Blockx, sondern später auch mit den Söhnen Mannheims die deutsche Musikszene geprägt. Er hat insgesamt fast zweieinhalb Millionen Tonträger verkauft und sorgte als Juror bei „The Voice Kids“ für neue Gesangstalente in diesem Land. Doch Wehland kennt sich auch ganz gut mit der anderen Seite aus: Mit den Tiefen, den kreativen Selbstzweifeln, mit Rückschlägen. Im Jahr 2017 ist Henning Wehland „Der Letzte an der Bar“, der auf seinem ersten Soloalbum seine bisherige Geschichte erzählt. Die Geschichte seiner neu gewonnenen Freiheit. Oder besser gesagt: Seiner neu akzeptierten Freiheit. Die Freiheit, er selbst zu sein. Und nur er selbst.

Rocker, Rapper, Hippie

„Ich bin bereit. Das ist die Botschaft für den Chef der Musikpolizei. Ich reiß alle Fenster auf, damit du hörst, was ich schrei: Ich bin Rocker, Rapper, Hippie. Ich bin frei!“, heißt es in „Frei“. Ein Mission-Statement, wie man neudeutsch sagt. Ein Stück, mit dem Henning Wehland sein Territorium ganz neu absteckt. In künstlerischer Hinsicht, aber auch privat. „Ich habe nie verstanden, wie man erwachsen wird“, erklärt Henning Wehland die Hintergründe zu seiner vertonten Autobiographie. „Stattdessen habe ich alles gemacht, alles ausprobiert, um mich von der Wirklichkeit abzulenken und vor lauter unbegrenzten Möglichkeiten verlernt, mein eigenes Bauchgefühl wahrzunehmen.“ Auf „Der Letzte an der Bar“ hat Wehland seine späte Suche nach dem Erwachsenwerden festgehalten und beantwortet sich all die wichtigen Sinnfragen, vor denen er so lange erfolgreich davon lief.

Pop, Blues, Rock, Liedermacher-Elemente

Henning Wehland verpackt seine Geschichten in Pop, Blues, Rock, Liedermacher-Elemente und sogar Reggae. Mal alleine mit Beatbox und Akustikgitarre im Rücken. Mal mit Steeldrum, mit Backing-Band oder einem funky Blasorchester. Whatever works. Und natürlich seine markante Stimme. Erstmalig auf Deutsch, ohne sich hinter englischen Lyrics zu verstecken. Wehland macht sich angreifbar, denn Ehrlichkeit und Offenheit sind immer noch die beste Verteidigung. Wehland kämpft. Mit Rückgrat, Seele, Herz und Verstand – Und erreicht damit nicht nur alte H-Blocks-Fans, die mit ihm erwachsen geworden sind, sondern sicher auch viele neue.

Vom Rockmusiker zur etablierten TV-Präsenz: Henning Wehland. Foto: undercover / Markus Walter.

Henning Wehland in Wolfsburg

Am 13. April 2019, 20 Uhr, kann man das Ruhrpott-Urgestein im Hallenbad in Wolfsburg erleben. Als passende Verstärkung ist der umtriebige Singer-Songwriter, Rockmusiker, Multiinstrumentalis, Produzent und Fotograf Sebel live dabei.

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