Grimmiger Rap-Köter

Haze, 187 Strassenbande - und Raf Camora -Support, am 9.11. live im Stereowerk

Pumpende Kicks, peitschende Snares und in Flows verflochtene alltägliche Geschichten des Karlsruher Rapper. Foto: Alte Schule Records

Alte Schule Records heißt das Label des Karlsruher Straßenrappers Haze. Das passt wie die Faust aufs Auge, „Becher & Blunt“ in den Mund. Der gebürtige Kroate, dem Identität und der Bezug zur eigenen Herkunft sehr wichtig sind, hat eine granulat-harte Stimme, die er über knochentrockene Beats fließen lässt. Den Sound, wie beim legendären Eastcoast-Duo Gang Starr, auf das Wesentliche reduziert. Er ist zugleich Traditionalist und Erneuerer des deutschen Hip-Hop, weshalb die musikalische Untermalung seiner Tracks den Hörer zuweilen geradewegs ins New York der Neunzigerjahre beamt.

 

Straßengangster und Poet

Textlich fährt Haze den klassischen Straßen-Gangster-Film: Dunkle, bedrohliche Block-Atmosphäre, trockene Drums und peitschende Punchlines – zuweilen blitzen sogar poetische Momente im gleißenden
Scheinwerferlicht auf. Haze, der auch die US-Rap-Gods Dr. Dre und Eminem als Einflüsse nennt, glänzt wie eine Goldkette im dreckigen Rinnstein: Er besitzt Rohheit, eine saubere Technik und eine grimmig-ignorante Attitüde, die er mit Vorliebe auf Promofotos und in seinen Videos mit zähnefletschenden Kampfkötern zur Schau stellt.

Haze weiß genau „Wie Der Hase Läuft“. Auf der Straße kennt er sich aus. Foto: Alte Schule Records.

 

„Stärker als die meisten schwachen Rapper in der Szene“

Sein Potenzial wissen auch Deutsch-Rap-Abräumer wie die Hamburger 187 Strassenbande und Raf Camora zu schätzen – beide Acts begleitete er bereits als Support auf Tour. Zudem sind Chartstürmer wie Bonez MC  und MoTrip auf Haze‘ Debüt-Album „Guten Abend, Hip Hop…“ vertreten, dass es 2018 bis auf Platz 30 der Album-Charts schaffte. Seine „Zwielicht LP“ schoss im Februar 2018 sogar auf Platz 3 der deutschen Charts.

 

 

Haze in Braunschweig

Am 9. November kommt Haze, dessen Künstlername sich auf die gleichnamige Cannabissorte bezieht, die er auch oft in seinen Texten thematisiert, im Rahmen seiner „Zwielicht 2018“-Tour erstmals nach Braunschweig. Ab 20 Uhr ist er live im Stereowerk zu erleben. Als Support sind die Argonautiks dabei.

 

 

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