DeWolff rocken im Eulenglück

Das niederländische Trio zelebriert den Heavy- und Bluesrock der frühen 1970er-Jahre

DeWolff huldigen Krach- und Frickel-Helden wie Jimi Hendrix, Deep Purple und Led Zeppelin mit viel Kreativität und Spielfreude. Foto: Undercover

Kleine Quizfrage: Von wem und aus welchen Kultfilm stammt folgendes Zitat: „Wissen Sie, wie Sie beide aussehen. Wie zwei Typen Die jemandem den Kopf weggeblasen haben…“
Die Antwort: Von Winston „The Wolf“ Wolfe (dargestellt von Harvey Keitel) aus Quentin Tarantinos „Pulp Fiction“.

Inspiriert von Jimi Hendrix, Deep Purple und Led Zeppelin

Die niederländische Band DeWolff benannte sich im Jahr 2007 nach dem coolen „Problemlöser“ aus dem Oscarprämierten Episodenfilm. Noch als Teenager gründeten Gitarrist und Sänger Pablo van den Poel, sein Bruder Luka (Schlagzeug) und Robin Piso (Keyboards, Bass) im beschaulichen Geleen ihr Trio. Beeinflusst von legendären Krach- und Frickel-Helden wie Jimi Hendrix, Deep Purple und Led Zeppelin fabrizieren sie einen in Nuancen immer wieder abgewandelten und verfeinerten Klangkosmos.

Special Guests von The Black Keys und Deep Purple

Nach ihrer ersten, selbstbetitelten EP (2008) und dem Debütalbum „Strange Fruits and Undiscovered Plants” (2009) avancierten die drei durch leidenschaftlich dargebotene Gigs auf internationalem Parkett rasch zu einer Macht im Vintage-Rock-Bereich. In den folgenden Jahren spielte die Band weltweit unter anderem als Special Guests angesagter Neo-Bands wie den Blues Pills und The Black Keys, aber auch mit Altmeistern wie Deep Purple und Ten Years After.

Donald-Trump-Bashing auf neuen „Thrust“-Album

Inzwischen leben und arbeiten DeWolff in Utrecht, wo sie ihr Electrosaurus Southern Sound Studio und ein dazu gehöriges Plattenlabel betreiben. In Eigenregie produzierte das Trio dort im vorigen Jahr „Thrust“. Ein Album, auf dem die Mittzwanziger nicht nur mit ihren inzwischen wohlbekannten Trademarks punkten. Ebenso lohnenswert ist es, auf die gesellschaftskritischen Lyrics zu achten, denn die Band transportiert auch auf diesem Weg die eine oder andere klare Botschaft: So nimmt sie zum Beispiel Persönlichkeiten aus der Politik wie Donald Trump („Deceit & Woo“) oder den niederländischen Rechtsaußen Geert Wilders aufs Korn („Big Talk”) und macht deutlich, was von derlei verstörenden Zeitgenossen zu halten ist.

Mit viel „Schubkraft” legen DeWolff auch live los

Übersetzt steht der Begriff „Thrust“ unter anderem für „Schub” oder auch „Schubkraft”. Als Titel für das aktuelle Album von DeWolff treffsicher gewählt, passt er wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Wieder einmal zeigt sich hier, dass es nicht mehr als eine klassische Dreierbesetzung braucht, um im Studio und vor allem auch auf der Bühne musikalisch einen Sturm zu entfesseln. Dies ist seit den späten 1960er- und frühen 1970er-Jahren hinlänglich bekannt. Auf eben jene mittlerweile sagenumwobene Ära referenziert das Trio mit seinem psychedelisch angehauchten Heavy- und Bluesrock – und entfacht live einen kleinen Wirbelsturm. Am 6. April 2019, 20 Uhr, sind die langmähnigen Retrorocker live im Eulenglück Braunschweig zu erleben.

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