Clawfinger rocken in Braunschweig

Die skandinavischen Crossover-Pioniere spielen Hits wie „Nigger“ & Co.

Sozialkritische Texte, scharf-sägende Gitarrensounds und Mitgröhl-Refrains sind die Markenzeichen der schwedisch-norwegischen Crossover-Heroes. Foto: Undercover

Zwischen 1993 und 1998 krachte ein Sound in die Charts und Clubs, der die Massen elektrisierte: Crossover. Der Name etablierte sich vor dem Hintergrund einer zweiten Welle von Crossover-Bands, die vom Massenpublikum bereits nicht mehr mit Hardcore in Verbindung gebracht wurden. Die coole Speerspitze bildeten unter anderem Body Count, um Rapper Ice-T, Rage Against the Machine, Dog Eat Dog und Clawfinger. Auch Braunschweiger Bands wie Such a Surge und Phase V mischten bei diesem Trend-Sound der Alternative– und Metal-Szene damals munter mit.

Das Debüt-Album „Deaf Dumb Blind“ erlangte 1993 Goldstatus

Als einer der Pioniere dieses Genres des Genres gelten seit Anfang der 1990er Jahre Clawfinger. Die Skandinavier veröffentlichten 1993 ihr Debüt-Album „Deaf Dumb Blind“, das wie eine Bombe einschlug. Das Werk verkaufte sich weltweit über 600.000 Mal und erlangte in Deutschland, Schweden und Norwegen Goldstatus. Die erste, inhaltlich sozialkritische Single „Nigger“ wurde als rassistischer Song vorverurteilt und brachte die Band bei den damals angesagten TV-Musiksendern MTV und VIVA in die Diskussion. Sänger und Songschreiber Zak Tell kündigt aufgrund der Missverständnisse heute noch auf Konzerten den Song als „anti-rassistisches Stück“ an. Die Gruppe spielte daraufhin Tourneen mit Alice In ChainsDie Krupps und Anthrax – und trat auf vielen großen internationalen Festivals wie Rock am Ring oder Roskilde auf.

Auch „Use Your Brain“ wurde ein Erfolg und verkaufte sich 500.000 Stück

Das zweite Album „Use Your Brain“ von 1995 zeigt die Band als gereifte Musiker und konnte an den Erfolg des Debüts anknüpfen. Denn rund 500.000 Exemplare wurden verkauft. In Deutschland stieg das Werk auf Platz 8 der Charts. Greifbare Hooklines, leicht zu merkende Refrains sowie scharf-sägende Gitarrensounds, welche oftmals weniger als zwei Riffs lang den Rap-Gesang rhythmisch unterstützen, sind weiterhin ihr Markenzeichen. Für die deutsche Bombast-Band Rammstein remixten Clawfinger diverse Songs, gingen im Jahr 2001 sogar auf eine gemeinsame Tour.

Die Konzertbühnen wurden kleiner und die Verkäufe weniger

Auch nach dem Abflauen der Crossover-Welle blieben Clawfinger präsent, auch wenn die Konzertbühnen kleiner und die Verkäufe weniger wurden. 2007 veröffentlichten sie ihr siebtes Studioalbum „Life will kill you“, das es auf Platz 89 der deutschen Charts schaffte. Durch das Betreiben ihres eigenen Fear-and-Loathing-Tonstudios in Schweden – zusammen mit der Band Meshuggah – sind Clawfinger auch als Produzenten zahlreicher Rap– und Metal-Produktionen aktiv. Am 4. August 2017 veröffentlichte die Band außerdem eine neue Single mit dem Titel „Save Our Souls“.

Tour im Oktober 2019 mit Braunschweig-Termin

Voriges Jahr absolvierte die schwedisch-norwegische Crossover-Legende Clawfinger eine ausverkaufte Club-Tour anlässlich des 25. „Geburtstages“ ihres Debütalbums „Deaf Dumb Blind“. 2019 werden die kritischen und kompromisslosen Skandinavier nachlegen – und diesmal auch einen Abstecher nach Braunschweig machen. Am Freitag, 4. Oktober, 20 Uhr, kann man Clawfinger live im Westand erleben.

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