Braunschweig soll Deutschlands Hauptstadt der Wildbienen werden

Die Indie-Pop-Band Honig spielt im Oktober den passenden Soundtrack im Eulenglück

Die Bienen kommen nach Braunschweig: 16 Hektar sollen im gesamten Stadtgebiet wildbienengerecht umgestaltet werden. Foto: JKI/Jonas Kaufmann

Die Stadt Braunschweig und das Julius Kühn-Institut (JKI) starten das Vorreiterprojekt „Bienenstadt Braunschweig“, bei dem über 16 Hektar im gesamten Stadtgebiet wildbienengerecht umgestaltet werden. Bund, Land Niedersachsen und die Stadt investieren knapp 6 Millionen Euro in das Vorhaben.

Auf rund 100.000 Quadratmetern sollen artenreiche Wiesen entstehen

Auf dem Weg Braunschweigs zur „Bienenstadt“ sollen auf einer Fläche von rund 100.000 Quadratmetern artenreiche Wiesen entstehen. Das entspricht einer Größe von rund 14 üblichen Fußballfeldern. Auf circa 30.000 Quadratmetern sind mehrjährige Blühstreifen, sowie artenreiche Staudenpflanzungen geplant. Weiterhin vorgesehen sind sechs Streuobstwiesen und die Pflanzung von 500 Kopfweiden sowie 650 weiterer Bäume als Klimaschutzmaßnahmen. Zudem soll die Begrünung von 7.000 Quadratmetern Dachfläche und 7.500 Quadratmetern Fassaden städtischer Gebäude nicht nur das Stadtklima verbessern, sondern gleichzeitig den Bedürfnissen der Wildbienen Rechnung tragen.

560 Arten von Wildbienen leben in Deutschland

Bei allen angestrebten Maßnahmen wollen die Experten konsequent durch die „Wildbienenbrille“ auf die Stadt und ihre vorhandenen Grünflächen blicken. Das Ziel: Herausfinden, welche Pflanzenarten für welche Wildbienenarten attraktiv sind. „In Deutschland leben über 560 Wildbienenarten mit unterschiedlichen Ansprüchen. Daher ist es wichtig, die jeweils richtigen Nahrungspflanzen in Kombination mit den bevorzugten Nistmöglichkeiten anzubieten. Zudem muss das Netz der Blühflächen eng genug gewebt sein, sodass sich die Arten innerhalb der Stadt verbreiten und auch ins Umland gelangen können, erklärt Henri Greil vom JKI die Vorgehensweise.

Songschreiber Stefan Honig spielt mit seiner Band somnambulem Indie-Pop irgendwo zwischen Zuversicht und Zweifel. Foto: Undercover

Honig, die Düsseldorfer Indie-Pop-Band

Den passenden Soundtrack zum Thema fabriziert die Indie-Pop-Band Honig, um Songschreiber Stefan Honig. Der Mann mit Glatze, Brille und Vollbart hat unter seinem Nachnamen drei überwiegend folkbasierte Platten veröffentlicht. Insbesondere das Album „It’s Not a Hummingbird, It’s Your Father’s Ghost“ war vom agilen Gruppengedanken geprägt war. Dieser wird auf dem vierten und aktuellen Honig-Album „The Last Thing The World Needs“ konsequent umgesetzt. Leidenschaft, Leichtigkeit und Melodieseligkeit verschmelzen zu einem Sound den man so meist nur von coolen englischen Bands kennt.

Zwischen Arcade Fire, Conor Oberst und R.E.M

Honig spielen aufgeräumten, durchaus kalifornisch inspirierten Indie-Pop zum Schwelgen. Zuweilen denkt man an Mainstream-Pop-Rock-Bands wie R.E.M., Tom Petty oder Crowded House, aber auch an den nachdenklichen Conor Oberst. Songs wie das getragene „The Polyester Road“ oder die fein hingetupfte Ballade „It’s Never The Wrong Time To Sleep“ mit ihren verspielten Pianopassagen sind geschmackvoll arrangiert.  Beide Songs könnten auch von Breitwand-Bands wie The Arcade Fire, The Polyphonic Spree oder Okkervil River stammen. Wer Stefan Honig und seine Band, irgendwo zwischen Zuversicht und Zweifel live erleben möchte, begibt sich am Freitag, 11. Oktober 2019, 20:00 Uhr, ins Eulenglück. Es ist ihre Abschiedstournee. Also auf zum Indie-Pop-Honigschlecken.

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