BOTY-Geschichte geschrieben: „Ein schönes Gefühl“

Special Act des Abends: Die Jabbawockeez aus den USA. Foto: Timo Schneider.

„How Ya Doin‘?“ Für ein paar Tage verstärkte sich das internationale Gefühl in der Innenstadt ungemein. Hip-Hop-Freunde aus allen Ecken der Welt zogen durch die Innenstadt, besuchten das Rahmenprogramm des Battle of the Year, legten spontane Tanzeinlagen in den Straßen und auch in den Clubs ein. Es war eindeutig: „BOTY“-Zeit.

Am vergangenen Wochenende lud die Battle of the Year zum 25. Jubiläum. „Show some love“, hieß es immer wieder. Die Breakdance-Szene legt einen großen Wert auf Respekt und Wertschätzung. Und die war angebracht: Die 15 Crews (nur Nigeria konnte kurzfristig nicht teilnehmen) performten allesamt mit beeindruckenden Choreographien. Während The Saxonz – die Deutschland vertraten – mit einigen herausgehobenen Soloparts glänzten, präsentierten sich die Predatorz (Russland) zu dem Song „Omen“ von The Prodigy mit kraftvollen Einlagen. Für viele galten sie schnell als Favorit, wenngleich auch Fusion MC aus Südkorea – die Vorjahressieger – wieder eine starke Choreo vorlegten. Die Black Out Crew aus Griechenland blieb ebenso in Erinnerung: Sie schob eine Tanzeinlage zum Transformers-Film à la „my name is Optimus Prime“ ein. Insgesamt legten die Crews die Messlatte hoch, die inoffizielle Weltmeisterschaft ist in der Szene zu Recht hoch anerkannt.
Nicht nur lohnte sich ein Blick auf die große Showbühne, in den Pausen und auch während des Contestes nutzten die Fans die vom Hauptsponsor New Yorker eingerichteten kleinen „Circles“ für spontane Einlagen. „Es ist der Hammer. Hier kann einfach jeder tanzen!“, stellte auch Patrick Rieso (23) fest, der für das BOTY aus Ostwestfahlen anreiste. Ebenso merkte er an: „Schön, dass die Battle wieder in Braunschweig ist.“

Die 15 Breakdance-Crews lieferten spektakuläre Shows. Foto: Thomas Friede.
Die 15 Breakdance-Crews lieferten spektakuläre Shows. Foto: Thomas Friede.

Sichtlich begeistert vom Jubiläum waren auch The Saxonz. „Die Battle of the Year ist ein großer Teil der B-Boys-Szene. Es ist ein schönes Gefühl, mit Geschichte geschrieben zu haben“, erklärte Crewmitglied Lehmi nach der Show. Für einen Einzug in die Halbfinalshows reichte es zwar nicht, dennoch: „Wir sind eine junge Gruppe und haben nun richtig Blut geleckt. Es war nicht unsere beste Show, wir haben noch viel zu lernen. Und darauf haben wir richtig Bock!“

Richtig „Bock“ hatten auch die Moderatoren. Spax und D-Stroy wechselten zwischen ihren Moderationen regelmäßig ihre Outfits, führten die rund 7000 Gäste so sehenswert durch 25 Jahre Hip-Hop-Geschichte. Ob A Tribe Called Quest, Grandmaster Flash oder auch Rund DMC: Sie alle hatten ihre markanten Styles. In einem spannenden Finale gegen Fusion MC sicherten sich schließlich die Predatorz den Titel bei der historischen BOTY-Ausgabe. Bis tief in die Nacht feierten sie gemeinsam mit den anderen Crews und hunderten Nachtschwärmern in den Clubs im nahe der Volkswagen Halle gelegenen Kultviertel.

Große Feier: Die Predatorz aus Russland setzten sich im Finale gegen Fusion MC (Südkorea) durch. Foto: Timo Schneider.
Große Feier: Die Predatorz aus Russland setzten sich im Finale gegen Fusion MC (Südkorea) durch. Foto: Timo Schneider.

Eines wurde am Finalabend ganz besonders klar. Breakdance ist nicht einfach „nur“ eine Tanzform. „It’s a global movement“ – um es mit den Worten eines Breakdancers zu sagen.

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