18. November 2021
Ausgehen

Im Grand Horten wird’s bald lebenslustig

Die Premiere der Dinner-Revue im leerstehenden ehemaligen Galeria-Kaufhaus steht kurz bevor. Regisseurin Katrin Jost lüftet schon mal ein paar Geheimnisse.

Regisseurin Katrin Jost in der Künstlergarderobe. Sie findet die Mode der 1920er extrem schick. Foto: Peter Sierigk

Sie hat sich tief reingearbeitet in die 1920er Jahre. Hat gegoogelt, gelesen, geforscht. Bis sie ein Bild im Kopf hatte, wie es damals gewesen sein mochte. Katrin Jost führt Regie und hat das Buch geschrieben für „The Grand Horten“, die Dinner-Revue im ehemaligen Kaufhaus, das am Ende Galeria Kaufhof hieß. „Es war ein Jahrzehnt der Gegensätze“, sagt sie. Ausufernde Lebenslust gegen bittere Armut. Tagsüber schuften, abends ausgelassen feiern. Heimlich, aber nicht im Stillen.

Nein, sagt sie, die Kult-Serie „Babylon Berlin“ habe sie damals nicht gesehen und jetzt erst recht nicht. Sie wollte sich nicht beeinflussen lassen von dem großen TV-Sittengemälde, das die Spätphase der 1920er zeigt; sie wollte ihre eigene Welt erschaffen.

Der Tonfilm revolutionierte das Kino

Quelle war ihr unter anderem Leo Heller, ein österreichischer Schriftsteller, Lyriker und Journalist beim Berliner 8-Uhr-Abendblatt. Der verfasste die „Berliner Razzien – Bilder und Skizzen aus dem Verbrecherleben“ (1925). Die Vertonungen seiner Gedichte sind nicht auffindbar, so hat sich Matthias Köninger, musikalischer Leiter der Revue, daran gemacht, den Texten Musik zu verleihen.

Die 1920er: Das ist Charlie Chaplins „Goldrausch“ ebenso wie das Bauhaus, Zwölftonmusik und Chicago-Jazz, Prohibition und Albert Einsteins Nobelpreis für Physik, Spekulation und Inflation. Auch damals waren die Medien im Wandel. Der Tonfilm revolutionierte das Kino.

Den ganzen Text findet ihr als Plus-Angebot bei der Braunschweiger Zeitung.

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