9. November 2021
Gastro-Tipps

Street Food in Braunschweigs Zentrum mit Alex und Casi

Alex und Casi sind weit gereist. Aus aller Welt haben sie Gerichte mitgebracht. Diese bieten sie jetzt in Braunschweig Innenstadt an.

Alex und Casi machen Streetfood in Braunschweig. Foto: Robert Wenke

Alex und Casi machen Streetfood in Braunschweig. Foto: Robert Wenke

Es bruzzelt, es dampft, es duftet. Doch wonach? Asiatisch? Arabisch? Oder duftet’s doch nach Currywurst? Schwer zu sagen. Auf der Karte von „Alex und Casi’s Knast“ in der Friedrich-Wilhelm-Straße 45 in Braunschweig lassen sich Gerichte aus allen Ecken der Welt finden. Street Food soll es sein. Das ist das Konzept von Alexander Lehmann, 33 Jahre alt, und Carsten Ruthmann, genannt Casi, 55 Jahre alt.

Street Food! Allein das Wort weckt Gedanken an indonesische Straßenmärkte und an arabische Plätze, an denen das Essen von Ständen oder Wagen direkt auf der Straße verkauft wird. Gegessen wird dann im Stehen oder unterwegs.

In den letzten Jahren ist die Street-Food-Welle auch nach Europa geschwappt. Überall gibt es Street-Food-Festivals. Da rollen dann die Food Trucks an, die mobilen Essensstände, und verkaufen ihre oft außergewöhnlichen Gerichte. Es wird im Wagen zubereitet und aus dem Wagen heraus verkauft. Und so schnell, wie sie gekommen sind, sind sie dann auch schon wieder weg. Auf dem Weg zum nächsten Festival.

Gegessen wird auf der Straße

Doch „Alex und Casi’s Knast“ ist kein Food Truck. Es ist ein Lokal in der Friedrich-Wilhelm-Straße 45, geöffnet von Mittwoch bis Samstag. Doch ist das dann überhaupt noch Street Food? Ja, finden die beiden. Denn die Rezepte sind Street Food. Da ist es egal, ob der Standort mobil ist oder nicht. „Einen eigenen Laden zu haben, war schon während der Ausbildung mein Traum“, sagt der gelernte Koch Alex. Die beiden Braunschweiger sind weit gereist, er selbst war lange in Australien und ist dann mit einem Bus durch Spanien gefahren, Casi hat drei Jahre auf einem Hausboot auf dem Nil gelebt, bevor er in den Sudan und dann nach Südamerika gereist ist. Überall haben sie sich durch Straßenmärkte probiert und ihre Lieblingsrezepte mit zurück nach Braunschweig gebracht.

Nicht nur, dass ein dauerhafter Standort ungewöhnlich ist. Alex sagt: „Auch für uns war es ein großer Schritt, uns nach den ganzen Reisen an einen Ort zu binden. Ich wollte früher immer weg. Jetzt bin ich bereit, anzukommen.“ Wie bei einem Food Truck reichen sie ihren Gästen das Essen durch das Fenster nach draußen. Auch hier wird auf der Straße gegessen – oder eben unterwegs.

„Ein Knast, in den die Leute gerne kommen“

Ein fester Standort bietet natürlich auch einige Vorteile. Food Trucks haben meist nur ein bis zwei Gerichte auf der Karte, vielleicht noch in verschiedenen Variationen. Die Küchen in den Trucks sind dann genau auf diese Speisen ausgelegt. Alex und Casi sind in ihrem „Knast“ (was für Hunger steht, nicht für Gefängnis) voll ausgestattet. So können sie die Karte jederzeit anpassen und auch gut neue Gerichte ausprobieren.

Das ist die Freiheit, die sie nun haben. Alex erzählt: „Es ist toll, sein eigener Chef zu sein. Hier können wir endlich unsere Ideen verwirklichen.“ Und eine dieser Ideen war es, Street Food zu machen – nur eben auf ihre Art. Einen Truck hätten die beiden auch. Den könnte man umbauen, um einen richtigen Food Truck zu haben. Doch erst einmal konzentrieren sie sich auf ihren Laden. „Es soll ein Knast sein, in den die Leute gerne kommen“, sagt Casi lachend.

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