23. Mai 2016
Gastro-Tipps

“Schnell, frisch und kreativ”

Das zweite Street Food Open Air steigt vom 10. bis zum 12. Juni in der Braunschweiger Innenstadt.

Dutzende Food Trucks und gastronomische Stände verwöhnen die Gäste. Foto: A&B Events / oh.

Auch in diesem Jahr lädt das Street Food Open Air zum Schlemmen kulinarischer Leckerbissen ein. Am Friedrich-Wilhelm-Platz werden sich Küchen-Düfte aus aller Welt verbreiten: Es wird gegessen, genossen und unterhalten. Für’s Entertainment sorgen unter anderem Comedians von “Nightwash”, der Bremer Rapper Stunnah sowie der Sänger Ayke Witt, der bei der Castingshow “The Voice of Germany” den zweiten Platz belegt hat. szene38 sprach vorab mit Lukas Bock, einer der Veranstalter des Street Food Open Airs.

Lukas, wie entstand die Idee, ein Street Food Open Air in Braunschweig zu veranstalten?
Die Idee entstand Anfang vorigen Jahres. Mein Kollege und Mitveranstalter Daniel Arzt und ich waren selber auf mehreren Street Food Events unterwegs und waren von der Idee begeistert. Da es so etwas noch nicht in Braunschweig gab haben wir die Entscheidung getroffen hier ein Street Food Open Air zu veranstalten.

Einer der Mitinitiatoren des Street Food Open Airs: Lukas Bock. Foto: privat / oh.
Einer der Mitinitiatoren des Street Food Open Airs: Lukas Bock. Foto: privat / oh.

Was macht für Dich die Faszination Street Food Open Air für die Besucher aus?
Natürlich in erster Linie die zahlreichen verschiedenen und zum Teil auch extravaganten kulinarischen Angebote. Außerdem haben die Street Food Events durch die verschiedenen Aussteller unterschiedlicher Nationalitäten auch ein tolles internationales Flair, was von den Leuten gerne gesehen und aufgenommen wird.

Welche internationalen Küchen sind in Braunschweig vertreten?
Von französisch über polnisch bis hin zu asiatisch oder mexikanisch ist wirklich alles an 30 Ständen dabei. Burger und vegane Gerichte dürfen natürlich auch nicht fehlen und wir haben auch einige ausgefallene Kreationen sowie Süßspeisen-Anbietern dabei, so dass wirklich für jeden was dabei sein sollte.

Wie lange dauert es von der Planung bis zur Umsetzung eines Street Food-Open Airs?
Der Prozess hat sich im Prinzip vom Ende des letzten Events im September 2015 bis jetzt hingezogen. Mal ist weniger und mal mehr zu tun. Dadurch, dass wir das Street Food Open Air voriges Jahr schon an gleicher Stelle veranstaltet haben, bleiben uns viele Arbeitsschritte nun erspart. Wir sind jetzt zum Glück mit dem organisatorischen Teil fertig und stecken nur noch in den letzten Schritten der Bewerbung.

Wie kann man als Anbieter mit seinem eigenen Stand beim Street Food Open Air mitmachen?
Es müssen natürlich alle Auflagen der Behörden wie z.B. Lebensmittelhygiene, Brandschutz etc. eingehalten werden. Ansonsten kann sich eigentlich jeder bei uns bewerben. Wir achten natürlich auf Qualität und wollen ein ausgewogenes Angebot schaffen.

Könnten sich „Food Trucks“ in Zukunft fest in der Gastronomie etablieren?
Es gibt mittlerweile sehr viele Food-Trucks in Deutschland, die aber hauptsächlich von den Events leben. Die Frage ist, was passiert wenn die Events weniger werden? Viele Food Trucks haben noch gute Einnahmen durch Catering. Den klassischen Food Truck, der wie in den USA an der Straße steht und sein Essen verkauft, gibt es bei uns so gut wie gar nicht. Das hat aber auch viel mit Auflagen der Behörden zu tun.

Wen möchtet Ihr mit dem Street Food Open Air erreichen?
Wir möchten jeden ansprechen, der sich für Street Food interessiert und begeistern kann. 2015 war es schon sehr schön zu sehen, dass wir wirklich von Kleinkindern bis Rentnern alle Bevölkerungsgruppen erreichen konnten. Wir erwarten am Friedrich-Wilhelm-Platz über 10.000 Besucher, verteilt auf drei Tage.

Was sind die Food-Trends für 2016?
Der wahrscheinlich größte Trend ist, dass die Leute verstärkt auf die Qualität und Herkunft der Lebensmittel achten und ihre Essgewohnheiten kritischer beäugen. Das erklärt auch warum z.B. Street Food Events zur Zeit sehr erfolgreich laufen. „Schnell und Billig“ ist (zum Glück) nicht mehr das Maß aller Dinge. Als Trend in der Gastro-Szene sehe ich nach wie vor den Burger, der mittlerweile auch außerhalb von Großstädten wie Berlin oder Hamburg immer mehr Aufmerksamkeit bekommt und natürlich Fusion Kitchen. Beide Trends machen sich auch im Street Food Bereich bemerkbar.

Was ist der Unterschied zu Fast Food?
Ich glaube, der Begriff Fast Food wird allgemein gerne mit Junkfood gleich gesetzt, dadurch ist es schon schwierig da eine Unterschiede zu nennen, wenn die Begriffe nicht klar definiert sind. Street Food soll und muss natürlich auch schnell gehen, das ist ganz klar. Wichtig sind aber frische Produkte und eigene, kreative Rezepte bzw. Zubereitungsarten.

Das Street Food Open Air wird auch in diesem Jahr diverse Grillspezialitäten anbieten. Foto: Philipp Ziebart.
Das Street Food Open Air bietet auch in diesem Jahr diverse Grillspezialitäten an. Foto: Philipp Ziebart.

Was isst Du am liebsten wenn Du unterwegs bist oder es es schnell gehen muss?
Ein Klassiker sind natürlich Schichtgerichte oder „One Pot“ Gerichte, die man am Abend zubereitet und dann am nächsten Tag ganz locker ins Büro mitnehmen kann und dort warm macht. Wenn es zuhause mal schnell gehen soll, dann sind Sandwiches bei mir auch immer gerne gesehen. Natürlich komme ich auch nicht immer am klassischen Fast Food vorbei, Ich denke wenn das im Rahmen bleibt ist es aber auch okay.

Welche Küche magst Du am liebsten?
Da bin ich aktuell gar nicht festgelegt. Ich präferiere die mediterrane, mexikanische oder asiatische Küche, weil die Gerichte omnipräsent sind. Gerade durch das Reisen, habe ich aber in letzter Zeit auch viele Gerichte bzw. Küchen kennengelernt, die einem vielleicht eher nicht direkt in den Kopf steigen.

Was kochst Du am liebsten?
Eigentlich fast alles, hängt auch immer ein wenig von der Tagesform ab oder wieviel Zeit man hat. Eine große Leidenschaft ist aber sicherlich Fleisch. Selbstgemachte Burger und niedriggegartes Fleisch sind einfach unschlagbar.

Was hältst du von von Kochshows? Lenken solche Shows den Blick der Zuschauer verstärkt aufs Essen?
Das kommt immer auf die Sendung an. Grundsätzlich finde ich es positiv, dass Kochen bzw. der Umgang Lebensmittel im Fernsehen thematisiert wird, da es so mehr in den Fokus der Öffentlichkeit gerät. Ob der Blick der Zuschauer zum Beispiel bei „Grill den Henssler“ auf das Essen gerichtet wird, darüber lässt sich streiten, ist aber auch vollkommen o.k., da sowas ja auch schon wieder stark in die Entertainment-Schiene geht. Im Gegensatz dazu gibt es ja auch Fernsehköche wie Jamie Oliver oder Tim Mälzer, die stark an das Bewusstsein im Umgang mit Lebensmitteln appellieren und sich auch aktiv einsetzen und das dann im Fernsehen auch zeigen.

Woran erkennt man gute, qualitative Lebensmittel?
Heutzutage gibt es ja Tausende Gütesiegel, an denen man sich orientieren kann. Ich achte grundsätzlich eher auf die Herkunft und Qualität/Frische (z.B. bei Fisch/Fleisch gibt es ja optische Indikatoren). Bio ist für mich also kein Must-Have.

Was passiert mit den Gerichten und Lebensmitteln die beim Street Food Open Air übrig bleiben?
Natürlich versuchen die Betreiber die übrig gebliebenen Lebensmittel z.B. an das Personal rauszugeben. Voriges Jahr hat ein Mitarbeiter mehrere Kilo Grillgut vom südamerikanischen Grillstand bekommen, das sah schon lustig aus. Aber, dass Lebensmittel in der Gastronomie übrig bleiben bzw. weggeschmissen werden ist fast unumgänglich.

Wir leben in einer „Wegwerfgesellschaft“ – In wie Fern beschäftigt Dich das Thema der Lebensmittelverschwendung?
Ich versuche immer alle Lebensmittel, die ich im Haus habe zu verwerten und daraus entstehen auch manchmal ungewöhnliche Gerichte oder Kombinationen. Außerdem kaufe Ich nie für mehr als zwei oder drei Tage ein um nicht zuviel im Kühlschrank zu haben.

Headliner am Samstagabend: Ayke Witt. Foto: A&B Events / oh.
Headliner am Samstagabend: Ayke Witt. Foto: A&B Events / oh.

Was wird sich im Vergleich zum Vorjahr beim Street Food Open Air in Braunschweig verändern?
Einiges! Wir haben dieses Jahr noch mehr Stände und nutzen die Fläche optimal aus. Außerdem wird die Bühne dieses Mal fast den ganzen Platz beschallen und wir haben ein wirklich schönes Line-Up. Freitag starten wir mit einer Comedy Jam mit drei jungen Comedians, die man u.a. von “Nightwash” kennt. Abends tritt dann mit Stunnah aus Bremen einer der bekanntesten MCs Deutschlands auf. Samstag gibt es einen großen Newcomer-Contest mit vielen Preisen und eine Live-Show von Ayke Witt, der bei der letzten Staffel von “The Voice Of Germany” den zweiten Platz belegt hat. Wir haben auch mehr Sitzmöglichkeiten, mehr Mülltonnen und ein verbessertes Pfandsystem.

Geöffnet ist das Festival am Freitag von 14 bis 23 Uhr, am Samstag von 11 bis 23 Uhr und am Sonntag von 11 bis 20 Uhr. Der Eintritt ist frei. Details gibt es bei Facebook.

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