Makery: Wenn aus einer kleinen Idee ein großes Café wird

Café, Bar, Wohnzimmer: Geschwister eröffnen Gastronomie im Magniviertel.

Haben jahrelang auf ihren Traum hingearbeitet - nun sitzen sie in "ihrem" Wohnzimmer: Seit Mai laden (v.l.) Nina und Svenja Beiersdorf in die Makery im Magniviertel. Foto: Falk-Martin Drescher.

Am Anfang stand die selbstgemachte Marmelade: Nina und Svenja Beiersdorf haben schon seit Jahren ein filigranes Händchen für selbstgemachte Produkte. Warum sie also nicht auch verkaufen? Die Idee eines eigenen Shops wuchs über die Jahre – nun eröffneten die Geschwister die Makery im Magniviertel.

Über viele Jahre hinweg arbeiteten Nina und Svenja an ihrem Wunsch. Trotz Vollzeitstudium auf der einen und Vollzeitanstellung als Grafikdesignerin auf der anderen Seite wurde abends, nachts und am Wochenende fleißig am Konzept und damit einhergehend am Businessplan gearbeitet. Für die Braunschweigerinnen hängt das Vorhaben mit einem nicht unwesentlichen Invest zusammen. Die Sterne für Kredite bei einer Bank für eine Gastronomie stehen nicht immer optimal – eine Zusage wahrlich keine Selbstverständlichkeit. Doch ihre Mischung aus Café, Bar und Wohnzimmer überzeugte.

Inspirationen aus Afrika und Asien

Dabei bringen die Beiden durchaus gute Voraussetzungen mit: Erfahrungen in der Gastronomie, Know How in puncto Design, ein Blick für das Detail. Auf unzähligen Reisen durch die ganze Welt – China, Indien, Kambodscha, Seychellen, Südafrika… – sammelten sie Inspirationen, begaben sich auf die Suche nach anregenden Beispielen für das eigene Café. Auch wurden Flohmärkte durchforstet, Kleinanzeigen gecheckt, über die Monate bereits einiges an Interieur eingekauft.

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„Kaffee-Nerd, Schokoholic, Veganer, Langfrühstücker, Baconliebhaber, Wein-Whisky-Gin-Bier-Freund? Dann komm vorbei!“: Mit der Makery wollen Svenja und Nina einen Schritt über „nur“ ein Café hinaus. Sie wollten eine Gastronomie schaffen, in der nicht nur gut gefrühstückt und Kaffee getrunken werden kann – sondern auch abends etwa Weine und Gin-Variationen genossen werden können.

Einen besonderes Augenmerk legen die Inhaberinnen dabei auf die Auswahl von Speisen und Getränken. „Makery“ kommt nicht von irgendwoher: Die Speisen werden selbst zubereitet – auch Vegetarier und Veganer sollen hier voll auf ihre Kosten kommen. Bei den Getränken wird mit kleinen Independent-Labeln zusammengearbeitet, kennengelernt haben sie sie etwa auf Messen. Zu nennen ist dabei etwa Wostock: Die „Brause-Fee“ der Berliner Marke hat sich so einiges einfallen lassen, können Genießer etwa Sorten wie Tannenwald, Rosmarin, Mandel und Granatapfel testen. Bio- und Fairtrade-Kakaos gibt es von koawach – über das VOX-Format „Die Höhle des Löwen“ erlangten sie auf einen Sprung große Bekanntheit. Weingut ihres Vertrauens ist Borell-Diehl aus der Pfalz. Generell haben sich die Gastronominnen bei dem Thema alkoholisches Angebot vor allem auch auf Gin, Whisky und Biere konzentriert. „Wir haben neben Craftbeer, Kultsorten wie Astra auch Biere aus dem Ausland oder Biercocktails“, erklärt Nina.

Wie wäre es mit einem Tannenwald? Die Limonadensorten klingen kurios - und lohnen es, probiert zu werden. Foto: Falk-Martin Drescher.
Wie wäre es mit einem Tannenwald? Die Limonadensorten klingen kurios – und lohnen es, probiert zu werden. Foto: Falk-Martin Drescher.

Noch einmal zurück zu den Speisen. Sogenannte „Bubble Waffeln“ werden frisch zubereitet, ebenso Paninis, Quiche, Frühstücksvariationen, Schokobrownies – und, ganz wichtig: „Omis Apfelkuchen“ nach Originalrezept. „Wir machen so viel wie möglich selbst“, erklärt Svenja. Nur das Brot kommt vom Bäcker: Dafür direkt aus der Nachbarschaft, vorbereitet von der Traditionsbäckerei Fucke. Zum Frühstück sei ergänzt: Geschlemmt werden kann „All Day“. Das Angebot gibt es nicht nur morgens, sondern solange wie der Vorrat reicht.

Im Mai öffnete die Makery erstmals ihre Türen: Die Zeit bis dahin war für Svenja und Nina ein echter Sprint. „Seit der Eröffnung hat sich nochmal einiges getan“, so Nina. Aktuell treffen neue Sessel ein, die Wohnzimmeratmosphäre spielt hier eine große Rolle. Svenja: „Wir möchten, dass es für die Gäste so gemütlich wie möglich ist.“ Das schönste Feedback sei dann schließlich, wenn „ein Gast wiederkommt“, erzählt Nina strahlend. In den ersten Monaten seien bereits einige Stammgäste zusammengekommen.

Der eigene Shop ist derweil noch nicht vom Tisch: Die Idee wird noch in das Konzept integriert. Selbstgemachte Marmeladen, Schokocremes, Gewürzmischungen und auch Schmuck gibt es dann in der Makery zu entdecken. Kreative aus der Region erhalten dabei eine Plattform. Das übrigens auch in musikalischer Hinsicht: Unregelmäßig finden in der Gastronomie Konzerte statt. In Zusammenarbeit mit spreadmusic seien bereits erste Aktionen gelaufen. Svenja: „Interessierte Bands können sich gerne mit Hörproben an uns wenden – wir freuen uns über Anfragen.“ Das Café ist derweil auch außer Haus unterwegs: Aktuell sind sie mit einem Stand bei dem Sommerkino vertreten. Weitere Kooperationen sollen folgen.

Ob an Tischen oder in bequemen Sesseln: Atmosphäre und Gemütlichkeit stehen in der Makery im Vordergrund. Foto: Falk-Martin Drescher.
Ob an Tischen oder in bequemen Sesseln: Atmosphäre und Gemütlichkeit stehen in der Makery im Vordergrund. Foto: Falk-Martin Drescher.

Die Makery umfasst etwa 150 Quadratmeter, im Innenbereich finden circa 40 Gäste, außerhalb etwa 10-15 Gäste ihren Platz. Sowohl Gruppen finden hier einen Platz als auch Familien mit Kindern. Geöffnet ist täglich – bis auf dienstags (Ruhetag) – ab 10 Uhr; montags und mittwochs bis 22 Uhr, donnerstags bis 0 Uhr, freitags und samstags bis 1 Uhr, sonntags bis 19 Uhr. Etwas tricky, aber durchschaubar. Reservierungen werden über Facebook-Nachricht oder telefonisch unter 0531 28799789 entgegengenommen. Aktuelle Infos sind auf www.facebook.com/makery.cafe zu finden, über www.makery-cafe.de kann ein Newsletter bestellt werden.

Beherbergten schon mehrere Gastronomien und Läden: Die weitläufigen Räume in der Kuhstraße 35. Foto: Falk-Martin Drescher.
Beherbergten schon mehrere Gastronomien und Läden: Die weitläufigen Räume in der Kuhstraße 35. Foto: Falk-Martin Drescher.

Was wünschen sich die Gründerinnen eigentlich für die Zukunft? „Ganz voran, dass wir uns halten können“, so Nina. Svenja ergänzt: „Die Makery ist ein Laden, in dem viel Arbeit und Liebe steckt. Wir hoffen, das bestmöglich an die Gäste weitergeben zu können.“ Mit Blick auf die bisherige Resonanz lässt sich sagen: Sie sind auf einem sehr guten Weg.

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