7. Januar 2016
Gastro-Tipps

Kulinarischer Fünfkampf: „Mein Lokal, Dein Lokal“ drehte in Braunschweig

Das Team um den Tresor am Bankplatz: Mohamed Tahoun (Betriebsleiter), Lars Nussbaum (Inhaber) und Michal Banik (Koch). Foto: Holger Isermann.

Die Restaurants Neumanns, Ocakbasi 64, Les Amis, Katané und der Tresor am Bankplatz kämpfen vom 11. Januar bis zum 15. Januar 2016 auf kabel eins um Geld, Ruhm und Ehre.

Fast 90 Kochshows gibt es im deutschen Fernsehen. Gesellschaftsfähig gemacht hat dieses spezielle TV-Genre Talkmaster, Unterhalter, Jurist und Fernsehproduzent Alfred Biolek, der nach mehr als zwölf Jahren Küchendienst bei „Alfredissimo!“ (1994 bis 2006) den öffentlich-rechtlichen Pfannenwender abgab. Begründet hat die Koch-Shows im deutschen Fernsehen jedoch Schauspieler Clemens Wilmenrod, der bereits im Jahr 1953 die Zuschauer mit ausgefallenen kulinarischen Kreationen wie arabisches Reiterfleisch, gefüllte Erdbeeren und den legendären Toast Hawai beglückte – und diese Gerichte auch erfand. Wilmenrod und Biolek waren Wegbereiter für heute sehr erfolgreiche Köche wie Tim Mälzer, Ralf Zacherl, Johann Lafer, Sarah Wiener und Co., deren Produkte und Shows: „Man schaut anderen Leuten halt gern bei der Arbeit zu – das ist im Fernsehen nicht anders als auf der Baustelle“, erklärt Sarah Wiener lapidar den Erfolg der Kochshows.

Aber ein paar Leute in einer Küche, die über das reden, was in der Pfanne brutzelt und in Töpfen brodelt reicht heute einfach nicht mehr aus, um gute Quoten zu generieren. Viele Fernsehsender haben ihren medialen Koch-Horizont deshalb seit Jahren deutlich erweitert, wenn auch qualitativ nicht immer verbessert. Da mischen Kochprofis deutsche Kantinen auf, der Hamburger Sternekoch Christian Rach hilft als „Rach, der Restauranttester“ heruntergewirtschaftete Gaststätten wieder fit zu machen. Und in Sendungen wie „Das perfekte Promi-Dinner“, „Die Promi-Küche“ und „Das perfekte Dinner“ auf RTL und Vox, in denen Kochlaien, ihr Bestes geben, verlagert sich das Geschehen aus dem Studio an die Kochstellen von B-Promis und ganz normalen Menschen in ihren privaten Wohnungen. Neben den Einkaufs- und Vorbereitungsplagen werden oftmals auch Pannen genüsslich dokumentiert. Scheitern und Spott erhöht den Unterhaltungswert.

„Mein Lokal, Dein Lokal“: Die anspruchsvolle Form der Koch-Show

Eine besondere und anspruchsvollere Form von Koch-Show ist das Format „Mein Lokal, Dein Lokal“, das beim seit 2013 beim Sender kabel eins läuft. Gezeigt wird ein regionaler Wettbewerb mit Testessen. An einer „Ministaffel“ über eine Sendewoche beteiligen sich fünf Restaurants in einer Stadt bzw. Region Deutschlands. Die Lokalitäten werden der Reihe nach von ihren Mitbewerbern zur Begutachtung der Gasträume, der Kücheneinrichtung, der Bar und des Getränkesortiments, sowie zum abendlichen Testessen besucht. Anschließend bewerten die vier eingeladenen Wirte ihren Gastgeber geheim mit einer Punktzahl von 1 bis 10 Punkten. Am Ende der Woche erhält der Punktbeste eine Trophäe und ein Preisgeld von 3.000 Euro.

Strahlemann: Gastronom Lars Nussbaum betreibt insgesamt drei Restaurants in der Löwenstadt. Foto: Holger Isermann.
Strahlemann: Gastronom Lars Nussbaum betreibt insgesamt drei Restaurants in der Löwenstadt. Foto: Holger Isermann.

Die nächsten Folgen der beliebten Koch-Doku-Soap wurden in der Region 38 gedreht und vom 11. Januar bis zum 15. Januar 2016, jeweils ab 17.55 Uhr, auf kabel eins ausgestrahlt. Bei diesem „kulinarischen Fünf-Kampf“ nehmen diesmal die Restaurants Neumanns, Ocakbasi 64, Les Amis, Katané und der Genuss-Tresor teil. „Es wurde eine Woche lang von 7 Uhr morgens bis nachts um 1 Uhr in den verschiedenen Locations gedreht. Der letzte Drehtag bei uns im Tresor ging sogar bis nachts um 3.30 Uhr. Vier Kameras haben alles aufgenommen. Es musste jedes Mal neben dem Ambiente des Restaurants auch ein Drei-Gänge-Menü bewertet werden“, erzählt Lars Nussbaum, Inhaber des Genuss-Tresor am Bankplatz in Braunschweig. Eine aufreibende Woche nicht nur für alle Inhaber, sondern auch für die Küchen- und Serviceteams der teilnehmenden Restaurants. „Wir haben lange überlegt ob wir die Richtigen sind und das überhaupt leisten können. Dieses Fernsehformat ist sehr Küchen- und kochlastig, der Tresor ist aber vor allem eine Wohlfühl- und Freizeitgastronomie, kein klassisches Restaurant. Was mich letztendlich gereizt hat mitzumachen, ist zu erleben wie meine anderen  Kollegen arbeiten, wie sie im Alltag mit ihrem Team und in ihren Läden agieren, was sie umsetzen“, sagt Nussbaum, der zudem noch die zwei Lokale Heinrich – Das Wirtshaus im östlichen Ringgebiet von Braunschweig und die Wahre Liebe am Eintracht-Stadion betreibt. Eine wichtige Erkenntnis, die der umtriebige und leidenschaftliche Gastronom mitgenommen hat ist, die „Demut vor der eigenen Zunft“. Jeden Tag aufs Neue bestmöglich beim Gast „abzuliefern“. Diesen harten Alltag in der Gastronomie halten letztendlich nicht viele durch. Die Abwechslung und die Arbeit mit den Menschen treibt Vollblut-Gastonomen wie Nussbaum jedoch  immer wieder an weiterzumachen. „Das Schöne an meinem Job ist: Jeder Tag ist anders, es gibt immer wieder neue Herausforderungen, die man bewältigen muss. Außerdem liebe ich es neue, innovative Gastronomie-Projekte umzusetzen.“

Fernsehsender kabel eins bei Dreh im Tresor: Nussbaum und Tahoun im Hintergrund. Foto: privat / oh.
Fernsehsender kabel eins bei Dreh im Tresor: Nussbaum und Tahoun im Hintergrund. Foto: privat / oh.

Details zum Showformat gibt es auf www.kabeleins.de/tv/mein-lokal-dein-lokal.

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