Die Versorgung ist gesichert – Szene38
17. März 2020
Ausgehen

Die Versorgung ist gesichert

Landesregierung schränkt Ladenöffnungen ein – Klubs, Kinos, Fitnessstudios u. a. zunächst bis zum 18. April 2020 geschlossen

Seit heute Morgen,17. März 2020, 6:00 Uhr, müssen viele Geschäfte schließen. In Braunschweigs Innenstadt wird es immer leerer. Foto: Braunschweig Stadtmarketing GmbH

Die Niedersächsische Landesregierung hat weitreichende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus erlassen. Die Vorgaben gelten bereits seit dem heutigen Dienstag, den 17. März, ab 6:00 Uhr. Das Land Niedersachsen folgt mit dem Erlass einer Vereinbarung zwischen der Bundesregierung und den Regierungschefs aller Bundesländer in Abstimmung einer bundeseinheitlichen Vorgehensweise.

Alltagswaren dürfen weiter verkauft werden

Hier wird ausdrücklich dargelegt, dass der Einzelhandel für Lebensmittel, Getränkemärkte, Apotheken und Drogerien nicht geschlossen werden. Auch Sanitätshäuser, Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste und Tankstellen bleiben geöffnet. Weiterhin Banken und Sparkassen, Poststellen, Frisöre, Reinigungen, Waschsalons und der Zeitungsverkauf. Auch Bau-, Gartenbau- und Tierbedarfsmärkte sowie der Großhandel sind weiter offen. Vielmehr werden für die genannten Verkaufsstellen die Sonntagsöffnungsverbote bis auf weiteres grundsätzlich ausgesetzt.

Leere Kinosäle in Braunschweig. Auch das Astor Filmtheater in der Langen Straße muss seinen Betrieb wegen der Anordnung der Niedersächsischen Landesregierung vorerst schließen. Foto: Astor Filmtheater

Kinos, Clubs und Fitnessstudios müssen schließen

Alle weiteren Einzelhändler müssen der Ankündigung der Landesregierung zufolge ihre Geschäfte geschlossen halten. Diese sind nicht für den täglichen Bedarf erforderlich. Dies betrifft wohl zum Beispiel alle Bekleidungsgeschäfte, den Verkauf von Unterhaltungselektronik und Sportartikeln als auch den Möbelhandel. Außerdem wurde eine Schließung verschiedener Kultur- und Freizeiteinrichtungen beschlossen. Dazu gehören unter anderem Diskotheken, Kinos, Klubs, und Fitnessstudios. Weitere Einschränkungen sind für Unternehmen aus dem Hotel- und Gaststättenbereich geplant. Von den Geschäftsschließungen sind auch Dienstleistungsunternehmen negativ betroffen, denen nun wichtige Aufträge wegfallen. Die Maßnahmen sind zunächst bis zum 18. April 2020 befristet.

Unterstützung für betroffene Unternehmen

„Die von der Schließung betroffenen Einzelhändler und Dienstleistungsunternehmen als auch Hotellerie und Gastronomie werden infolge ausbleibender Umsätze an den Rand ihrer Existenzfähigkeit gebracht. Das begründet dringenden Unterstützungsbedarf durch das Land Niedersachsen“, kommentiert IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Florian Löbermann die Auswirkungen des Beschlusses der niedersächsischen Landesregierung. „Liquiditätshilfen über Bankbürgschaften helfen sehr zur Aufrechterhaltung des laufenden Betriebs. Diese sind bei angeordneter Geschäftsschließung aber kein geeignetes Mittel, um abrupte Einnahmeausfälle abzufedern. Daher sollte das Land Niedersachsen die oftmals durch kleine und mittelgroße Unternehmen geprägten Branchen mithilfe finanzieller Soforthilfen unterstützen.“

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