Balkan-Beat und Gypsy-Swing

Botticelli Baby bringen den Sound der 20er/30er Jahre live nach Braunschweig.

Könnten auch in der nächsten Staffel der Kriminal-Serie „Babylon Berlin“ mitspielen: Botticelli Baby. Foto: Undercover

Swing war einst Widerstand gegen Uniformierung und Volkstümelei und konnte einen im Nationalsozialismus die Freiheit kosten. Es war ein Akt der Provokation, statt Volksmusik Jazz zu hören oder gegen den Gleichschritt anzutanzen. Der Musikstil war Unterhaltung und Grenzüberschreitung zugleich.

Swing boomt mit Tellerröcken, Schiebermützen und Hosenträgern

Heute ist er wieder da, boomt in Clubs, Ballsälen und bei Tanzevents. Frauen tragen Tellerröcke, Männer in Anzügen, mit Schiebermützen und Hosenträgern. Charleston-Kleider, Zigarettenspitze und Federboa werden ausgeführt. Die kultige Kriminal-Serie „Babylon Berlin“ befeuert den Höhenflug. Swing ist mehr als ein kurzlebiger Retro-Trend. Louis Armstrong, Ella Fitzgerald und Bigband-Musik wird gespielt, aber auch neue Bands haben den Stil wiederentdeckt – spielen Gypsy-, Elektro-Swing oder wie die Band Botticelli Baby, Swing mit schnodderiger Punkattitüde.

Mitreißender Mix aus Gypsy-Swing, Blues, Balkan-Beat und Punk

Trotz klassischer Besetzung klingt die Truppe nicht nach einer Neuauflage alter Zeiten, staubig oder nach einer öligen Jazzband – Botticelli Baby reißt die Bühnen nach Manier des 21. Jahrhunderts ab. Nach unzähligen Clubshows und Festivalauftritten in ganz NRW, sowie einer Reihe internationaler Auftritte, ist das Septett im Jahr 2019 bereit den Rest der Republik aufzumischen. Seit Jahren gibt es den Trend, dass junge Künstler sich in die Metropole Berlin aufmachen, um sich dort zu verwirklichen. Essen, obwohl eine nicht unbedeutende Großstadt, steht dagegen nicht ganz so im Fokus. Doch die dortige Folkwang-Schule zieht ebenfalls junge Leute an, die Schauspieler oder Musiker werden wollen. An der Hochschule haben auch drei Mitglieder von Botticelli Baby studiert, wo die Band mittlerweile eine Ikone ist.

Boticelli Baby live in Braunschweig

Das Ensemble spielt einen mitreißenden Mix aus Gypsy-Swing, Blues, Balkan-Beat und Punk. Als Frontmann fungiert der singende Kontrabassist Marlon Bösherz. Ein charismatischer Schnauzbart-Sänger mit whiskeygeschwängerter Stimme. Das lodernde Septett kann man am 7. März 2019 um 20 Uhr live im Eulenglück Braunschweig erleben.

^