7. März 2022
Party-Tipps

Ansturm auf Braunschweiger Clubs und Diskotheken

Neue Corona-Verordnung erlaubt 2G+: Das erste Party-Wochenende nach langer Corona-Schließphase lockt viele Feiernde auf die Braunschweiger Meile.

Zahlreiche Besucher warteten am Freitagabend auf die Öffnung des "Brain". Foto: Markus Hörster

Zahlreiche Besucher warteten am Freitagabend auf die Öffnung des "Brain". Foto: Markus Hörster

Haifische gehören in der Tierwelt bekanntlich nicht zu den Arten, die Winterschlaf halten. Anders die „Haifischbar“ auf der Braunschweiger Partymeile. Wegen der Omikron-Welle mussten die neuen Eigentümer im Herbst nach der Wiedereröffnung schnell wieder die Reißleine ziehen und anders als die namensgebende Spezies den Winter über pausieren.

„Durch die damalige Corona-Verordnung war nur ein Sitzbetrieb möglich. Wir merkten schnell, dass das für uns einfach nicht wirtschaftlich war“, erinnert sich Paul Briesemeister, der die Bar im vergangenen Jahr zusammen mit Max Juratschek und John O’Neil übernommen hatte. „Der heutige Freitag ist für uns eine Art Befreiungsschlag. Auf den Frühling und Sommer blicken wir optimistisch“, sagt Briesemeister.

Die neue „Haifi“: Gemütlich und nicht „schickimicki“

Das Konzept ist anders als früher. In der „Haifi“ setzt man nun den Schwerpunkt auf Bier von den lokalen Braustätten„National Jürgens Brauerei“ und „Lonesome Oak“. Die Atmosphäre ist aber auch an diesem Abend wie früher.

Und das wissen auch die Gäste zu schätzen – wie zum Beispiel Stefan Baron (47): „Früher war das hier traditionell immer der Anlaufpunkt, wo man am späten Abend noch einen Absacker trank. Ich habe mich total gefreut, dass die Jungs die Bar wieder aufgemacht haben. Hier ist es gemütlich und nicht ‚schickimicki‘.“ Nach zwei Jahren Homeoffice ist er froh, endlich wieder rausgehen zu können.

Eine Schlange von der „Eule“ bis zum „Lindbergh“

Auch Eule/XO, Schwanensee, Lindbergh Palace, 42° Fieber und der Brain-Klub haben an diesem Wochenende wieder für die Besucher geöffnet. Trotz weiterhin hoher Infektionszahlen und bedrückender Nachrichten vom Krieg in der Ukraine wurde es Freitagabend voll vor dem Gieseler Turm. Zusammen mit seinem Partner Oliver Strauß hat Clubbetreiber Tim Lemke den Gebäudekomplex inzwischen gekauft. „Kommen Sie besser Samstagabend vorbei. Heute ist wahrscheinlich wenig los“, sagte Lemke noch im Vorgespräch am frühen Freitagabend. Es kam ganz anders.

Gegen 23 Uhr schlängelte sich das Partyvolk vom Eingang zur Eule/XO bis zum Lindbergh Palace – eine rund einhundert Meter lange Schlange. Simon ist an diesem Wochenende extra zum Feiern von Oldenburg nach Braunschweig gereist, besucht hier Freunde: „Hier kann man endlich einfach mal loslassen! Beim Tanzen eine Maske zu tragen ist zwar etwas belastend, aber die Stimmung ist trotzdem super“, findet der Student (24). Voller Vorfreude waren auch Sarah (21) und Felix (20): „Es ist geil, wieder hier zu sein und zu feiern!“

Happy, wieder weggehen zu können

Solche Abende sind es, die auch Tim Lemke in Erinnerung bleiben. „Nach dem ersten langen Lockdown hatte ich hier die besten Abende erlebt, die ich je hatte. Alle waren so friedlich miteinander. Die Leute sind dann einfach happy, wieder weggehen zu können“, sagt Lemke.

Dass die Clubs in den letzten beiden Jahren so lange geschlossen waren, bringe aber auch Herausforderungen mit sich, so der gut gelaunte Clubbetreiber, der beim Gang zwischen den Häusern für jeden ein freundliches Wort übrig hat. „Wenn die Jugendlichen noch nie im Club waren, wissen sie noch nicht, wie man sich dort richtig verhält. Manche können noch nicht mit dem Alkoholkonsum umgehen. Wir freuen uns aber auf jeden Fall, dass alle da sind! Denn viele von ihnen haben noch nie im Club getanzt und geknutscht.“

Was die Corona-Situation angeht, ist sich Lemke der Gefahr bewusst: „Ein Risiko besteht, aber anstecken kann man sich auch im Supermarkt.“ Ewig zumachen könne man eben auch nicht. Und so geht es auch am Samstagabend im Braunschweiger „Kultviertel“ weiter.

Autor: Markus Hörster

Bilder zu der Partynacht findet ihr hier.

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