9. Mai 2022
Szene-News

Alternative sein Vater: „Wer, wenn nicht wir?“

Der Braunschweiger Verein If A Bird initiierte am vergangenen Samstag gemeinsam mit vielen engagierten Partner:innen die Premiere von „Alternative sein Vater“ am Millenium Event Center.

Diskussionen, Poetry Slams, Tanzperformances und auch Livemusik: Der Auftakt von Alternative sein Vater brachte ein vielfältiges Setup auf die Bühne. Foto: Andreas Rudolph.

„Das hier ist unser Safe Space – an keinem Ort fühle ich mich gerade sicherer als hier“, schilderte die Mitinitatorin Tiana Kruškić im Rahmen des Auftakts des neuen Formats „Alternative sein Vater“. An dem Ort, an dem in den vergangenen Jahren die Alternative für Deutschland tagte, hat nun ein partzipatives Festival für Vielfalt, Solidarität und Toleranz ein zu Hause gefunden.

Billy Ray Schlag, der die ursprüngliche Idee für das Vorhaben hatte, erklärte: „Vielen Projekten fällt es schwer sich sichtbar zu machen. Außerdem fehlt oftmals der Austausch zwischen den unterschiedlichen Szenen, etwa zwischen aufstrebenden und etablierten Initiativen.“ Über Monate hätten sie unzählige Akteur:innen aus ganz Deutschland kontaktiert – das Feedback sei überragend gewesen. „Etwa 100 Projekte kamen hier beim Auftakt zusammen“, resümierte Schlag.

Auch „Soul of Braunschweig“ um Festival-Mitinitiator Billy Ray Schlag stand auf der Bühne. Foto: Andreas Rudolph.

„Die Jugend muss mächtiger werden“

Dabei ging es neben der Sichtbarkeit vor allem auch um den Austausch. Schlag: „Mit Formaten wie diesen können wir eine gemeinsame Power entwickeln. Denn klar ist: Die Jugend muss mächtiger werden.“ 

Über genau diese Möglichkeit freute sich etwa Andreas Bergholz vom Anti-Fakenews-Blog „Volksverpetzer“. „Es war schön unter so vielen Gleichgesinnten zu sein. Dabei ist es so wichtig, dass man sich untereinander kennt und vernetzt“, so Bergholz. Der Berliner habe an diesem Tag spannende, andere Initiativen kennengelernt – „es kann gar nicht genug Verbündete geben“. Das unterschreibt auch Vivien Willing vom Stadtschülerrat Braunschweig. „Ganz gleich ob Kultur oder Soziales, aus so vielen Bereichen sind Akteur:innen vertreten. Zwischen so viel Engagement fühlt man sich einfach nur wohl“, so das Stadtschülerrat-Vorstandsmitglied.

Rapper Jonny S stellte das Projekt Urban Culture vor. Foto: Andreas Rudolph.

Alternative sein Vater: Plattform und Anlaufstelle

Jannik Cichos und Johannes Pfeffer aus der Regionalgruppe von Viva con Agua haben ebenfalls nicht nur über ihre Arbeit informiert, sondern sich auch inspirieren lassen. „Wir haben gute Gespräche geführt. Es gibt so viele interessante Schnittpunkte, um etwas Neues zu starten“, skizzierten die beiden regionalen Engagierten der Hamburger Non-Profit-Organisation. Jonathan Beddig, bekannt als Rapper Jonny S, vertrat bei Alternative sein Vater das Projekt Urban Culture der New Yorker Musischen Akademie. Beddig begrüßte die Premiere der neuen Veranstaltung: „Ich finde es ist etwas besonderes Menschen, Vereine und Initiativen zusammenzubringen, die neben dem Mainstream stattfinden und es verdienen, gesehen zu werden. Dieses Event ist gleichermaßen eine Plattform, eine Anlaufstelle.“ Und jene sei essentiell: „Sie gibt den Leuten einen Push, sie setzt neue Energie frei.“

Diese Kombination aus Messe und Festival müsse es unbedingt wieder geben, fand auch Clara Matthiessen, die sich im Verein all eins für den Neubau des Jugendzentrums auf dem Gelände des Mellowparks in Berlin einsetzt. „Für uns war es eine Ehre hier zu sein. Wir sind wahnsinnig beeindruckt von den vielen jungen Menschen und ihren starken Projekten.“ Für sie war es wiederum wertvoll viele Blicke von außen für ihre laufenden Planungen zu bekommen, „es sind einige neue Ideen aufgekommen“.

Clara Matthiessen (Mitte) setzt sich im Verein all eins für den Neubau des Jugendzentrums auf dem Gelände des Mellowparks in Berlin ein. Foto: Andreas Rudolph.

Fortsetzung: in einem Jahr – spätestens

Finanziert und ermöglicht wurde Alternative sein Vater durch Sponsor:innen und Partner:innen wie die Braunschweigische Landessparkasse (BLSK), die Niedersächsische Lotto-Sport-Stiftung, das Bundesprogramm „Demokratie leben!“, die Braunschweigische Stiftung und die Richard Borek Stiftung. Gunnar Stratmann, Leitung Privat- und Geschäftskunden bei der BLSK, ist dankbar über so viel Engagement. „All diesen Projekten, Initiativen und Ideen – und all den Menschen – die dahinter stehen – gebührt allergrößter Respekt. Es ist wunderbar, dass sie in Alternative sein Vater eine gemeinsame Plattform gefunden haben.“

Eine Plattform, die mit dem Auftakt am vergangenen Wochenende gerade erst ihren Anfang gefunden hat. „Spätestens in genau einem Jahr, bestenfalls aber schon früher, soll es weitergehen. Und das Format soll weiter wachsen, größer werden“, bekräftigt Schlag. Wer mitwirken möchte, kann sich gerne via Instagram unter www.instagram.com/alternativeseinvater oder beim Verein If A Bird unter www.ifabird.com melden.

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