Techno-Oldschool

DJ Jens Mahlstedt legt am 9. Dezember bei der We are Legend Techno Classic Night Vol. 2 im Stereowerk auf

Jens Mahlstedt ist DJ, Musikproduzent und Komponist. Er schreibt Soundtracks für Theater, Film und Modenschauen. Zehn Jahre war er bei der Love Parade (1991-2000) dabei. Foto: Veranstalter

Elektronische Musik hat sich aus kleinen Klubs mittlerweile in riesige Stadien verlagert, aus einstigen No-Name-DJs sind manchmal Superstars geworden. Bei dieser rasanten Entwicklung werden leider oftmals die alten Helden der frühen Techno-Tage vergessen. Denen und ihren Sounds wird bei der We are Legend Techno Classic Night Vol. 2 am 9. Dezember 2017, 22 Uhr, im Stereowerk gehuldigt. An den Plattentellern stehen in dieser Nacht deutsche Techno-DJ-Pioniere und Hit-Produzenten wie Jens Mahlstedt und DJ Quicksilver die von regionalen Spezialisten wie Revil O., X-Treme, Andreas B und Jorge unterstützt werden. Szene38 sprach mit DJ Jens Mahlstedt.

Jens, du feierst 2017 das 30te Jahr deiner deine DJ-Karriere. 1987 hast du im Berliner Club Beehive begonnen. Wie blickst du auf deine Anfänge hinter den Plattentellern zurück?

Dankbar. Ich bin froh, dass ich aus der Zeit stamme, wo mit Vinyl so richtig losgelegt wurde. Mitte der 80er Jahre spielte ja das Auflegen eine andere Rolle als heute. Ich bin da definitiv von der alten Schule, was das angeht. Den Umgang mit Vinyl und ich bin dabei auch geblieben. Ich lege nach wie vor mit Vinyl und Platten auf und mit nichts anderem. Ich kenne alle digitalen Oberflächen, ich lehre das inzwischen sogar, wie das alles funktioniert an einer Hochschule in Hannover. Aber nichtdestotrotz je mehr ich mich damit beschäftige, desto weniger macht es mir Spaß mit digitalen Oberflächen direkt zu performen.

Was fasziniert dich immer noch an den Platten?

In der einen Hand habe ich einen zwölf Jahre alten schottischen Whisky, der mit der Hand hergestellt ist und in der anderen Hand habe ich eine 3D-Animation. Ungefähr so ist das Verhältnis… Das eine das kann ich spüren, das kann ich schmecken, es stinkt, es riecht nach Rauch oder nach Torf oder hat ein Aroma. Und eine 3D-Animation ist und bleibt ein Ersatzschlüssel für die Realität.

„Loops & Tings“ ist dein erfolgreichster Track, der in zahlreichen Versionen erschienen ist …

Von der Platte gibt es locker 150 Versionen. Diese Platte hat ein absolutes Eigenleben. Ich bekomme noch immer Anfragen von Bearbeitern die das gerne nochmal machen würden und ob man eine Kooperation eingehen möchte.

Was war rückblickend deine schönste Veranstaltung?

Da gibt es eins, das wird die Braunschweiger freuen. Es gab mal eine ganz kleine, düstere, schmierige Bar in Braunschweig, die hieß Lulu-Bar. Da durfte ich vier Nächte lang auch spielen. Das war ein Knaller in so einem ganz kleinen Laden. Da haben die ein riesen Loch mit einem Hammer in die Wand geschlagen und man legte gefühlt in einem Steinbruch auf. Da passten vielleicht 80 Leute rein. Nur leider existiert es nicht mehr, da steht jetzt die BLSK.

Auf Europa blickend, ist das beste Publikum meiner Meinung in Holland. Die haben so den Schnitt zwischen Deutschen und Engländern. Da habe ich mich immer sehr wohl gefühlt. Es ist ein sehr aufgeschlossenes und interessiertes Publikum.

Was legst du im Stereowerk auf?

Eine große Bandbreite und Coolness und auch ein paar alte Sachen. Es gibt ein Grundprinzip bei mir: Es darf auf keinen Fall langweilig werden. Dafür bin ich da. Es muss mir und den Leuten Spaß machen.

 

Kategorie:Konzert-Tipps, newsbox, Topstories
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