Rocken zwischen Zwillingsbühne und Teufelsmauer

24 Jahre Rockharz Open Air - rekordverdächtige 55 Bands in vier Tagen

Hoch die Hörner! Die Stimmung auf dem Rockharz war von Anfang an gut! Fotos (6): Anica Neumann

Die Besucher des Rockharz stehen dichtgedrängt vor der Rockstage, die Sonne ist bereits untergegangen und Dunkelheit sowie angenehm kühle Luft legen sich über den Festivalplatz. Die Headliner betreten die Bühne und die Menge gröhlt. Blind Guardian machen von der ersten Minute an Stimmung. Headbangen, Tanzen, Mitsingen – und am Ende das Kultlied „The Bard’s Song“.

Das diesjährige Rockharz versammelte insgesamt 55 Acts an vier Tagen auf seinen beiden Bühnen und bot den Besuchern ein vielseitiges Line-Up mit verschiedensten Genres aus dem Rock-Bereich. Mit 15.000 Metaller war das Festival schon vier Wochen im voraus und bereits zum siebten Mal in Folge ausverkauft. Laut Zahlen ist es schon längst kein Geheimtipp mehr, aber genau so fühlt es sich trotzdem an!

Die erste Band lockte schon einige Fans auf das Infield.

Familiäre Atmosphäre

Das Rockharz hat definitiv Familienfest-Atmosphäre – man kennt sich und man kennt das Rockharz! Begonnen hat es vor 24 Jahren als kleines eintägiges Indoor-Festival unter dem Motto “Rock gegen Rechts”. Seitdem hat sich natürlich eine ganze Menge verändert, einiges ist aber auch geblieben. Auf dem Festival spielen internationale und aufstrebende Bands, der Fokus liegt aber nicht auf großen Namen, auch wenn einige beeindruckende Headliner auf dem Line-Up standen.

Beyond the Black in Action!

Wenn die letzten Töne der eben gehörten Band verklingen, stimmte sich die nächste Gruppe schon längst an der Bühne gleich nebenan ein. Die Zwillingsbühnen waren wie immer das Herzstück des Geländes, sie erlauben es den Besuchern jede Band ohne Überschneidungen zu hören.

Offiziell startete das Festival erst am Mittwoch, aber bereits am Dienstag konnten die Besucher anreisen und so war das Gelände am Mittwochmorgen schon überwältigend voll. Die Wettervorhersagen sahen zu Beginn gar nicht gut aus und zwischenzeitlich gab es sogar Unwetterwarnungen, aber mehr als etwas Regen und dunkle Wolken gab es nicht. Und nass von oben konnte die Stimmung nicht drücken – im Gegenteil: an den restlichen, sehr heißen (!) Tagen freuten sich alle Besucher über eine kalte Dusche, gesponsert vom Grabenpersonal.

Sich einmal auf Händen tragen lassen – beim Rockharz konnten viele Crowdsurfer genau das (auch mehrmals) genießen.

Neuheiten

Neu waren in diesem Jahr die rege genutzten Spültoiletten auf dem Infield und die kleinen Fahrradrikschas, die wie ein Taxi per Telefon bestellt werden konnten und mit denen man sich bequem vor sein Zelt bringen lassen konnte.

Ein paar Probleme gab es bei der Soundtechnik. Nicht nur einmal kam es vor, dass der Sänger einer Band so gut wie nicht zu hören war, was von den Zuhörern sofort mit lauten Chören bemängelt wurde: „Lauter! Lauter!“ Aber auch das konnte die Stimmung nicht trüben und es wurde fleißig getanzt, geheadbangt sowie mitgegröhlt und Circle Pits und synchrones Massenrudern haben auch nicht gefehlt!

Es wurde immer bis zur letzten Band – den After-Headlinern – ausgelassen gefeiert und so ging es beispielsweise mit mitteralterlicher Musik oder Piratengesängen im Kopf ins Zelt, um etwas Schlaf zu erhaschen, bevor die Sonne aus dem mobilen Heim eine Sauna gemacht hat.

Feuer frei! Bei einigen Bands wurde es in den ersten Reihen besonders heiß.

Rockharz von oben

Ein absolutes Muss ist der Aufstieg zur Teufelsmauer – mindestens einmal während des Festivals! In der prallen Sonne ist das durchaus etwas anstrengend, aber der Ausblick entlohnt für jeden Schritt! Man kommt zwar nicht so hoch wie die Piloten, die neben dem Gelände regelmäßig in ihren Maschinen starten, aber ein grandioser Ausblick ist es allemal.

Hoch hinaus: der Ausblick von der Teufelsmauer.

25 Jahre Rockharz 2018

Nächstes Jahr wird das Rockharz Open Air 25 Jahre alt und einige großartige Bands stehen bereits fest: Hammerfall, Eisbrecher, Knorkator, Paradise Lost, Equilibrium und Amorphis werden vom 4. bis zum 7. Juli 2018 mit dabei sein.

Noch mehr Eindrücke vom Rockharz 2017 erhaltet ihr in der Galerie.
Keep on rockin‘!

^