„Buskers“ feiert Premiere

Straßenmusikfestival lädt am 11. und 12. Juni in die Braunschweiger Innenstadt.

Straßenmusik "aus Weimar und der Welt": Crepes Sucette. Foto: Paul Träger / oh.

Musik wohin das Auge reicht: Am 11. und 12. Juni wird zur ersten Ausgabe des „Buskers“ in die Braunschweiger Innenstadt geladen. Die Künstler reisen dafür gar auch aus dem Ausland an.

Mehr als nur Kleinkunst. Es gibt unzählige Geschichten über Musiker, die sich von dem wohl persönlichsten Austausch mit dem Publikum auf die Bühnen der Welt gespielt haben. Ryan Sheridan kann dazu eine Story erzählen, Semino Rossi, Mike Rosenberg (Passenger) und die Kelly Family ebenfalls. Auch Beate Wiedemann, Vorstandsmitglied von KulturImZelt, kann zu einigen Künstlern genau jenes Thema erläutern. Bei dem Festival standen schon einige Acts auf der Bühne, die vorher ihr Geld mit Straßenmusik verdienten.

Nun hat sich der Verein dem Thema angenommen. „Wir schauen natürlich stets, was in an den anderen Städten passiert. Wir dachten uns: Das ist ein spannendes Format, das braucht Braunschweig. Es ist etwas Neues für die Stadt“, freut sich Wiedemann. Ihr Anspruch sei, mit ihren Veranstaltungen (wie etwa auch dem Schloßspektakel oder dem Eiszauber) die Stadt interessanter zu machen, das Kulturleben zu bereichern. Da es im eigenen Umfeld ohnehin schon einen guten Draht zur Straßenmusikerszene gab – standen die ersten Türen schnell offen. Das Festival, das schon seit ein paar Jahren als Idee existiert, wird nun in die Tat umgesetzt.

Internationales Flair in musikalischer und kulinarischer Hinsicht

Eine wesentliche Rolle spiele bei der Planung das Datum – das sei ganz bewusst ausgewählt. Am Wochenende finde ebenfalls das „Street Food Open Air“ statt: Eine passende Kombination. Wiedemann dazu: „Es gibt einen Austausch mit den Initiatoren, wir unterstützen uns gegenseitig.“ Internationale Köstlichkeiten probieren und ebenfalls Klänge aus unterschiedlichsten Genres und Teilen der Welt genießen – das passt zusammen. Die Künstler kommen dabei einerseits aus der Region, andererseits aus ganz Deutschland, oder passieren für das Buskers gar einige Ländergrenzen. Eine spanische Band ist etwa mit an Bord, mindestens ein Geheimtipp der Initiatoren.

Der Eintritt zum Festival ist frei, eine feste Gage für die Künstler gibt es nicht. „Die Künstler spielen auf Hut“, so die Initiatorin. Damit die Solokünstler und Bands, die bisweilen weite Anreisen auf sich nehmen, die Löwenstadt in bester Erinnerung behalten – sorgt der Verein für einen charmanten Rahmen. Die Jugendherberge wurde gemietet, es gibt gemeinsame Aktionen sowie einen „Künstlergarten“: Die Musiker können gemeinsam jammen, neue Genreverbindungen ausprobieren. „Wir wollen ein guter Gastgeber sein.“ Ohnehin sei es für die Szene eine Art Wiedersehen: Die Akteure sind über die Landesgrenzen hinaus miteinander vernetzt, reisen mitunter auch gemeinsam durch die Städte.

Die HipHop-Jazz-Brassband aus der Schweiz: Pullup Orchestra. Foto: Bodo / oh.
Die Hip-Hop-Jazz-Brassband aus der Schweiz: Pullup Orchestra. Foto: Bodo / oh.

Straßenmusik ist dabei nicht nur etwas für die, die es noch nicht auf die „großen Bühnen“ geschafft haben: Diese Form ist auch eine bewusste Entscheidung, ein viel intimerer, persönlicherer Kontakt mit den Zuschauern. Wer Gefallen findet – bleibt stehen. Oder umgekehrt. Ein deutlicheres Feedback kann es kaum geben. „Level 2“ nennt es Wiedemann. Kein Wunder, dass sich manches Mal auch Superstars zum Musizieren auf die Straße stellen. Einfach so.

Die Genres, die am Wochenende anzutreffen sind, sind dabei vielfältig. Neben Liedermacher-Musik, Rap, Folk, Reggae gibt es auch spanische Klänge, Rock, Metal und Indie. Auf der Internetseite des Festivals sind einige Hörbeispiele zu finden. Für viele Musiker ist es der erste Besuch in Braunschweig – und gleichzeitig eine Chance. Eine Band sei direkt in das Programm von KulturImZelt verbucht wurden.

Die Stadt wird zur großen Bühne

Die Bühnen verteilen sich in der gesamten Innenstadt. Schützenstraße, Bankplatz, Ringerbrunnen, am Schloss, auf dem Domplatz & Co. Die Hauptbühne wird auf dem Platz der Deutschen Einheit aufgebaut, dort sind auch Infostand und Gastronomieangebote zu finden. Unter dem Motto „Street Food Kitchen“ kommen elf kulinarische Stände zusammen. Auch echte Besonderheiten: Gegrillte Insekten? Kein Problem.

Walkacts, Tänzergruppen und Akrobatikkünstler runden das Angebot ab. Am Sonntagabend wird zum großen Abschlusskonzert auf den Platz der Deutschen Einheit geladen. Ein Zusammenkommen der diversen Musiker. Wer nicht nur Musik genießen, sondern den Besten des Wochenendes auch ein Krönchen aufsetzen will, kann im Rahmen einer Publikumsabstimmung mitmachen. Mit Stimmkärtchen, die an mehreren Hotspots in der Stadt abgegeben werden können, werden die drei Favoriten des Wochenendes mit einem Preis überrascht.

Das Buskers, für die Initiatoren ist es auch eine organisatorische Herausforderung. Die Anwohner in der Innenstadt, ohnehin betroffen von einigen Veranstaltungen, hätten dabei positiv reagiert. „Viele haben sich darüber gefreut, dass solch ein Format nun in Braunschweig stattfindet. Die Reaktionen waren wirklich sehr positiv“, so Wiedemann.

Auch sogenannte Wassertänzer sind mit dabei. Foto: Marion Coers / oh.
Auch sogenannte Wassertänzer sind mit dabei. Foto: Marion Coers / oh.

Um die für die Zuschauer kostenfreie Veranstaltung umzusetzen, haben sich einige Sponsoren und Unterstützer zusammengetan. Auch Gäste können Support leisten: Mit dem freiwilligen Kauf eines Festivalbändchens wird die Finanzierung gesichert. Und eine mögliche Fortsetzung. Zu haben ist das Band für 5 Euro – vorab bei diversen Vorverkaufsstellen oder vor Ort am Infostand sowie bei den Walkacts.

Weitere Informationen zu Buskers, dem Bühnenplan, den Künstlern, Vorverkaufsstellen & Co gibt es auf buskers-braunschweig.de.

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