• Home
  • > >
  • „Farbe ist für mich der Ausdruck der Vielseitigkeit“

„Farbe ist für mich der Ausdruck der Vielseitigkeit“

Hendrik Ahrens, Veranstalter des neuen Festivals „Braunschweig in Farbe“ im Interview

Veranstalter Hendrik Ahrens (rechts) mit Lennart Speckmann, einem seiner Lieblings-DJs. Foto: Veranstalter

Elektronische Tanzmusik auf 2 Stages mit mehr als 20 DJs aus der Region bietet das Frühlings-Open-Air-Festival „Braunschweig in Farbe“ am 21. Mai 2017. Szene38 sprach vorab mit Veranstalter Hendrik Ahrens.

Hendrik, 2015 bist du mit dem Festival „Tankumsee in Farbe“ gestartet. Was waren die Gründe dafür?
Ich bin gebürtiger Gifhorner und in Isenbüttel aufgewachsen, war lange Zeit unterwegs und wollte wieder Nähe zur Heimat haben.

Von wem und was hast du dich für deine Veranstaltung inspirieren lassen?
Ein Festival nach meinen Vorstellungen habe ich schon seit gut zehn Jahren im Kopf. Wer mich dabei inspiriert kann ich gar nicht so genau sagen. Es sind eigentlich die Leute, die es ausmachen. Das Miteinander unter Freunden und das Zeit füreinander nehmen, um rückblickend etwas gemeinsam erlebt zu haben.

Welche Festivals mit elektronischer Musik sind eventuelle Vorbilder für dich?
Also es gibt zahlreiche Festivals die auf ihre Art besonders sind. Q-Dance ist für mich aber das Nonplusultra was Bühnenshows als Veranstalter angeht.

Wie fandest du das Braunschweiger Holi-Festival im Bürgerpark?
Um ehrlich zu sein, war ich wie schon gesagt viel in der Welt unterwegs und habe oftmals selbst am Wochenende arbeiten müssen, sodass ich nie im Bürgerpark war. Nichts desto trotz schätze ich was die Veranstalter des Braunschweiger Holi in den Jahren auf die Beine gestellt hat.

Welche Rolle spielt das Thema „Farben“ bei dir?
Die Farbe ist für mich der Ausdruck der Vielseitigkeit. In erster Linie zählt für mich das Motto „farbenfroh“ zu sein, mit guter Laune zu guter Musik zu tanzen. Das gegenseitige anmalen mit dem Pulver schafft Interaktionen und ein Gemeinschaftsgefühl. Aber ich habe auch in den letzten Jahren Graffitis malen lassen und bin offen dafür weitere farbige künstlerische Aspekte einfließen zu lassen. Ich wollte nie ein Holi sein. Mit dem Titel „in Farbe“ wollte ich neue Akzente setzen – in erster Linie bezogen auf Tanz, Musik und Kunst.

Wie lief „Tankumsee in Farbe“ im Jahr 2015 und 2016?
Alle Beteiligten hatten eine Menge Spaß. Erfolg kann man an vielen Parametern messen. Durch die Ecken und Kanten haben wir in jedem Fall viel an Charme gewonnen. Das Projekt war auch von Anfang an langfristig mit Höhen und Tiefen geplant – nichts Fertiges eben.

Was waren für dich die schönsten und schlimmsten Momente?
Die schönsten Momente sind ohne Zweifel die Veranstaltungstage. Dort fällt dann der ganze Ballast ab, der sich die Monate zuvor angesammelt hat. Aber wenn ich wirklich in mich gehe, ist es eigentlich das Vertrauen und die Rückendeckung der „ganzen großen Familie“ die meine Euphorie teilt und mir den Rücken stärkt. Schlimm? Rückschläge gibt es immer, aber die Leidenschaft ist bisher immer noch ein Stück größer.

Mit welchen Problemen hattest du zu kämpfen?
Wer mich kennt, weiß, dass ich keine Probleme sehe sondern nur Lösungen suche (lacht).

Ganz entspannt demnächst am Kennelbad-Strand: Schneider & Haze, Spezialisten für anspruchsvollen elektronischen Sound. Foto: Veranstalter

Was ist das besondere an „Braunschweig in Farbe“?
Für mich sind es die Leute die das Frühlings-Open-Air zu dem machen, was es dann letztendlich ist.

Nach welchen Kriterien hast du das Line-Up zusammengestellt?
Bauchgefühl und Persönlichkeit. Mir ist es wichtig mit jedem Künstler zu sprechen um zu sehen ob er rein passt, deswegen sind Booking-Agenturen bei mir fast ein Ausschlusskriterium. Dazu ist mir die Mischung von Newcomern, Produzenten und erfahrenen DJs wichtig.

Was macht einen guten Elektronik-DJ aus?
Das er Leute erreicht, die dem Beat folgen.

Legst du auch selbst auf?
Ich habe keine Zeit selbst aufzulegen und mich speziell auf einen Sound festzulegen oder tiefer in die Materie des Handwerks einzugehen. Ich bin neben dem Netzwerken mehr mit dem Hören fast aller Stile beschäftigt.

Was sind deine Lieblings-DJs?
Kommt ganz auf das Genre und die Zeit an. Mit den Disco Boys bin ich anfangs zur House-Musik gekommen und war von da an infiziert. Dann hat sich das im Laufe der Zeit weiterentwickelt. Gefeiert habe ich schon zu viel zu vielen um wirklich einen Lieblings-DJ zu haben, um mich daran erinnern zu können (lacht). Aber wenn wir von Lieblings-DJ sprechen, ich höre sehr viel Marcapasos, Brennan Heart und am meisten sogar Lennart Speckmann beim Cabrio fahren.

Wie verläuft die Zusammenarbeit mit den Behörden und Verantwortlichen des Kennel-Bads?
Ich arbeite das erste Mal mit den Braunschweiger Behörden zusammen, daher kann ich dazu noch gar nicht viel sagen. Freue mich aber über einen guten Austausch der Erfahrungswerte und eine gute Zusammenarbeit, genauso wie mit den Verantwortlichen des Kennel-Bads.

Was ist das besondere an diesem Gelände?
Die Lage, Rasen unter den Füßen und das es am natürlichen Wasser gelegen ist, sind die Pluspunkte. Aber Hauptsache ist, dass es unter freiem Himmel ist. Dies alles sind für uns wichtige Kriterien der Locationwahl gewesen.

Was wünscht du dir für „Braunschweig in Farbe“?
Dass es weiter geht.

^