Guten Rutsch: „BAD Gliesmarode“ eröffnet

Schwimmbad wurde aufwendig saniert - Start pünktlich zum Sommerferienbeginn.

Es geht los: Zum Ferienstart am 23. Juni öffnet das "BAD Gliesmarode". Foto: Falk-Martin Drescher.

Ein Start über das Sprungbrett: Das „BAD Gliesmarode“ eröffnet bereits am Donnerstag den 23. Juni, pünktlich zum hiesigen Ferienbeginn. Dies gab Betreiber New Yorker kurzfristig bekannt.

Anderthalb Jahre wurde saniert, gebaut, geplant, konzeptioniert – realisiert: Mitte Juni 2016 startet nun der Betrieb des „Familienbades mit Tradition“. Ein Claim, der, so verrät ein Blick in das Konzept, wahrlich mit Leben gefüllt wird. Freizeit- und Wasserflächen für Familien, Schwimmkurse mit Fokus auf Kinder, Aktionen zur Prävention gesundheitlicher Schäden, Schulschwimmzeiten: Bereits für Nachwuchs ab dem Babyalter werden spezielle Angebote bereitgehalten. Alle Interessierten sollen auf ihre Kosten kommen.

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1978 wurde das Schwimmbad im Stadtteil Gliesmarode gebaut – ein Stück lokale Geschichte, Tradition für die umliegenden Quartiere. Dann: Ein neues Bäderkonzept (von 2007) – demnach sollten die neue Wasserwelt an der Hamburger Straße, der Bürgerbadepark im Bürgerpark und das Sportbad Heidberg übrigbleiben und die weiteren – maroden – Stadtteilbäder geschlossen werden. Der Widerstand war, wie auch in anderen Stadtteilen, groß. Ein Verein gründete sich, es wurde viel diskutiert. Schließlich schaltete sich vor rund zwei Jahren Friedrich Knapp ein, Inhaber des international agierenden Modeunternehmens New Yorker. Er kündigte an, den Betrieb zu übernehmen. Nach langen Verhandlungen und Abstimmungen mit der Stadtverwaltung sowie schließlich der Umbauphase selbst darf nun losgeschwommen werden.

Peter Knapp, Assistent der Geschäftsleitung bei New Yorker – gleichzeitig verantwortlich für das BAD Gliesmarode – erzählt: „Ich kenne das Bad schon seit den 80ern, es war stets ein Treffpunkt für Freunde. Ein Ort der Begegnung.“ Er merkt an: „Ich freue mich, dass das Bad nun wieder öffnen kann.“ Natascha Heinrichs, Leiterin der Planungsabteilung des Braunschweiger Modeunternehmens, ergänzt: „Ich hoffe, dass möglichst viele Menschen Lust haben, das Bad zu entdecken.“ Tatsächlich steckt in der neuen Anlage viel Liebe mit Blick für das Detail. In einer rund 1.600 Quadratmeter großen Schwimmhalle werden sieben Becken mit insgesamt 700 Quadratmeter Wasserfläche. Zu einem klassischen Fünf-Bahnen-Schwimmbecken ergänzt sich ein Springbecken (mit Ein-Meter-Brett und Drei-Meter-Sprungturm) als auch ein Außenbecken. Eines der neuen Highlights: Die über das Springbecken gespannte Slackline, die bei besonderen Veranstaltungen zum Balancieren über dem Wasser einlädt.

Noch gesperrt: Kurzfristig allerdings gab New Yorker die Eröffnung des vielbesprochenen Bades bekannt. Foto: Falk-Martin Drescher.
Noch gesperrt: Kurzfristig allerdings gab New Yorker die Eröffnung des vielbesprochenen Bades bekannt. Foto: Falk-Martin Drescher.

Von dem alten, in die Jahre gekommenen und nicht mehr zeitgemäßen Bad ist derweil nicht mehr viel übrig. In der Grundstruktur ja – in puncto Einrichtung, Materialien, Verarbeitung & Co wurde reichlich verändert. Sechs Millionen Euro sollen etwa in das Bad geflossen sein. In der Riesenrutsche, die es weiterhin gibt, wurde eine neue Ampel mit Rutschzeitenmessung installiert. Im überarbeiteten Massagebecken gibt es nun Sitzbank-Sprudeldüsen – ein großzügiger Saunabereich sorgt für Entspannung. Der wurde übrigens erweitert: Auf insgesamt 160 Quadratmetern finden sich eine finnische Sauna, eine Dampfsauna sowie ein Innen- und Außenruhebereich.

Ein Bad für alle

Barrierefreiheit ist in dem BAD Gliesmarode ebenfalls ein Thema großer Bedeutung. Die unterschiedlichen Bereiche können über Gefälle im Boden problemlos erreicht werden – zudem gibt es Umkleidekabinen, Spinds, eine niedrige Fönstation und einen Sanitärraum mit Duschmöglichkeiten für Menschen mit Handicap. „Der Geschäftsführer (Anmerkung d. Redaktion: von New Yorker) hat uns freie Hand bei den Planungen gelassen“, erklärt Heinrichs erfreut. Als „Tarife zum Selbstkostenpreis“ bezeichnet Standortleiter Peter Knapp derweil das Preissystem. Mit den regulären Tageskarten sei ein wirtschaftlicher Betrieb nicht denkbar, nur durch Zusatzangebote wie etwa Aquafitness und den Restaurantbereich sei es stemmbar. Von der Stadtverwaltung scheinen die Betreiber dabei enttäuscht: „Man hat zuletzt nicht mehr viel Arbeit in die Pflege gelegt, vermutlich um rechtfertigen zu können es zu schließen“, so die Bauleiterin. Es gebe einen guten Kontakt zu den zuständigen Behörden wie Ordnungsamt, Feuerwehr & Co. „Darüber hinaus gibt es kaum Austausch.“. Knapp fügt hinzu: „Die Fördergelder sind gleich null.“

Trotzdem, die Pläne im BAD Gliesmarode waren und sind ambitioniert. Heinrichs: „Wir haben den Anspruch, dass das Bad gut aussieht. Wir hoffen inständig, dass uns dies gelungen ist.“ Neben bereits genannten Veränderungen wurde auch die Technik runderneuert (Knapp: „Im Keller sieht es auch wie in einem Rechenzentrum der TU“), auch wurde beispielsweise das Farbkonzept angepasst. „Da hätten wir zunächst gerne noch mehr Gas gegeben“, erläutert Kerstin Klotz, Leiterin der Gesundheitsförderung, Kurse und Administration. Später wurde es eher schlicht und reduziert umgesetzt – dafür auch mit markanten Nuancen. Bei den Beckenfarben zu finden: Violett, Türkis, Orange und Apfelgrün. Im Außenbereich seien farbenfrohe „Knallbonbons“, so beschreibt es Klotz, zu sehen. „Viele Veränderungen haben sich erst im Laufe des Umbaus ergeben.“

 

Impressionen aus dem neuen Saunabereich. Fotos (4): Falk-Martin Drescher.
Impressionen aus dem neuen Saunabereich. Fotos (4): Falk-Martin Drescher.

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Für bestes Wohlbefinden wurde ferner ein junges, engagiertes Team zusammengestellt. Neben Schwimmmeistern und Rettungsschwimmern sind auch professionelle Kursleiter mit an Bord: Ob begleitetes Babyschwimmen, Anfängerausbildung, fortgeschrittene Schwimmkurse oder auch Wassergymnastikkurse (Aqua Power, Aqua Tabata, Aqua Deep-Work sowie spezielle Angebote für ältere Menschen). Gesamte Schulklassen als auch Unternehmen können das BAD Gliesmarode für gesonderte Schwimmkurse nutzen.

Auch gastronomisch hat sich einiges geändert. Innerhalb des Bades ist ein eher kleinerer Gastronomiebetrieb mit Snacks und Getränken zu finden – daneben begrüßt ein größerer Bistrobereich auch externe Besucher für Mahlzeiten. Dem Interieur ist anzusehen: Hier hat sich eine Marketingabteilung viele Gedanken gemacht. „Einiges hat Herr Friedrich Knapp auch persönlich ausgesucht“, so Heinrichs. Angesprochen auf das Thema Energie gibt es ebenfalls Ergänzungen: Die Lüftungs- und Klimaanlagen sind optimiert, LED-Lampen und ein Blockheizkraftwerk installiert. „Über Solarbetrieb haben wir nachgedacht, das wäre allerdings mit der Statik leider schwer verknüpfbar gewesen“, so Peter Knapp.

„Eine familiäre Atmosphäre“

Das BAD Gliesmarode soll hinsichtlich der Atmosphäre wieder das werden, was es einmal war: „Ein Bad mit familiärer Atmosphäre.“ Durch die nun private Führung sei eine „andere Attitüde“ möglich. Mit dem Förderverein Badezentrum Gliesmarode und den Interessierten aus angrenzenden Stadtteilen soll eng zusammengearbeitet werden. Auch den Support weiterer Unternehmen wünschen sich die Betreiber – unter dem Titel „Unternehmen in der Region sollen helfen, das Bad Gliesmarode zu erhalten“ werden spezielle Marketingmodule entwickelt. Übertragbare Geldwertkarten, Aktionstage, Engagement und einiges mehr würden den Unternehmen angeboten. Eine erste, große Zusammenarbeit gebe es etwa bereits mit dem „dm-drogerie markt“. Mehr als 16.000 Euro werden hinzugegeben, auch stattet das Unternehmen die Wickelstation großzügig aus.

Kerstin Klotz zeichnet sich im BAD Gliesmarode für die Themen Gesundheitsförderung, Kurse und Administration verantwortlich. Foto: Falk-Martin Drescher.
Kerstin Klotz zeichnet sich im BAD Gliesmarode für die Themen Gesundheitsförderung, Kurse und Administration verantwortlich. Foto: Falk-Martin Drescher.

Geöffnet ist das Bad montags von 15 bis 21 Uhr (vorher steht Schulschwimmen auf dem Plan), dienstags bis freitags von 8 bis 21 Uhr und samstags sowie sonntags von 9 bis 19 Uhr. Das Bistro soll stets von 11 bis 18 Uhr geöffnet sein. Tageskarten sind für 5,90, ermäßigt 4,50 Euro zu haben – die Stundenpreise betragen 2,70, ermäßigt 2 Euro. Karten für die Sauna gibt es ab 6 Euro – bezahlt wird im BAD Gliesmarode übrigens bargeldlos mit einem speziellen Transponder, der auch für Ein- und Ausgang sowie die Spinds einzusetzen ist.

Weitere Informationen gibt es künftig auf www.bad.bs – Rückfragen werden über info@bad.bs sowie 0531 231 70 789 beantwortet.

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