Vier Jahrzente „Music for the Masses“

Der Braunschweiger DJ und Veranstalter Thorsten Meier über die Faszination von Depeche Mode

Thorsten Meier veranstaltet erfolgreiche Partys und Konzerte mit Depeche-Mode-Bezug. Die Band hat sein Leben beeinflusst. Foto: Privat

Im Rahmen ihrer „Global Spirit Tour“ bespielen Depeche Mode im Januar 2018 noch einmal die großen Arenen in Deutschland mit ihren unzähligen Hits. Die Mischung aus magischen Synthie-Pop-Hymnen, dem elektrisierenden Charisma von Sänger Dave Gahan und den visuellen Reizen mobilisiert die Massen.

Die Band wurde im Jahr 1980 gegründet und hat mittlerweile über 100 Millionen Tonträger verkauft. Egal ob große oder kleine Partys – Locations, bei denen Depeche-Mode-Songs aufgelegt werden, sind gut besucht. Ein Fan und Veranstalter von Depeche-Mode-Partys ist der DJ Thorsten Meier. Wir sprachen mit dem Braunschweiger über die Depeche-Mode-Party am 25. Dezember, 22 Uhr, im Gewandhaus, über den Kult. Außerdem veranstaltet er ein Konzert mit Forced to Mode (Live Tribute to Depeche Mode) am 28. April 2018, 20 Uhr, im Lokpark Braunschweig.

Thorsten, wann und wo hast du das erste Mal Depeche Mode gehört?

Im Partykeller eines Freundes und damaligen Mitschülers. Dort wurde zu „Just Can’t Get Enough“, „Photographic“ und „Boys Say Go“ getanzt, als ich noch ein Kind war.

Was fasziniert dich an der Band und macht sie so besonders?

Depeche Mode begleiten mich fast mein ganzes Leben. Die unglaublichen Sounds und dieses Gefühl für Melodie und Harmonie haben mich stets gefesselt und fasziniert. Kaum eine andere Band hat es geschafft, Millionen von Fans weltweit über vier Jahrzehnte lang zu begeistern.

Selbst wenn nicht alle letzten Alben richtig gut waren, so blieben die Fans stets treu und der Hype um die Männer aus Basildon/London hat bis heute kein Ende gefunden. Ich glaube, nicht dass es von irgendeiner anderen Band der Welt monatlich so viele Partys in Deutschland und darüber hinaus gibt wie von Depeche Mode. Und fast alle Partys sind gut bis sehr gut besucht – bereits seit über 20 Jahren.

Was war die kreativste und wichtigste Phase in deren Karriere?

Von 1987 bis 1989. In dieser Zeit reifte Depeche Mode zu einer der erfolgreichsten Bands weltweit und gewann die Herzen ihrer meisten Fans.

Welches waren die wichtigsten Alben?

„Music for the Masses“ und „Violator“ beinhalten Songs und Sounds, wie sie weder zuvor noch danach je wieder geschrieben wurden und sind somit bis heute unerreicht und zeitlos.

Was sind deine Depeche-Mode-Lieblingsalben?

Ich mag das düstere und melancholische „Black Celebration“-Album, aber auch das poppige und erfolgreichste Album „Violator“ sehr gerne. Ich erinnere mich noch genau, wie ich am 19.03.1990 vor Salzmann in der Burpassage gewartet habe, bis sie endlich öffnen, damit ich möglichst als erster das neue Depeche-Mode-Album mein eigen nennen darf.

Für den Tag hatte ich mir frei genommen und die Platte lief anschließend das ganze Jahr bei mir rauf und runter. Aber mein ewiges Lieblingsalbum ist dennoch „Music for the Masses“.

Und welches deine Lieblingssongs?

Die Liste meiner Lieblingssongs ist sehr umfangreich: „Never let me down again“, „Enjoy the Silence”, „Here is the House”, „In your Room”, „Walking in my Shoes”. Aber auch die aktuelle Single „Cover me” finde ich klasse.

Remixe spielen eine wichtige Rolle bei Depeche Mode. Wie wichtig sind diese für dich als DJ?

Ich persönlich bin kein Fan von Remixen. Meist bleibe ich beim Original. Die Extended-Versionen von Depeche Mode 1984-1990 waren stets traumhaft und oftmals noch schöner als die Original-Single-Versionen. Als damit begonnen wurde, Remixe von anderen Künstlern erstellen zu lassen, begann der Abstieg der Maxi-Singles/Versionen. Nicht nur von Depeche Mode.

Ausgenommen Mike Shinodas Remix von „Enjoy the Silence“ und den grandiosen „Cover me“-Remix von Dominatrix. Diesen setze ich derzeit auch in meinem Programm zu fast jeder Indie-Ü-30-Party im Stereowerk ein.

Welches sind die unterschätztesten Songs?

Vermutlich die, die nicht unter dem Namen Depeche Mode veröffentlicht worden sind. Alan Wilder hat mit Recoil meisterhafte Werke in den 80er- und 90er-Jahren veröffentlicht. Auch als Produzent schrieb er Songs, welche dem Depeche-Mode-Sound in Nichts nachstehen. „Come Alive“ mit Douglas McCarthy von Nitzer Ebb um nur ein Beispiel zu nennen.

Martin Gore war mit der Counterfeit E.P. erfolgreich und Dave Gahan macht solo, mit anderen Projekten, bis heute klasse Songs. Seine aktuelle Single „Where I Wait“ feat. Null + Void könnte auch perfekt auf ein Depeche-Mode-Album involviert sein.

Wie wichtig ist das Artwork und Visuelle bei Depeche Mode?

Sehr wichtig. Zum Beispiel dank Anton Corbijns prägenden Videoclips zu Songs wie „Enjoy the Silence“, „Strangelove“, „Behind the Wheel“ oder „Never let me down again“. Damit haben sich die Songs nicht nur im Ohr, sondern auch visuell im Kopf verankert. Ebenso natürlich die meisten Coverartworks wie zum Beispiel die Rose zum „Violator“-Album.

Depeche Mode galten viele Jahre lang als musikalische Vorreiter in der elektronischen Popmusik. Welchen Einfluss haben sie auf die aktuelle Musikszene?

Vermutlich nicht mehr viel. Die Musik hat sich über die Jahrzehnte logischerweise verändert und in andere Richtungen entwickelt. Die letzten erfolgreichen Synthiepop-Bands sind mittlerweile selbst 20 bis 30 Jahre dabei wie zum Beispiel Mesh, DE/Vision, Camouflage oder And One.

Was würdest du Dave Gahan & Co. sagen, wenn du diese treffen könntest?

Danke, einfach nur Danke. Für die unglaublich vielen und wunderschönen Momente, welche sie mir mit ihrer Musik beschert haben. Depeche Mode haben mich und mein Leben damit bis heute beeinflusst.

Am 28. April 2018 veranstaltest du erneut ein Konzert von der Depeche-Mode-Tribute-Band Forced To Mode im Lokpark. Was zeichnet die Band aus? Wie nah ist diese am Original?

Begebe dich zum Konzert, schließe deine Augen und lausche der Musik. Du wirst denken, du wärst bei einem echten Depeche-Mode-Konzert. Die Stimme ist der von Dave Gahan zum Verwechseln ähnlich.

Der Sound ist 1:1. Da gibt es gar keinen Unterschied. Sie nutzen dieselben Sounds wie das Original, spielen aber natürlich alles selbst ein. Die Band ist unfassbar kreativ. Ich kenne bisher keinen Depeche-Mode-Fan der Forced to Mode nicht verfallen ist. Ihre Spielfreude, der Sound, die Auswahl der Songs, das Lachen und die Tanzeinlagen des Sängers – einfach unfassbar.

Kurzprofil der Location im Artikel

Altstadtmarkt 1
38100 Braunschweig
DE-Niedersachsen
Kategorie:Party-Tipps, Topstories
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